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Abstimmungszeit beendet
Autor Matthias Gruber am 30. August 2016
3006 Leser · 3 Kommentare

Außenpolitik

Idomeni reloaded

Sehr geehrte Bundeskanzlerin,

was die EU momentan unter dem Stichwort "Sicherung der EU-Außengrenzen" und "Bekämpfung von Schleppern" im Mittelmeer betreibt führt unweigerlich zu noch mehr Toten im Mittelmeer, zu einem zweiten Idomeni und langfristig zum Scheitern des Schengensystems und dem Zerfall Europas.

Die Nato-Schiffe und die Schiffe der italienischen Küstenwache bekämpfen weniger Schlepper, sondern sind selbst Bestandteil des Schlepperwesens indem sie die Flüchtlinge kurz hinter der libyschen Seegrenze aufsammeln und weiter nach Europa transportieren. Dies animiert die Schlepper nur dazu noch untauglichere Boote zu verwenden. Die Boote haben mitunter nicht einmal genügend Treibstoff an Board um nach Europa zu kommen, weil einkalkuliert wird, dass die Flüchtlinge aufgesammelt werden. Gestern wurden alleine 6500! Flüchtlinge an einem Tag aufgesammelt kurz nach libyschen Gewässern. Das sind Zahlen annähernd in der Größenordnung wie letztes Jahr über die Balkanroute.

Und wie geht es dann weiter? Die wenigsten der afrikanischen Flüchtlinge wollen wirklich in Italien bleiben, sondern weiter nach Deutschland oder Skandinavien ziehen. Österreich hat die Alpen dicht gemacht und die Schweiz will auch niemanden rein lassen. In Como in Norditalien deutet sich schon ein zweites Idomeni an, wie in den Medien zu lesen ist.

Wann wird diesem Unfug endlich ein Ende gemacht? Die europäische Führung steuert Europa geradewegs ins Chaos, weil die Flüchtlinge in Europa festsitzen und niemand sie haben will. Jeder der denken kann, weiß dass dieser Weg nicht funktionieren kann dauerhaft.

Die EU sollte sich bei der Sicherung der MIttelmeers an Australien orientieren. So funktioniert Sicherung der Außengrenzen wirklich.

Kommentare (3)Schließen

  1. Autor Rosi Mörch
    am 30. August 2016
    1.

    Die Schlepper rufen kurz nachdem die Schrottboote aufs Mittelmeer geschickt wurden bei den entsprechenden Stellen (Marine) an und teilen mit, daß Flüchtlinge unterwegs sind. So läuft das.
    Die in Italien an Land gebrachten Afrikaner werden schnellstens nach D durchgewunken, denn da wollen sie hin. Auch die Schweiz winkt jeden Tag Tausende Flüchtlinge ins gelobte Land durch. Die ganze Handhabung hat schon System - genau wie im letzten Jahr auch.
    Die Asylstatistik des BAMF gibt bis Juli 468.000 Erstanträge an. Kann jeder nachlesen. Gleichzeitig schätzt Weise für das gesamte Jahr weniger als 300.000 Flüchtlinge. Soviel zur Wahrheit in diesem Land.

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