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Abstimmungszeit beendet
Autor Matthias Gruber am 14. März 2016
2859 Leser · 3 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Lösung der Flüchtlingskrise

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

den Türkei-Vorschlag des jüngsten EU-Gipfels haben Sie als "Durchbruch" gefeiert. Nicht nur aus meiner Sicht ist dieser Vorschlag völlig realitätsfern. Ich möchte nur zwei elementare "Fehler" dieses "Durchbruchs" nennen:
1. Er schafft null Anreiz für die Türkei den illegalen Grenzübertritt nach Griechenland und das Schlepperwesen zu bekämpfen. Je weniger Flüchtlinge nach Griechenland kommen, desto weniger Flüchtlinge werden der Türkei über Kontingente abgenommen.
2. Meines Wissens gibt es nicht ein Land außer Deutschland das bereit wäre Kontingente aufzunehmen, nichtmal Schweden und Frankreich wollen das.

Und nun mache ich Ihnen einen Vorschlag, wie die Lösung wirklich aussehen könnte:
Die Balkanroute und andere Fluchtrouten nach Westeuropa müssen zwingend geschlossen bleiben (werden). Das vermindert den Anreiz zur Flucht deutlich (siehe auch mein Artikel "diese Bilder brauchen wir"). Im Gegenzug muss die EU Griechenland und anderen stark betroffenen Ländern (Jorandien, Libanon) massive finanzielle und technische Unterstützung zukommen lassen, um die Flüchtlinge menschengerecht zu versorgen. Mit dem gleichen Geld, könnten dort mehr Flüchtlinge versorgt werden als in Westeuropa. Nicht nur das, ein weiterer extrem positiver Nebeneffekt wäre, dass die Wirtschaft in diesen Ländern durch den Bau von Unterkünften und Schulen, Sprachkurse, Versorgung mit Nahrung und Gesundheitsdienstleistungen etc., angekurbelt wird, ein Konjunkturprogramm als Nebeneffekt sozusagen. Die eine Krise (Finanzkrise in Griechenland), könnte quasi mit der anderen Krise (Flüchtlingskrise) bekämpft werden.

Ich hoffe, dass Anregungen wie meine zu Ihrem Beraterstab durchdringen.

Kommentare (3)Schließen

  1. Autor I. Schramm
    am 14. März 2016
    1.

    Ich persönlich bin da ganz bei Ihnen, ich fürchte nur, dass Ihre Vorschläge nicht zur Regierung durchdringen werden.
    Die Reaktion auf die Wahlergebnisse der AFD haben gezeigt, dass man weiterhin nicht die "Schuld" beim eigenen Handeln sucht, sondern an der jetzigen Flüchtlingspolitik festhält.

  2. Autor Matthias Gruber
    am 14. März 2016
    2.

    Ergänzend möchte ich noch anmerken: Geben Sie die von der Türkei geforderten 6 Milliarden Euro doch sinnvollerweise nach Jordanien, Libanon und Griechenland und verzichten Sie einfach vollständig auf den Türkei-Deal. Das hätte auch noch den positiven Nebeneffekt, dass man sich nicht von der Türkei abhängig macht oder diese gar in die EU aufnehmen muss.

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