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Abstimmungszeit beendet
Autor Leon Oe. am 29. Oktober 2012
9469 Leser · 3 Kommentare

Innenpolitik

Warum darf man erst ab 18 wählen?

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
warum darf man in Deutschland erst ab 18 Jahren wählen?
Sicher stimmt es, dass dann einige Jugendliche nur wählen gehen würden, um "cool" zu sein. Ich schlage deshalb vor, einen Politikwissenstest einzuführen, mit dem man, sollte man ihn bestanden haben, ab 16 wählen darf. Dies würde auch des reinen Spaßwählens vorbeugen. Ich denke, es ist besser, politikinterressierte Jugendliche wählen lassen zu dürfen, so könnte das Parlament erheblich verbessert werden. Wenn ich mir aktuelle Umfragen ansehe, in denen gefragt wird, warum Piraten-Wähler die Piraten wählen, kann ich nur mit dem Kopf schütteln: meh als die Hälfter deren, die die Piraten wählen, tun dies nur wegen der Abwechslung. Ich denke, ausreichend informierte und interessierte Jugendlichen können die Demokratie erheblich verbessern.

Deshalb, wie oben schon beschrieben, meine Frage:
Ist Wählen, nach erfolgreichem Politiktest, für Jugendliche ab 16, Ihrer meinung nach richtig oder falsch?

Mit freundlichem Gruß
Leon Öttl

Kommentare (3)Schließen

  1. Autor Rolf M. RUOFF
    am 11. November 2012
    1.

    Das Wahlalter sollte an das Alter der Strafmündigkeit gekoppelt sein.

    Denn solange man bei Straftaten Rabatt bekommt, wegen jugendlicher Unmündigkeit oder Unerfahrenheit, dann gilt diese Unmündigkeit und Unerfahrenheit auch in Bezug auf die Fähigkeit einen Politiker auszuwählen.

    Also zurück zum Wahlalter 21 !

    Und zu "cool": Seit Politiker versuchen "coole" Politik zu machen, treten sie regelmässig ins Abseits.

  2. Autor Helmut Krüger
    am 19. November 2012
    2.

    Ich glaube, es gehört schon eine Portion Mut dazu, den eben geäußerten Gedankengang zu äußern und das meine ich in der ganzen Bandbreite. Mut auch deshalb, weil angesichts der Tendenz, in einer Demokratie von möglichst Vielen gewählt werden zu wollen, derartige Gedanken fast immer unausgesprochen bleiben.

    Es mag Kritik daran geben, dass Beides - die Strafmündigkeit und die Wahlberechtigung - ja nichts miteinander zu tun hätten und dass dies Argument deshalb eher polemisch wäre und rückständig obendrein. Das glaube ich persönlich nicht, dass das so ist.

    Es ist der gleiche Personenkreis, dem auf der einen Seite die persönliche Verantwortung nicht voll und ganz zuerkannt wird - gewiss berechtigt - und dem auf der anderen Seite durchaus bescheinigt wird, sie wiederum zu haben.

    Es sei denn, Wahlen werden als etwas Unentscheidendes angesehen.
    Unentscheidender als Mord und Totschlag sind sie gewiss, unentscheidender als Diebstahl weiß ich nicht, gänzlich unentscheidend, das glaube ich nicht.

    Da sollte die Zuerkennung von Verantwortung und das Wahrnehmen von Rechten schon zusammengehen. Dies nicht als Ausschluss eines herabgesetzten Wahlalters gemeint, vielmehr als Be-Denken.

  3. Autor Detlef Bosau
    am 25. November 2012
    3.

    Ich denke, die Volljährigkeit (an die ist das Wahlalter letztlich gekoppelt) ist aus pragmatischen Gründen auf 18 Jahre gesetzt worden. Es sind die ganz praktischen Dinge, daß Studenten auch mal einen MIetvertrag abschließen müssen und Wehrdienst leistende einen Urlaubsantrag stellen müssen.

    Im Grunde ist dieses Alter trotzdem (was auch in der Möglichkeit, im Strafrecht im Einzelfall auf das Jugendstrafrecht zurückzugreifen IIRC) gewagt niedrig.

    Nun kann mir das persönlich egal sein, ich bin 49 Jahre alt, aber ich würde die Volljährigkeit im Zweitel eher nach oben korrigieren und was das Wahlrecht angeht: Da würde ich sogar noch zusätliche Schranken einziehen, z.B. einen Schulabschluß oder gar eine abgeschlossene Berufsausbildung.

    Es geht hier nicht nur um die Aufzählung von Wissen. Sondern es geht darum, daß Menschen verstehen müssen, was in politischen Fragen überhaupt behandelt wird - und da können wir von der Eurokrise bis zur aktuellen Beschneidungsdebatte gehen, die Mehrheit der Leute, mit denen ich in Kontakt bin, weiß hier überhaupt nicht, worum es geht und trifft Wahlentscheidungen nach Grinsefaktor und Sex Appeal der Kandidaten.

    Ja, ich sehe hier ein massives Defizit in unserer Demokratie.

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