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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Thorsten Heisig am 14. Dezember 2009
9017 Leser · 0 Kommentare

Arbeitsmarkt

400 € Job

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

ich bin 47 Jahre und ein Facharbeiter im Handwerk. Leider war ich lange Krank und wurde von der Deutschen Rentenversicherung umgeschult. Die Ausbildung dauerte 12 Monate. Aber alle meine Weiterbildungen nutzen mir nicht, weil Arbeitsplätze immer mehr von 400 € Kräften ersetzt werden. der Arbeitgeber Provitiert zunehmend von billigen Kräften, er spart sich die Sozialversicherungen und im Krankheitsfall bleibt der Arbeitnehmer auf der "Strecke", da er keine Lohnfortzahlung erhält. Zudem merkt er erst wenn er das Rentenalter erreicht hat, fast nichts einbezahlt hat und die Rente zum Überleben nicht ausreicht. Ich könnte noch viele Negative Beispiele nennen, aber darüber kann man viele Seiten schreiben.

Mein Vorschlag wäre, eine radikale Einschränkung der 400 € Jobs. Unternehmer dürften z.b. nicht mehr wie 5%, gemessen an den beschäftigten Mitarbeitern einstellen. So würden sich alle Sozialversicherungs Kassen füllen und Steuern wieder reichlich fliessen. Die Arbeitslosen Zahlen dürften dann auch fallen.

Mit meiner hier kurz gefassten Meinung, bin ich nicht alleine. Ich hoffe von Ihnen bald zu hören und wünsche Ihnen ein Gesundes Erfolgreiches Jahr 2010.

Mit freundlichen Grüßen

Thorsten Heisig

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 29. Januar 2010
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Heisig,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Zunächst möchten wir auf Folgendes hinweisen: Für die Arbeitgeber ist das Instrument der geringfügig entlohnten Beschäftigung keine besonders kostengünstige Form der Beschäftigung. Denn der Sozialabgabensatz liegt (außerhalb privater Haushalte) bei 28 Prozent. Also müssen andere als nur Kostenargumente für den Anstieg dieser sogenannten Minijobs mitentscheidend sein.

Zudem fehlen bislang genauere wissenschaftliche Befunde, ob Teilzeitbeschäftigung oder geringfügig entlohnte Beschäftigung tatsächlich sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung verdrängt hat. So ist in der zurückliegenden Aufschwungphase von 2005 bis 2008 die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit gestiegen. Die wachsende Bedeutung der Teilzeitbeschäftigung ist insbesondere auf die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen zurückzuführen. Teilzeitbeschäftigung erleichtert in vielen Fällen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Ziel der Bundesregierung ist es, Arbeitslose dabei zu unterstützen, rasch wieder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu finden. Das gilt insbesondere für diejenigen, die spezielle Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt haben – sei es aus gesundheitlichen Gründen oder wegen mangelnder Qualifikation. Deshalb hat die Bundesregierung das Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut.

Wir wünschen auch Ihnen ein gutes Jahr 2010, Gesundheit und viel Erfolg bei der Suche nach einer neuen Beschäftigung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung