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Autor Robert Kroiß am 14. November 2007
4519 Leser · 150 Stimmen (-7 / +143) · 1 Kommentar

Soziales

"Gerechtigkeit"

Sehr geehrte Frau Merkel,

mit Interesse habe ich Ihre Rede beim 21. IG Metall Gewerkschaftstag gelesen. Darin verwenden Sie sehr häufig das Wort "Gerechtigkeit", wenn auch in verschiedensten Zusammenhängen.

Dazu stellt sich für mich folgende Frage:
Wie definieren Sie Gerechtigkeit? Was ist Gerechtigkeit? Wer entscheidet und beurteilt, was Gerechtigkeit ist? Wessen und welcher Maßstab wird dabei von und für wen angesetzt?

Um meine Frage/n ein wenig mehr zu verdeutlichen, erlaube ich mir das ein oder andere Zitat aus Ihrer o. g. Rede anzuführen und auch mit Nachfragen zu kommentieren.

Zitat: "Gerechtigkeit ist mehr als die Summe aller Einzelinteressen."
Frage: Ist die angedachte Diätenerhöhung der Abgeordneten mehr als die Summe der Einzelinteressen und deshalb GERECHTfertigt?

Zitat: "Meine Damen und Herren, gerechte Politik, das ist gerechte Politik für heute, ist aber auch gerechte Politik für die, die nach uns arbeiten werden, gestalten werden und zu entscheiden haben."
Frage: Wurde dann "gestern" eine ungerechte Politik gemacht, wenn Sie heute gerechte Politik für "heute" und "morgen" machen?

Zitat: "Wie kommen wir zu einer gerechten Verteilung des im übertragenen Sinne "großen Brotlaibs"?
Frage: Was ist daran GERECHTigkeit, wenn die einen ständig den "großen und immer größer werdenden Brotlaib" backen und herstellen, während die anderen - welche gar nicht an der Herstellung des Brotlaibs beteiligt waren und sind - die Verteilung nach eigenem Ermessen und Gutdünken ( evtl. einer "eigenen" Gerechtigkeit folgend ) vornehmen? Gibt es demnach dann unterschiedliche GERECHTIGKEITen?

Erste Voraussetzung für GERECHTIGKEIT ist m. E., dass Worten auch Taten zu folgen haben und dass "man" zu seinem Worte steht. Jene Form von Gerechtigkeit, bei welcher "man" vergißt, was "man" gesagt hat (...was schert mich mein Geschwätz von gestern?...) kann wohl kaum als GERECHTigkeit an sich bezeichnet werden.

Aber wie gesagt/gefragt interessiere ich mich für Ihre Definition von GERECHTIGKEIT und freue mich auf Ihre Antwort.

MfG

Robert Kroiß

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Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Gerd Salewski
    am 19. November 2007
    1.

    Gerechtigkeit: (lateinisch: iustitia) ist einer der Grundbegriffe der Ethik - der Lehre des (guten) menschlichen Handelns.
    Gerechtigkeit: Ist ein zentraler Grundwert und oberstes Ziel des Rechtsstaates, das als Ordnungs- und Verteilungsprinzip (Diäten) immer wieder neu bestätigt und angewandt werden muss.
    Auf diesem Baustein der Antworten aus der Presseabteilung bin ich schon gespannt.
    Hoffe nur, der Bericht kommt auch bis dahin, sonst erfahren wir es doch nie.

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