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Abstimmungszeit beendet
Autor Fabian Borghoff am 02. Januar 2014
5917 Leser · 8 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Ablehnung der Deutschlandfahne

Sehr geehrte Frau Merkel,

ich habe in einem Jahresrückblick gesehen, dass Ihnen ein Parteikollege am Abend der Wahlergebnisse eine kleine Deutschlandfahne zum Jubeln herüber reicht. Sie nehmen diese und packen sie beiseite. Ihre Mimik lässt darauf schließen, dass sie dies für unangemessen halten.

Hierzu meine Frage: "Stimmt es, dass Sie das Schwenken der Deutschlandfahne in diesem Zusammenhang für unangemessen halten? Und wenn ja, warum?"

Über Ihre Beantwortung meiner Frage würde ich mich sehr freuen.

Mit bestem Gruß
Fabian Borghoff

Kommentare (8)Schließen

  1. Autor Helmut Krüger
    am 03. Januar 2014
    1.

    Sehr geehrter Herr Borghoff,

    wenn es so ist, wie Sie hier schreiben, dann kann ich in dem Fall Angela Merkel als Mensch und als Bundeskanzlerin nur Beifall zollen. Nicht weil ich oder weil sie die Deutschlandfahne angeblich nicht mag, sondern weil ein Jubeln MIT HILFE der Deutschlandfahne in diesem Zusammenhang völlig unpassend ist.

    Es ist kein Sieg für Deutschland, wenn diese, jene oder eine ganz andere Partei rechnerisch einen Sieg einfährt, es ist ein "Sieg" oder eine "Niederlage" für diese oder jene Partei. Mehr ist es nicht und alles andere würde von eigener Überhöhung künden oder es wäre eine Indienststellung eines ganzen Landes für eine Partei oder für einen Kandidaten.

    Dadurch unterscheidet sich dieses Land sehr wohltuend sowohl von den USA als auch von Russland oder von Oligarchen in so bezeichneten Dritte-Welt-Ländern, die sich "und ihren zugelegten Wahlverein" schon gleich für das ganze Land halten.

    Das Erste, was ich völlig unabhängig von dem eben Geschriebenen für wichtig hielte, wäre das pure Selbstverständnis über die Herkunft der Farben Schwarz, Rot und Gold im Rahmen des Vormärzes, also jenen Jahren 1842 - 1848. Jeder Franzose weiß Bescheid über Blau, Weiß und Rot, "wir" wissen fast nichts.

    Mit freundlichen Grüßen
    Helmut Krüger

  2. Autor Erhard Jakob
    am 11. Januar 2014
    2.

    Helmut,
    .
    also *wir* haben in der Schule sehr
    viel über die Natitonalfarben
    *SchwarzRotGold*
    gelernt.
    .
    Allerdings wird das in jedem Regim
    anders gedeutet. Und somit bringt
    das gar nichts, wenn wir heute
    etwas darüber lernen. Morgen
    kann das schon wieder ganz
    anders aussehen.

  3. Autor Helmut Krüger
    am 12. Januar 2014
    3.

    Erhard,

    ich denke anders als in Frankreich mit Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit (wäre ja eigentlich die Zusammenstellung Weiß-Blau-Rot), ist es bei der deutschen Trikolore nicht so eindeutig mit den Farben.

    Die Urmutter hängt ja im Stadtmuseum von Jena, die dann nächste Ausgabe m. W. im großen Saal der Wartburg, der denn von seinen Proportionen und von seiner Ausgestaltung her zum Vorbild wurde für weitere derartige Säle.

    Wäre nun tatsächlich spannend, wie eng definiert und in welcher Spannweite definiert sich ein Politikunterrricht auf die jeweligen Farben bezieht. Pulver ist schwarz, Blut ist rot, golden flackert die Flamme, ist eher der schlachtenmäßige Zugang, genauso wie die Farbe(n) der Uniformen der Lützowschen Freikorps gegen Napoleon, einschl. Stiefel und Knöpfe, das goldene Eichenlaub schräg von unten wachsend, auf fast lilarotem Grund bei schwarzem Blockstreifen wäre die figürliche und etwas naturalistische Darstellung.

    Worauf und woraus beziehen?
    Deutsch zu sein wird entweder immer noch bezogen auf einschlägige Deutschtümelei eines Besseren, was allerdings die 1 - 10 % Glatzköpfe vor Ort ausmacht, es wird bezogen auf die fußballerischen oder auf die wirtschaftlichen Erfolge als Überlegenheit gegenüber den anderen. Als kulturelles Selbstverständnis, das mit Überlegenheit oder Unterlegenheit gar nichts zu tun hat, kommt es selten daher.

    Diese Bemerkungen betreffen allerdings das Gemeinte von Florian Borghoff offenbar nur am Rande. Wahlkampf und der prozentuale Zuspruch oder Nichtzuspruch INNERHALB eines Landes sollte jedenfalls mit einer ausgesprochenen Siegermentalität, damit schon DAS GANZE LAND repräsentieren zu wollen, nichts zu tun haben.

  4. Autor Erhard Jakob
    am 15. Januar 2014
    4.

    Vor allem hat *Schwarz/ROT/GOLD*
    nichts mit kahlköfigen Menschen
    zu tun!
    .
    Eher hat es etwas mit den Uniformen
    der *Lützower* zu tun.
    .
    Wir haben es etwas so gelernt.
    .
    Erst ging es den Menschen schlecht (Schwarz).
    Mit dem Blut der Arbeiter (Rot) wurde eine bes-
    sere Gesellschaftsordnung geschaffen. Nun
    sollen bessere Zeiten (Gold) kommen.
    .
    Ganz sicher werden die Farben
    heute wieder ganz anders
    gedeutet.

  5. Autor Erhard Jakob
    am 16. Januar 2014
    5.

    Man kann das Pferd auch ganz anders
    >und zwar wie folgt< aufzäumen:
    .
    Es gab die *Goldenen Zwanziger* (Gold).
    Nach den Braunen kamen die Roten
    (Rot). Jetzt sehen wir einer
    schwarzen Zukunft entge-
    gen (Schwarz).
    .
    Andere deuten die Farben
    wieder ganz anders.

  6. Autor Helmut Krüger
    Kommentar zu Kommentar 5 am 16. Januar 2014
    6.

    Dann sprechen Sie jetzt den so bezeichnete "vulkanischen Impuls" angeht, geehrter Erhard Jakob ...

    ... dass immer etwas erodieren oder explodieren muss, um anschließend zu erkalten.

    Vielleicht haben wir - wir gesellschaftlich als Deutsche - es bislang kaum geschafft, jenseits von Schutt und Asche wesentliche Veränderungen im Land herbeizuführen. Die friedliche Veränderung in Ostdeutschland 1989/90 dabei als rühmliche Ausnahme.

    Vielleicht gilt es aber auch, von verHEISSenen Vorstellungen schlichtweg zu lassen, durchaus nicht erkaltet im Sinne ordnungsrechtlicher bloßer Verfügungen, sondern mit INNEREM und persönlichen Herzblut.

    Kaum war ich mehr von Freude erfüllt, als die Kinder des alternativen Spektrums bei der Übertragung der beiden Fußball-Weltmeisterschaften sich völlig unbefangen schwarz-rot-goldene Farbe ins Gesicht malten. Die Eltern dabei keineswegs erbost, wie es noch vor 20 oder 30 Jahren der Fall war und wie das jetzt nur noch bei den ausgesprochenen Hardcore-Anti-Nationalisten der Fall ist.

    Der unbefangene, spielerische Umgang damit täte uns gut. Befremdlich finde ich nur, wenn Menschen mit stolz geschwellter Brust und durchgedrückten Knien zu irgendeiner Fahne hochblicken, sie als politisches Beutegut betrachten oder - fast schon als pures Gegenteil dazu - sich gedankenlos auf den Nationalfarben in Form eines Sitzkissens den Hintern breitsitzen.

  7. Autor Christian Adrion
    am 23. Januar 2014
    7.

    Ablehnung der Nationalflagge gibts nur in Deutschland. In den USA, Russland, Dänemark oder der Türkei wär dies undenkbar. Der Präsident oder die Präsidentin wären ihr Amt los.
    Für diese Fahne ließen Tausende junger Menschen in den Befreiungskriegen, vom napoleonischem Joch, 1813 ihr junges Leben. Ihre Uniformen waren Schwarz, Rot, Gold. Die Bundeskanzlerin sollte mal drüber nachdenken.

    Christian Adrion

  8. Autor Christian Adrion
    Kommentar zu Kommentar 1 am 23. Januar 2014
    8.

    Mal eine Frage. Wenn es so ist wie Sie da sagen, warum wedeln dann Franzosen, Amerikaner oder Türken bei jedem Wahlsieg egal welcher Partei mit der Nationalflagge. Es sind keine Parteiflaggen die dort wehen.
    Aber Sie haben natürlich eine anerzogenen Deutschlandhass, stimmts?
    Ich bin heilfroh in der DDR erzogen worden zu sein. Gott sei Dank!!

    Christian Adrion

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