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Abstimmungszeit beendet
Autor A. Terranova-Jaber am 22. Juli 2009
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Familienpolitik

alleinerziehend seit 9 Jahren

Hallo,

ich bin zur Zeit ziemlich ratlos, darum habe ich mich im Internet nach "Gelichgesinnten" deren Meinungen und Situationen umgesehen.

Im Jahr 2000 habe ich mich mit jungen 23von meinem Mann getrennt. Seit 2001 sind wir geschieden. Es war immer ein heftiges Hin und Her. Für mich stand von Anfang an fest, ich muss mein Leben in die Hand nehmen und was tun, damit ich für mich und meine Kinder sorgen kann. Habe damals halbtags eine 3-jährige Umschulung zur Informatikkauffrau mit zwei Kleinkindern gestartet, die ich mit Hilfe der Familie und Großeltern gut gemeistert und abgeschlossen habe. Dann war ich ein Jahr arbeitslos, bis mich mein Vorgesetzter aus meinem damaligen Praktikumbetrieb anrief und fragte, ob ich nicht Interesse hatte halbtags anzufangen. Mir standen die Tränen in den Augen und ich hatte natürlich (nach etlichen Absagen die ich auf meine vielen Bewerbungen bekam) sofort zugesagt. Halbtags war´s perfekt auch wenn das Geld nicht gerade zum Leben reichte. Ich konnte Nachmittags für meine Kinder da sein. Nach ca. 8Monaten kam dann die Meldung meine Stelle wird in eine Ganztagsstelle umfunktioniert und so blieb mir (trotz Angst es nicht alles unter einen Hut bringen zu können) auch hier wieder nichts anderes übrig als anzunehmen. Besser wie arbeitslos sagte ich mir. Nun arbeite ich seit 2005 ganztags, habe das bis jetzt soweit hinbekommen obwohl es schon immer ein Kraftakt war.
Ich bin heute 32 Jahre alt, meine Kinder 13 und 10 fordern natürlich auch ihren Tribut und ich sehe mich inzwischen fast antriebslos. Denn das ich von meinem Ganztagsgehalt nur das Notwendigste zahlen kann, nachdem quasi die Hälfte meines Gehaltes für Miete ergo Unterkunftskosten draufgeht, habe ich viel Zuversicht verloren. Mein Ex-Mann ist seinen Unterhaltszahlungen für die Kinder nie nachgekommen. Ich bekomme natürlich auch Kindergeld und diesen sogenannten Unterhaltsvorschuss für Gerningverdiener von der Familienkasse.

Leider komme ich dennoch nicht zurecht, kann mir keine Betreuung für die Kinder leisten und wurde auch hier von dem Jugendamt bisher unterstützt was die Betreungskosten angeht. Jetzt ist es wohl so, dass ich mir "angeblich" leisten kann selbt einen für mich unerbringbaren Betrag (Eigenanteil) zu zahlen. Ich frage mich wie ich das schaffen soll. Eine Betreuung für meine Kinder ist nach wie vor notwendig. Nächstes Jahr kommt mein Sohn in eine Weiterführende Schule, somit fällt die Betreuung (druch die Ganztages-Grundschule) auch weg. Ich sehe der Zukunft mit bangen entgegen und fühle mich oft trotz Vollbeschäftigung ziemlich Machtlos und ohne Perspektive. Als Alleinerziehende Frau einen besser bezahlten Job zu bekommen ist auch nicht wirklich einfach wie ich feststellen musste.

Was kann ich tun. Gibt es Hoffnung? Fühle mich oft wie gelähmt, überfordert und trotz meines sonst so optimistischen ruhigen Gemütz sehr reizbar.

Besonders wenn man sieht, das Menschen die nicht arbeiten, vom Staat unterstützt werden, finanziell besser da stehen und ganz viel Zeit haben, die sie mit ihren Kindern verbringen und in sie investieren können.

Bin dankbar über jeden Lichtblick und sei er noch so klein!