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Beantwortet
Autor P. Gellings am 16. März 2011
14398 Leser · 5 Kommentare

Umwelt und Tierschutz

Alternative Energien aus Wasserkraft

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin.

Ich würde Ihnen gern eine Frage stellen:

Was würden Sie machen, wenn Ihnen ein Konstrukteur sagt, dass es mit einer neuen Methode möglich ist, bis zu 75 % (wahrscheinlich mehr) mehr Elektrische Leistung aus einem Wasserkraftwerk zu generieren?

Atomstrom wäre dann gänzlich überflüssig?

Als Gegenüberstellung führe ich die leistungsstärksten Kraftwerke an:

Atomkraft: Brokdorf: Brutto 1480 MW
Windpark Reußenköge: Brutto 135 MW
Wasserkraftwerk Goldisthal: Brutto 1060 MW
mit meinem System plus ca. 795 MW = 1855 MW

Wäre das nicht eine Zahl, über die man nachdenken sollte, auch wenn man Erfinder nicht mag?

Was Wasserkraft kann, sieht man an ITAIPú am Paraná mit einer Kapazität von 12600MW, es verstrahlt nicht, kann theoretisch keine Millionen umbringen und die Erde unbewohnbar machen. Bei 12600 MW ist ein Atomkraftwerk doch beschämend klein, aber millionenfach gefährlicher!

Auch wenn " Experten" sagen, die Wasserkraft ist nicht mehr in Deutschland ausbaubar, so gebe ich zu bedenken, dass es immer auf das "wie" ankommt und dafür bin ich zuständig, das kann ein Ingenieur nicht.

Außerdem dürfen Sie bei Windrädern nie den Schlagschatten vergessen, würden Sie gern den ganzen Tag ein Stroboskop um sich haben? Aber auch dabei gibt es andere Möglichkeiten, was wird das wohl sein?

Außerdem gibt es vielfältige Möglichkeiten aus der Natur Energie zu generieren, Test sind weltweit am laufen, wie da wären: Wellenkraft, Gezeiten, Temperaturunterschiede im Meer etc. Bei Solarstrom ist das Gelbe vom Ei noch nicht ganz gefunden, dass kann ich Ihnen als Erfinder versichern.

Wozu also auf einer Zeitbombe sitzen?

Mit freundlichen Grüße
Peter Laurent Gellings

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 21. April 2011
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Gellings,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Es ist richtig, dass es vielfältige Möglichkeiten gibt, aus der Natur Energie zu gewinnen. Jedoch lassen sich nicht alle gleich effizient nutzen. Es kommt daher auf den Energiemix an, um eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung zu erhalten.

So sind in Deutschland beispielsweise die Möglichkeiten, mit Wasserkraft Energie zu gewinnen weitgehend ausgeschöpft. Allerdings gibt es eine Technologie, die noch im Anfangsstadium ist: die Nutzung der Meeresenergie. Sie schlummert vor allem in den Gezeiten. Aber auch Wellen und Meeresströmungen könnten zur Stromerzeugung dienen.

Als beispielhaft für international angelegte Forschungsvorhaben gilt das britisch-deutsche Projekt Seaflow. Mit einer Technologie, die an die Meeresverhältnisse angepasst ist, nutzen die Forscher dabei die Gezeitenströmungen vor der Küste Cornwalls zur Stromerzeugung. In Deutschland selbst lohnt sich diese Form der Energiegewinnung nicht, da das Wasser nicht tief genug ist und die Strömungen in Nord- und Ostsee nicht genug Energie liefern würden. Bei der Entwicklung dieser neuen Technologien setzt Deutschland vor allem auf einen Know-how-Vorsprung für den Export. Deshalb fördert das Bundesumweltministerium die Forschung und Entwicklung der deutschen Projektpartner.

Von besonders hoher umwelt- und energiepolitischer Bedeutung ist für die Bundesregierung die Windenergienutzung mit seegestützten Anlagen. Bis 2020 sollen die erneuerbaren Energien mindestens 20 Prozent des Stromverbrauchs decken. Danach soll ihr Anteil kontinuierlich weiter steigen: bis auf 50 Prozent 2050. Wesentlichen Anteil daran sollen die neuen Offshore-Windenergieanlagen haben.

Aber auch den Speichertechnologien fällt eine immer größere Bedeutung zu. Bisher am weitesten verbreitet sind Pumpspeicherkraftwerke. Auch das gut speicherbare Biogas ist geeignet, die schwankende Stromerzeugung aus Wind und Sonne auszugleichen. Mit neuen gesetzlichen Regelungen verstärkt die Bundesregierung die finanziellen Anreize, Biogas in sogenannten Starkwindzeiten zwischenzulagern, um bei Flaute als Energielieferant bereitzustehen.

Viele Speichertechnologien sind theoretisch bereits möglich, aber noch nicht alltagstauglich. Die Bundesregierung verstärkt daher die Erforschung neuer Speichertechnologien, um sie schneller zur Marktreife zu führen – etwa Druckluftspeicher, Wasserstoffspeicher und aus Wasserstoff hergestelltes Methan sowie Batterien für Elektrofahrzeuge.

Weitere Informationen zur Energieforschung finden Sie unter: http://www.bundesregierung.de/nn_774/Content/DE/Statische...

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (5)Schließen

  1. Autor Renate Michalowski
    am 17. März 2011
    1.

    Sehr geehrter Herr Gellings,habe ihr Anschreiben "Alternative Energie aus Wasserkraft" an Frau Merkel mehrmals gelesen.Das Konzept,was sie im Hinterkopf bzw. schon teilweise hier niedergeschrieben haben ist genial und ich hoffe,das die Antwort von Frau Merkel positiv ausfallen wird,wenn nicht ist der Mensch nichts mehr Wert,sondern nur noch das große Geld ,was der Frau Merkel und wer sonst noch daran beteiligt ist wichtiger ist als ein Menschenleben.Ich hoffe,das dieses Konzept finanzierbar ist und die Menschen die es in den Haushalten beziehen auch zahlen können.

    Gruß R.Michalowski

  2. Autor Peter Laurent Gellings
    Kommentar zu Kommentar 1 am 22. März 2011
    2.

    Sehr geehrte Frau Michalowski.
    Danke für Ihre Unterstützung. Als ein etwas ungewöhnlicher Erfinder
    ( 42 Erfindungen allein im Umweltschutz, Schiffantriebe etc.) habe ich genauso Probleme/Umstände wie damals Galileo, es hat sich also nicht geändert.
    Ich kann aus der Wasserkraft noch mehr herausholen, Ingenieure haben nunmal eine gewisse geistige Reichweite haben,
    Ich versuche Umweltschutzerfindungen Erfindungen zu machen, die der Industrie ..angenehm sind und Geld bringen, anders ist Umwelt- schutz heutzutage nicht machbar.
    Politiker wie Gabriel oder Röttgen haben es nicht nötig wenigstens einmal zu antworten! Es ist ihnen offensichtlich egal.

    !00 Milliarden für Banken aber keine 15.000 für einen wichtigen Prototypen der einige 10.000 Arbeitsplätze schaffen kann.
    Wo ist da die Kosten/Nutzen Analyse.
    Ich habe der japanischen Botschaft einige Vorschläge unterbreitet, scheitert es wieder an der üblichen Arroganz.
    Ich bin wirklich ein Erfinder marke Edison, sehr seltene Pflanze, aber nützen tut mir das rein gar nichts und ein Showtalent habe ich nicht!
    Wie abstrakt das Ganze ist, sieht man schon daran das kein AKW
    ( nach meinem Wissen ) einen Kabelferngesteuerten Radlader oder Löschwagen für den Ernstfall verfügt,.... wird schon nichts passieren!
    Das sagte auch der Pubertäre, der zu Fuss über eine Autobahn ging, es ging alles gut, bis zu dem Zeitpunkt, wo ein Auto was dagegen hatte, da half im aber keine neue Erkenntnis, zu spät.
    Ferngesteuerte Maschinen könnten viel dichter an den Reaktor und wären effektiver als ein Mensch das unter diesen Umständen wäre.
    Man schickt lieber Menschen rein, sowie in Japan.
    Wie schon angedeutet, effektive Erfinder meiner Art sind der Bundes- regierung und Ämtern unangenehm, ich habe keinen Dr, Titel, also kann das was ich sage ja nur Unsinn sein.
    Ich danke Ihnen noch einmal für die geistige Unterstützung, die mir gutgetan hatt.
    Viele Grüße Peter L. Gellings

  3. Autor Karl Eduard Schmidt
    am 03. April 2011
    3.

    Hallo, ich gucke fast immer hitec und nano auf 3sat. Man kann Strom gewinnen aus Fischteiche und Kleinstkraftwerke mit einer Staumauer von etwa einen Meter. Kleinkraftwerke mit einer zwei Meter Staumauer ist in Entwicklung bei Institute und Angler akzeptieren die Fischfreundlichkeit. Die Schweizer bauen nun Versuchsanlagen von Windkrafträder ab die deutlich effektiver arbeiten wie in Deutschland durch bessere Aerodynamik. Die Landschaft wird weniger verschandelt und brauchen weniger Pflege. Schon früher fragte ich die Bundeskanzlerin weshalb Silan Motoren nicht unterstützt werden trotz ausgereifter Forschung. Ausgerechnet die Grünen blockieren Technik von unabhängigen Wissenschaftlern ausserhalb der Ideologie Lobby. Umweltschutz geht nur über höheren Rechtsnormen oberhalb inter/nationalen Gesetze. Jede Partei denkt nur an die Selbstdarstellung und bekämpft höhere Vorschriften aus deren Fehlverhalten. Die Energiewende läuft neben der Politik durch Menschen mit gesunden Verstand.

  4. Autor Karl Eduard Schmidt
    Kommentar zu Kommentar 2 am 03. April 2011
    4.

    Hallo, ein Atomkraftwerk Prüfer erklärte mir die Macht der Atomlobby. Da kann man wirklich einen Spielfilm drehen ähnlich wie bei den Erfinder Dr. Plichta für Silan Motoren. Ohne Ideologie läuft auch bei den Grünen nichts trotz angeblicher Bürgernähe. Die Politik lernt weniger aus den Fehler wie damaligen Staatsmächte und die Regierenden akzeptiert noch nicht einmal mehr die Allgemeingültigkeit..
    Die Lösung gegen solche Strukturen ist eine Entmündigung für konzentrierte Kräfte der Mündigkeit.
    Während der Wiedervereinigung Deutschland gab es gute Kräfte der Wissenschaft doch Gehirnakrobaten diktieren nun das Geschehen. Soziale Gerechtigkeit wird es so nie mehr geben und somit keine schnelle Kehrtwende in der Energieversorgung in höherer Lebensqualität. Viel Spass noch hier auf der Webseite

  5. Autor Erhard Jakob
    am 09. April 2011
    5.

    Fachleute können sicher mit der riesigen Menge an Energie,
    welche die Sonne, der Wind und das Wasser hergibt,
    die Erde ganz sicher mit genügend
    Strom versorgen.
    .
    Doch, das ist mit Sicherheit nicht im Sinne
    der reichen und somit mächtigen
    *Atom-Strom-Heuschrecken.*
    .
    Hier werden auch Regierungen
    wenig ausrichten können.
    .
    Schließlich wird unser Schicksal auf der Erde
    nicht von ehrlichen und aufrichtigen
    Politikern bestimmt sondern von
    den Reichen und somit tat-
    sächlich Mächtigen.

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