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Beantwortet
Autor Bea Schmidt am 22. Mai 2012
7911 Leser · 0 Kommentare

Arbeitsmarkt

Altersdiskriminierung: Bildungskredite auch für Senior-Azubis bitte!

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

Wieso ist es nicht möglich, dass auch ältere Menschen, die noch einmal eine Ausbildung machen und Qualifizierung erwerben möchten, einen Bildungskredit bekommen? Ich selbst bin 48 Jahre alt und möchte auf dem zweiten Bildungsweg eine gute Qualifizierung erwerben als Diätassistentin. Ich möchte weder von der Hartz-Behörde abhängig sein, noch eines Tages von einer Minirente in Altersarmut leben müssen.
Durch meine Kindererziehungszeiten mit besonderen Kindern (Asperger, ADS) habe ich keine Zeit in mein eigenes Fortkommen stecken können und könnte fortan nur in Hilfsjobs arbeiten. Putzen kann ich mit meiner Arthrose und Fibromyalgie nicht, im Call Center bin ich nur noch auf den Zahnfleisch gegangen (davon abgesehen kann man von dem Gehalt nicht leben), ich möchte eine neue Qualifizierung erwerben und mir Wissen aneignen, um davon in drei Jahren leben und Steuern bezahlen zu können. Ich möchte eine schulische Ausbildung machen und benötige hierfür einen Bildungskredit, für den ich leider schon ZU ALT bin...?! Bitte machen Sie es möglich, dass ältere Arbeitnehmer eine schulische Ausbildung machen können und Bildungskredite bekommen. Was Sie den Leuten in ALG II ausbezahlen, könnten Sie ebensogut in gute Bildung investieren, damit meine ich nicht "Maßnahmen" in JobCentern, die im Endeffekt den Steuerzahler mehr kosten, als ein Bildungskredit, den der SeniorAzubi eines Tages zurückbezahlt. Bitte denken Sie doch auch an die älteren Menschen, die noch einmal neu durchstarten möchten und dafür aber auch ein Darlehen wie Senior-Bafög benötigen. Wir sollen ja schließlich auch "lebenslang lernen"!

Mit den besten Grüßen,

Bea Schmidt

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 04. Juli 2012
Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Schmidt,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Investitionen in Bildung und Forschung haben für die Bundesregierung oberste Priorität. Das zeigen die Ausgaben für Forschung und Bildung. Sie sind gegenüber 2011 um elf Prozent auf 12,9 Milliarden Euro gestiegen.

Weiterbildung ist angesichts des Fehlens von Fachkräften immer wichtiger. Die Bundesregierung unterstützt Weiterbildung mit vielfältigen Programmen. Einige davon unterliegen allerdings Altersbeschränkungen: der Bildungskredit wird nur bis zum Höchstalter von 36 Jahren vergeben. Beim Bafög liegt die Altersgrenze bei 30 Jahren, bei Masterstudiengängen bei 35 Jahren.

Das Aufstiegsstipendium ist dagegen an keine Altersgrenze gebunden. Es umfasst derzeit 650 Euro im Monat plus 80 Euro Büchergeld. Dazu kommt ein Zuschuss für Kinder.

Für Berufsrückkehrer kann die Agentur für Arbeit eine Weiterbildung finanzieren. Eine Weiterbildung kann auch als notwendig anerkannt werden, weil ein Berufsabschluss fehlt. Voraussetzung für entsprechende Hilfen ist eine Beratung durch die Arbeitsagentur.

Eine gute Vorbereitung für eine solche Beratung bietet die BA-Datenbank Kursnet. Mit 350.000 Angeboten ist sie Deutschlands größte Datenbank im Bereich beruflicher Aus- und Weiterbildung. Sie informiert kostenlos und aktuell über berufliche Weiterbildungsmöglichkeiten. Weitere Informationen unter : http://kursnet-finden.arbeitsagentur.de/kurs/ Berufsfachschulen großer Hotelkonzerne bieten übrigens auch Stipendien für den Beruf an, den Sie anstreben.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung