Liebe Besucherinnen und Besucher,

seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Elisabeth Börker am 27. August 2010
10793 Leser · 0 Kommentare

Innenpolitik

Bahnprojekt Stuttgart 21

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel,

folgende Fragen bitte ich Sie mir zu beantworten

1. Frage: Warum dürfen Teile des unter Denkmalschutz stehenden Bahnhofs abgerissen werden?

2. Frage: Der Boden in Stuttgart ist für einen Tiefbahnhof nicht geeignet. Siehe Gutachten von Ingenieurbüro Smoltczyk & Partner von 2003. Frei Otto, Mit-Architekt von Stuttgart 21 sieht unter anderem Gefahr von Überschwemmungen – es geht um Leib und Leben. Der Tübinger Geologe Jakob Sierich ein Spezialist für Anhydrit und gipsführende Erdschichten erklärt:“Bei Stuttgart 21 geht es nicht um Risse in Häusern, es geht um mögliche Krater, in denen Häuser verschwinden können“. Können wir nicht aus den Katastrophen lernen? Beispiel Freiburg, Köln... Aktuelles Beispiel: In Stuttgart –Ost, Ameisenberg wurde ein Bohrloch stillgelegt, da erneute Wasseraustritte am Hang nicht ausgeschlossen werden können. Baubürgermeister Matthias Hahn hat das gegenüber der Stuttgarter Zeitung bestätigt. Die Bürger haben Angst vor dem Abrutschen des Hangs.

3. Frage: Warum wird in der Öffentlichkeit immer noch mit falschen Zahlen argumentiert? Das Bundesumweltamt schreibt im Gutachten Schienennetz 2025/2030, Punkt 6.4.2 Abs. 12 „Nach konservativer Schätzung halten wir es für unmöglich, die Kosten unter 4 Mrd. EURO zu halten. Zusammen mit S 21 zeichnen sich Gesamtkosten von mindestens 9 Mrd. Euro ab. Ggf. bis zu 11 Mrd. Euro.“

4. Frage: Können Sie da ein weiteres Milliardengrab befürworten, wenn das eingenommene Geld nicht einmal reicht die Zinsen aufzubringen? Die Höhe der Staatsverschuldung beträgt 1.771 Milliarden Euro. Der Staat sollte mit seiner Zahlungsmoral und somit auch mit der Freigabe der Mittel ein Vorbild sein. In Pakistan verhungern die Menschen. Denen zu helfen ist wichtiger, als einen unnötigen, zerstörerischen Bahnhof zu bauen, der wenn es mal stehen sollte, ein Milliardengrab wird. Bsp. Engelbergtunnel: hier reichen selbst 3 m dicke Stahlbeton-Tunnelwände um die Erderhebungen zu verhindern. Der Tunnel in der Nähe von Stuttgart wurde erst 1999 eröffnet und wird zur Zeit für ca. 1 Mio. Euro renoviert. Frage: Können Sie S 21 bitte stoppen?

5. Frage: Können Sie sich dafür einsetzen, dass der Schloßpark und der Rosensteinpark in die Liste des Unesco Weltkulturerbe eingetragen wird? Hier stehen Hunderte mehr als 200 Jahre alte Bäume! Der Park ist in Größe und Schönheit mit dem Park Weimar mindestens vergleichbar. Der ist bereits als Unesco Weltkulturerbe eingetragen.

6. Frage: Setzen Sie sich dafür ein, dass das zweitgrößte Mineralwasservorkommen von Europa nicht durch Tiefbohrungen und 30 km Tunnel verunreinigt wird?
Der Arbeitskreis für Wasserwirtschaft hat bereits 1994 Risiken festgestellt. Der AWW befürchtet Auswirkungen auf das Mineralwassersystem, wenn in das Grundwasser eingegriffen wird. Alle Baukörper greifen aber mit Ihren Fundamenten tief und dauernd in das Grundwassersystem ein. Besonders der quer zur Strömung im Nesenbachtal liegende geplante neue Tiefbahnhof. Im Stadtgebiet ist das höher gelegene Grundwasser mit Schwermetallen, Kohlenwasserstoffen und anderen Giften verseucht. Jede Baugrube lässt es näher an die tiefer gelegenen Quellen herantraten. Dolinen werden durch das Auslaugen des Muschelkalks durch das Mineralwasser weiter entstehen. Sie können das Grundwasser in das Quellwasser leiten oder das Quellwasser wird in die Höhe gedrückt. Einmal verseucht sind die Quellen für immer zerstört. Es ist nur ein Beispiel der vielen möglichen gefahren. Warum werden die Heilquellen nicht geschützt? Quelle: Dr. Med. Godhard M.Huseman, Stuttgart.

Bitte um Beantwortung meiner Fragen, sofortigen Baustop und Volksentscheid wegen Publizierung falscher Tatsachen.

Mit freundlichen Grüßen

Elisabeth Börker

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 05. Oktober 2010
Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Börker,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir auf unsere ausführliche Antwort an Herrn Thomas Schüller in der 34. Kalenderwoche ( http://www.direktzu.de/kanzlerin/messages/27132 ) verweisen, denn an unserer Position hat sich seitdem nichts geändert.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung