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Beantwortet
Autor Manfred Drieling am 18. April 2016
4187 Leser · 1 Kommentar

Wirtschaft

Bedeutung der Pumpspeicherwerke

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

ich bitte Sie mir mitzuteilen, welchen Stellenwert die Pumpspeicherwerke (bestehende und neue) im Rahmen der Energiewende für die Bundesregierung besitzen?

Hintergrund der Frage ist das offensichtliche Missverhältnis zwischen geförderten Solar- und Windstrom und dem um Existenz ringenden Pumpstrom, der einen wirtschaftlichen Betrieb der PSW nicht möglich macht.

Was soll nach Meinung der Bundesregierung nach dem Ausstieg aus der Kernenergie, der Steinkohle, der Braunkohle, der Gasturbinenkraftwerke und der Pumpspeicherwerke übrig bleiben?

Soll Deutschland seinen Strom dann im Ausland kaufen und macht sich damit gerade in Bezug auf Sicherung der Netzstabilität abhängig oder sind für bestehende Pumpspeicherwerke Planungen oder Maßnahmen vorgesehen, die einen auskömmlichen Betrieb sichern und damit ihren Beitrag an der Energiewende leisten können?

Mit freundlichen Grüßen
M.Drieling

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 13. Mai 2016
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Drieling,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Wie Sie wissen, gibt es viele Möglichkeiten, Energie aus der Natur zu gewinnen und zu speichern. Das Energiekonzept der Bundesregierung sieht daher vor, dass bis 2035 etwa 55 bis 60 Prozent und bis 2050 rund 80 Prozent unseres Stroms aus erneuerbaren Energien stammen sollen. Dabei werden Wind- und Sonnenenergie die Hauptanteile stellen.

Die erneuerbaren Energien konnten in den letzten Jahren deutlich zulegen; sie kamen 2015 auf einen Anteil von fast 33 Prozent am Gesamtstromverbrauch. Bei allen Vorteilen der erneuerbaren Energien bleibt ein wesentlicher Nachteil: Wind und Sonne stehen mitunter nicht zur Verfügung, wenn viel Strom benötigt wird. Oder aber sie liefern zu viel, wenn wir wenig brauchen. Man kann die „natürlichen Kraftwerke" aus Sonne und Wind nicht beliebig bei Bedarf ein- oder ausschalten.

Speichertechnologien gewinnen deshalb immer größere Bedeutung. Bisher am weitesten verbreitet sind Pumpspeicherkraftwerke. Allerdings eignen sich sind für solche Anlagen hierzulande nicht viele Plätze.

Viele Speichertechnologien sind theoretisch heute bereits möglich, aber zum Teil noch nicht „alltagstauglich“. Die Bundesregierung fördert daher verstärkt die Erforschung und Entwicklung neuer Technologien, um sie schneller zur Marktreife zu führen – etwa Druckluftspeicher, Wasserstoffspeicher und aus Wasserstoff hergestelltes Methan sowie Batterien für Elektrofahrzeuge. In einer gemeinsamen Förderinitiative von Wirtschafts-, Umwelt- und Wissenschaftsministerium stehen dafür in den nächsten Jahren bis zu 200 Millionen Euro zur Verfügung.

Mehr Informationen:

http://www.bmwi.de/DE/Themen/Energie/Speicher/foerderung-...

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Erhard Jakob
    am 02. Mai 2016
    1.

    Diese Frage ist aus meiner Sicht mehr als berechtigt.
    Mit Wasserkraft könnte man wesentlich mehr
    Strom produzieren, wenn es staatlich
    unterstützt würde.
    .
    Wenn Subventionen für die Windräder, Atomkraftwerke
    und *Sonnenkraftwerke* in die Wasserkraftwerke
    geflossen wären, würden wir heute sicher
    besser dastehen.

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