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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Petra Grüttner am 26. Januar 2010
6319 Leser · 0 Kommentare

Gesundheit

Bitte um eine ehrliche Antwort!!

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
dass die Krankenkassen nicht mit den Beiträgen auskommen war ja klar.
Wenn von vornherein schon einkalkuliert wird dass es so ist.
Wenn mein Chef sagt dass wenn ich mit dem Geld nicht auskomme ich mehr haben kann, komme ich logischerweise nicht aus. Nur fragt er nicht....
Ich stelle nur fest dass ich immer mehr Medikamente (auch wenn ich sie dringend brauche) selbst kaufen muss.
Meine Ärztin leistet wie immer hervorragende Arbeit, trotz Reform und ständiger Drohbriefe (Strafankündigungen bei Überziehung des Etats bis zu 15.000 Euro, lag bei meiner Ärztin aus) von daher kann ich da nicht klagen.
EIN LOB AN UNSERE ÄRZTE!!
Wer kontrolliert eigentlich ob die Krankenkassen vernünftig haushalten? Oder ob der Chef wieder einen neuen Mercedes oder Luxusteppichboden finanziert bekommt?
Es soll kontrolliert werden ob bei den Medikamenten Preis und Leistung im Verhältniss stimmen.
Herr Sawicki (hat es bisher gemacht) wurde ausgehebelt, wg.Dienstwagenaffäre.
Bei Fr. Ulla Schmitt wurde die Angelegenheit bagatellisiert.
Meine Frage ist nun: Obwohl wir nicht mehr viel Hoffnung haben das bessere Zeiten kommen (wir finanzieren, und die Spender bekommen Wünsche erfüllt), wohin wollen Sie Deutschland führen?
Ich habe während Ihrer ganzen Regierungszeit nicht eine klare Ansage gehört wohin sie wollen, nur banale Andeutungen.
Und: Bedenken Sie auch immer dass Sie von den Bürgern bezahlt werden und Sie eigentlich auf das Deutsche Volk auch einen Eid geleistet haben?
Eigentlich sind es 2 Fragen aber ich nehme an allzuschwer wird es nicht sein die Fragen zu beantworten.
Aber bitte ehrlich und offen, das Volk kann die Wahrheit besser vertragen als Ausflüchte und Aussitztaktiken.
Mit freundlichen Grüßen
Petra Grüttner

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 25. Februar 2010
Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Grüttner,

vielen Dank für Ihre Zuschrift, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Die Bundesregierung plant den Einstieg in eine gerechtere, transparentere Finanzierung der Gesundheitskosten. Das alte System ist an den Rand seiner Möglichkeiten gekommen. Krisenbedingte Beitragsausfälle sowie systembedingte Ausgabensteigerungen zeigen: Es besteht Handlungsbedarf.

Um Einnahmeausfälle des Gesundheitsfonds durch die Wirtschaftskrise auszugleichen, überweist die Bundesregierung 2010 aus dem Bundeshaushalt einmalig 3,9 Milliarden Euro zusätzlich an den Gesundheitsfonds. Dies hilft, Zusatzbeiträge auf breiter Front zu verhindern.

Wenn Krankenkassen dennoch einen Zusatzbeitrag erheben, haben die Versicherten ein Sonderkündigungsrecht. Da etliche Krankenkassen angekündigt haben, 2010 auf einen Zusatzbeitrag zu verzichten, kann ein Wechsel durchaus eine Option sein. Alle Krankenkassen müssen eventuelle Zusatzbeiträge übrigens beim Bundesversicherungsamt beantragen. Es prüft diese Anträge gründlich und genehmigt sie nur, wenn die finanziellen Voraussetzungen hierfür vorliegen.

Zu Ihrem Hinweis auf das von Herrn Sawicki geleitete Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): In diesem Institut arbeiten durchweg fachlich kompetente Fachleute, die von der Industrie und anderen Einflussnahmen unabhängig sind. Das IQWiG ist eine wichtige Institution. Es leistet eine notwendige und gute Arbeit. Die Bundesregierung hat kein Interesse daran, die hohen Standards des Instituts zu ändern, auch nicht nach dem Ausscheiden von Herrn Sawicki.

Zu den einzelnen Aufgaben des IQWiG finden Sie viele Informationen im Internet, unter anderem unter www.gesundheitsinformation.de oder unter www.iqwig.de.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung