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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Werner Buhne am 13. Mai 2016
6298 Leser · 7 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Der Islam gehört NICHT zu Deutschland, Frau Merkel.

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
die epochal wichtige Frage: Gehört der Islam zu Deutschland? wird auf einem geradezu dummen Niveau derzeit bei uns diskutiert. Die einen verstehen dieses "Gehören" nämlich als normativ - also etwa: SOLLTE es so sein, dass der Islam sich auch bei uns wirklich ausbreitet? Die anderen kontern recht simpel mit der rein faktisch konstantierenden Gebrauchsweise desselben(!) Wortes, in dem Sinne etwa von: Dänemark gehört zu(m Kontinent) Europa.

Der tatsächliche Umstand, dass die islamischen Konfessionen in Deutschland mittlerweile die zahlenmäßig zweitgrößte Religion geworden sind, wird natürlich von niemandem bestritten.

Bestritten wird demgegenüber aber vielfach, dass die Bedeutung des Begriffes "christliches Abendland" von der religiösen Einstellung völlig unabhängig ist: Die Kultur des "christlichen Abendlandes" und vor allem sein politisches Wertesystem werden in Wahrheit durch die heidnisch-antik geprägte Renaissance und die geradewegs atheistische europäische "Aufklärung" DOMINANT DETERMINIERT. Und genau jene aus diesen resultierenden bedeutenden Geisteshaltungen stehen im stärksten Gegensatz zum totalitären System des Islam - während derartiges für seine abrahamitischen Schwesterreligionen (Juden-/Christentum) weitaus weniger gilt. Durch unsere mittelalterlich-christlichen Wurzeln sind wir allerdings auch noch stark GEPRÄGT.

Letztlich ist es diese kulturhistorische Frage, welche aktuell jetzt zur Debatte steht: ob der Islam 'passend' ist zur gewachsenen europäischen Kultur, und ob er ohne gefährliche Brüche überhaupt hier hineinimplantiert werden kann. Zumindest allerdings wäre es die Frage, ob der Wille besteht, dass aus Deutschland ein ganz anderes, auch-islamisches Land werden SOLL!!

Inwiefern also glauben Sie, dass der Islam zu Deutschland "gehört"? [Bisherige Stellungnahmen berücksichtigen diese kulturwissenschaftliche Fragestellung jedenfalls noch nicht.]

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 10. Juni 2016
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Buhne,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Das deutsche Grundgesetz sichert die Religionsfreiheit für jede Religion gleichermaßen. Der erste Absatz im Artikel 4 des Grundgesetzes bestimmt: Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

Die Bundeskanzlerin hat bereits im Januar 2015 betont, dass wir alles dafür tun, damit Integration gelingt. Gleichzeitig hat sie gesagt, dass uns alle, die sich zu den deutschen Gesetzen bekennen, die hier leben, die die Sprache sprechen, genauso herzlich willkommen sind wie alle anderen – und zwar unabhängig von der Religion.

Wörtlich sagte Angela Merkel damals nach einem Gespräch mit den türkischen Ministerpräsidenten: „Unser früherer Bundespräsident Christian Wulff hat gesagt, der Islam gehört zu Deutschland. Und dieser Meinung bin ich auch". Weiter sagte sie, dass sie die „Bundeskanzlerin aller Deutschen“ sei: „Das schließt alle, die hier dauerhaft leben, mit ein, egal welchen Ursprungs und welcher Herkunft sie sind." Die Bundeskanzlerin hob aber auch hervor, dass es gleichzeitig notwendig sei, den Dialog zwischen den Religionen zu verstärken. Es gebe „viel Unkenntnis“.

Die Bundesregierung begrüßt alle Bemühungen, Muslime besser zu integrieren. Das ist auch das Ziel der Deutschen Islamkonferenz (DIK), die seit 2006 erfolgreich tagt. Dort sind verschiedene islamische Verbände vertreten. Es wurden und werden nur solche Organisationen beteiligt, die unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung zweifelsfrei anerkennen und beachten.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (7)Schließen

  1. Autor Felizitas Stückemann
    am 13. Mai 2016
    1.

    Der Autor, Herr Buhne, ist nicht auf dem Laufenden:

    Volker Kauder, an der Seite unserer Kanzlerin, hat
    das vor Kurzem klargestellt: Bürgerinnen und Bürger muslimischen Glaubens, die bei uns integriert sind, gehören zu Deutschland. Der Islam aber gehört nicht zu Deutschland, so Herr Kauder. Und das stimmt: Es gibt keine historischen Quellen, die etwas anderes belegen könnten. Wenn Cem Özdemir das als "altbacken" bezeichnet, hat er in der Geschichtsstunde nicht aufgepasst !
    Im TV-WDR-Abend v.12. Mai mit B.B. wurde über die Gefährlichkeit des Islam mit Bürgerinnen und Bürgern diskutiert. Im Vorfeld hatte der Sender eine Umfrage gestartet: 2/3 der Bevölkerung verneinten, dass der Islam zu Deutschland gehöre. Und es waren zur Befragung auch Muslime dabei.
    Herr Buhne spricht vom totalitären System des islam. Dem kann man nur zustimmen.
    In der gen. Sendung sprach eine Bürgerin über
    den Zwang zur Form der Kleidung der Frauen.
    Erst dann, wenn solche Dinge geändert werden,
    ist die Integration in unsere Demokratie möglich.
    Wir dürfen unsere Freiheit nicht verlieren.

  2. Autor Stefan Duscher
    Kommentar zu Kommentar 1 am 14. Mai 2016
    2.

    Dieser Beitrag ist erneut der Versuch, dem Islam pauschal einen kausalen Zusammenhang zum Terrorismus zu unterstellen. Die auf Polemik basierende "Argumentation" hilft niemandem weiter. Wer kriminell ist, das ergibt sich aus dem StGB. Natürlich hat sich jeder Gast in unserem Land unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu fügen, das ist aber keine Frage der Religion. Auch ist der Islam per se kein Indiz für Terrorismus. Man bedenke, dass die letzten schwerwiegenden Terroristen in der BRD der NSU waren und diese Leute waren sicherlich keine Islamisten. Auch haben wohl die wenigsten Mitbürger, die an den Islam glauben, eine Vorstrafenregister wie der "besorgte Bürger" Lutz Bachmann. Die Religion allein ist kein Maßstab zur Bewertung von Kriminalität. Auch gibt es durchaus Länder, wo deutlich mehr Strömungen und Glaubensformen friedlich nebeneinander leben, vgl. Dubai.

  3. Autor I. Schramm
    am 24. Mai 2016
    3.

    Ich persönlich halte sehr viel von unserem Recht auf Religionsfreiheit bzw. Glaubensfreiheit. Wenn dieser Glaube jedoch nicht mit unseren Werten und Gesetzen kompatibel ist kann man dies nicht akzeptieren.
    Dazu gehört für mich u.a. die Gleichstellung von Mann und Frau, das Verhüllungsverbot und auch das Verbot von Lebendschächten, das oft nicht eingehalten wird.
    Daneben zeigt sich leider, dass Menschen mit muslimischen Glauben, die am schlechtesten integrierte Gruppe ist. Dies hat gesellschaftliche und wirtschaftliche Konsequenzen, die nicht tabuisiert werden dürfen, sondern über die man sprechen muss.

  4. Autor Yan Suveyzdis
    am 04. Juni 2016
    4.

    gehört Deutschland zu Islam, Frau Merkel?)(

  5. Autor Erhard Jakob
    am 05. Juni 2016
    5.

    Die Frage: *Gehört der Islam zu Deutschland?
    stellt sich formaljuristisch nicht.
    .
    Weil diese Frage klar, eindeutig und zweifels-
    frei im Grundgesetz beantwortet wurde.
    .
    Dort steht sinngemäß drin: *Es soll jeder nach
    seiner eigenen Fasson glücklich werden.*
    .
    Trotzdem kann man den Bau von Moscheen
    und Minaretten, nicht genehmigen. Das
    steht auf einem ganz anderen Blatt.
    .
    Genauso, kann man verbieten, dass sich
    die Menschen auf der Straße vermum-
    men (Voll-Burka tragen).

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