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Abstimmungszeit beendet
Autor Ynoel-Anna R. am 10. Oktober 2013
5184 Leser · 12 Kommentare

Außenpolitik

Die Festung Europa, ein beschämendes Drama

Sehr geehrte Frau Merkel,

"Eurosur" steht für europäisches Grenzüberwachungssystem mit dem Ziel, die illegale Einwanderung besser in den Griff zu bekommen.
Eine Woche nach der Tragödie von Lampedusa besteht der Verdacht, dass Europa noch rücksichtsloser gegen Bootsflüchtlinge vorgehen will.
Die angeschafften Drohnen und Schnellboote sind nicht zur Jagd auf Flüchtlinge da, nein, so betont die SPD-Abgeordnete Birgit Sippel, sie dienen zum Erkenntnisgewinn über Flüchtlingsströme und grenzüberschreitende Kriminalität.

Die DDR-Diktatur sicherte sich mit einer Mauer und Grenzzäunen ab. Dieser Arbeiter-und Bauernstaat ist schuldig an Hunderten von Toten. Die Menschen flüchteten vor Unterdrückung und Armut. Sie sehnten sich nach Freiheit und politischer Selbstständigkeit.

Meine Frage sind die Staaten Europas mit den Flüchtlichgstoten humaner, verantwortungsvoller als der verbrecherische Staat DDR?

Sind Afrikaner nicht auch Menschen, die sich nach politischer Freiheit, nach besseren Lebensumständen sehnen?

Die Einstellung der europäischen Politiker ist beschämend und heuchlerisch. Gerade Deutschland müsste wissen, was Flucht und Tod bedeutet. Die Geschichte Afrikas ist eine Geschichte der europäischen Schande. Moderne demokratische Staaten sind bis heute nicht in der Lage, ihrer geschichtlichen Verantwortung gerecht zu werden.

Mit freundlichen Grüßen

Ynoel.-Anna Reyem

Kommentare (12)Schließen

  1. Autor Wolf B.
    am 17. Oktober 2013
    1.

    Schauen wir nach Amerika, das Land mit dem Anspruch, Ursprung der modernen Demokratie zu sein.
    Mit einer Länge von über 3000 Kilometern ist die Grenze zwischen Mexiko und den USA die größte existierende Trennlinie zwischen einem Land des Südens und des Nordens. Heute ist aus der Trennlinie eine mit Hightech bewachte und Stahl aufgerüstete Grenzanlage geworden.
    Der mexikanische Präsident Felipe Calderon verglich den Ausbau der Grenzanlagen mit der Berliner Mauer. Jedes Jahr sterben circa 400 Menschen an dieser US-Grenze. Das sind mehr als insgesamt an der Berliner Mauer ums Leben kamen. Sie ertrinken im Fluss, verdursten in der Wüste oder kommen bei gefährlichen Schlepperaktionen ums Leben.
    Welche perverse Moral!

  2. Autor Frank Ittermann
    am 17. Oktober 2013
    2.

    Schön guten Tag,

    ich habe dafür gestimmt und will dies auch kurz begründen aber vorweg verstehe ich nicht wie jemand dagegen stimmen kann ohne dies wenigstens zu begründen.

    Es ist kein Geheimnis das sich Europa mehr und mehr von der umliegenden Welt abschottet. Nur geschiet das nicht so sichtbar wie am 13. August 1961 (Mauerbau in der ehemaligen DDR). Und ich finde die es so Scheinheilig das die Personen (Politiker) die den Mauerbau, in der DDR welcher als Unrechtsstaat tituliert wird, verurteilen sich jetzt vor die Kamera stellen und sagen "niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen". Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Nach der Argumentation die DDR ist ein Unrechtsstaat (ca 170 Menschen sind an der Mauer umgekommen) frage ich mich was dann wohl die Europäische Union und Ihre Mitglieder sind. An der inoffiziellen europäischen Mauer sind seit ca 1990 (ca 1400 Menschen umgekommen und diese Zahl ist belegbar durch die entsprechenden kleinen Pressemeldungen jehner Zeit die Dunkelziffer ist wohl dramatisch größer und menschlich eigentlich nicht mehr erfassbar). Dazu siehe http://www.migration.ekbo.de/Webdesk/documents/Ekbo003-00...
    und in diese Statistik ist das Ereigniss vom Lampedusa noch nicht mal eingeflossen.

    Die DDR hat seine Mauer wenigstens auf Ihrem eigenem Staatsgebiet gebaut. Aber scheint wohl für die Glückseligkeit der Menschen in Europa besser zu sein eine Mauer um Afrika selbst zu bauen mit Geldern von Europa an die entsprechenden politischen Institutionen jehner Staaten.

  3. Autor Frank Ittermann
    am 17. Oktober 2013
    3.

    Es ist doch ein Hohn und entbehrt jeder Menschlichkeit wie die BRD mit der Geschichte der DDR umgeht dort haben versucht Menschen aus einem Unrechtsstaat in das gelobte kapitalistische Land BRD zu fliehen und die DDR hat noch auf diese Menschen geschossen und im gleichen Atemzug ertrinken Tausende von Menschen an den Küsten von Europa welche ja auch aus meistens einem Unrechtsregime zu fliehen versuchen. Welches ist wohl das größere Verbrechen Verbrechen sind beide Situationen. Die ach so moralischen europäischen Ansprüche reichen wohl nur aus um mit Finger auf andere zu zeigen aber nicht sich an die eigene Nase zu fassen. Wenn so die Zukunft von Europa aussieht dann gehört diese Idee auf den Prüfstand oder generell ganz abgeschafft es ist kein Europa für die Menschen welches in ihm Leben und erst Recht keines für Menschen welche ausserhalb leben. Der Nationalsozialismus ist definitiv nicht überwunden nur in seinen Dimensionen noch umfassender als er es in der Vergangenheit war. Jetzt geht es nicht mehr darum ob wir Deutsche, Spanier oder Franzosen sind sondern ob wir Europäer order Afrikaner sind.

    Und Deutschlands Innenminister stellt sich vor die Presse und verkündet mit ca 54000 Flüchtlingen ich schätze im Jahr tut Deutschland mehr als man von ihm erwarten kann diese Einstellung zu menschlichem Leben ist so dermaßen von einer nationalistischen Tendenz geprägt das es einem nur noch schlecht werden kann wenn man so etwas hört. Da werden Menschen schon wieder zu Zahlen degradiert. Und im gleichen Atemzug wird immer wieder behauptet das wir einen Fachkräfte Mangel haben und die Deutschen bald aus sterben. Die Eigenschaft um heute Politiker zu werden ist wohl nicht Menschlichkeit und Vernunft sondern ich weiß nicht was man benötigt um bei derartigen Fakten sich die Welt noch schön reden kann. Je mehr ich darüber nachdenke desto unfassbarer wird es.

  4. Autor Frank Ittermann
    am 17. Oktober 2013
    4.

    Wenn nicht endlich von uns aus etwas passiert dann steuern wir diesmal ins vierte Großreich Eurasien. Jeder der diesen Beitrag ablehnt sollte wenigstens denn Arsch in der Hose haben das auch zu begründen und nicht wie es eine deutsche Angewohnheit schon mal war ach das haben wir ja alles nicht gewusst beziehungsweise nicht wissen wollen. Diesen Standpunkt heute noch zu vertreten beweist mir nur das die Menschen dem Wortstamm nach aber nicht mehr menschlich sind zu mindest nicht mit den Menschen welche sich nicht in Ihrer unmittelbaren Umgebung aufhalten.

    In ein paar Jahrzenten wird über unsere Zeit auch geschichtlich kein gutes Urteil abgegeben werden können. "Denn sie taten es obwohl es alle wussten."

    dennoch stirb die Hoffnung zu letzt.

  5. Autor Mathias Krüger
    am 17. Oktober 2013
    5.

    Bisher geht Europa ja überhaupt nicht gegen illegale Einwanderung vor. Die Masseneinwanderung von Afrikanern würde in Afrika kein einziges Problem lösen, in Europa dagegen den Sozialstaat zum Zusammenbruch bringen, denn ein Sozialstaat funktioniert nur als relativ geschlossenes System und nicht mit unbegrenztem Zuzug auf die Nehmerseite. Als Hilfe bietet sich nur an : 1. Deutlich machen, daß sich die Fahrt über das Mittelmeer nicht lohnt, weil man doch wieder zurückgeschickt wird. 2. Wenn möglich Hilfe vor Ort in Afrika, auch wenn die bisherigen Erfahrungen mit der Entwicklungshilfe nicht unbedingt ermutigend sind.

  6. Autor Wolf B.
    am 19. Oktober 2013
    6.

    "Bisher geht Europa ja überhaupt nicht gegen illegale Einwanderung vor."
    Werter Herr Krüger Sie sind falsch informiert.
    Das Schengen-Abkommen trat 1995 in Kraft trat. Damit wurden die innereuropäischen Grenzen aufgehoben, gleichzeitig regelt es die Asyl- und Einwanderungspolitik der beigetretenen Länder. Frontex Auftrag, seit dem Jahr 2005 tätig, lautet, die Mitgliedsstaaten darin zu unterstützen, die Schengen-Außengrenzen vor "illegalen Aktivitäten" wie Schlepperei, Drogenhandel oder illegale Migration zu schützen. Dafür stellen Kommission, EU-Parlament und die Mitgliedstaaten der Agentur mehrere Millionen Euro jährlich zur Verfügung, aktuell sind es etwa 85 Millionen Euro.
    Die Randländer Europas wie Italien, aber auch Griechenland und Spanien fühlen sich von dem Flüchtlingsandrang aus Afrika über das Mittelmeer seit Jahren überfordert. Lampedusa ist nur ein Höhepunkt im Drama illegale Einwanderung.

  7. Autor Erhard Jakob
    am 19. Oktober 2013
    7.

    Auch wenn wir Deutsche, in Hinblick auf unsere Vergangenheit,
    Menschen, welche durch ein Unrechtsregime in Lebensgefahr
    gekommen sind, unbedingt helfen sollten, dürfen wir nicht
    die Realität aus den Augen verlieren.
    .
    Wir können nicht alle Menschen aus der ganzen Welt
    aufnehmen, die sich hier ein besseres
    Leben versprechen.
    .
    In diesem Sinne schließe ich mich der Meinung
    von Mathias uneingeschränkt an.

  8. Autor Frank Ittermann
    am 19. Oktober 2013
    8.

    Ich finde die Benutzung solcher Begriffe wie Masseneinwanderung höchst bedenklich suggeriert dieser Begriff doch etwas was gar nicht der Realität entspricht oder hat sich die Bevölkerung von Afrika in der letzten Zeit halbiert und die in Europa verdoppelt, meines Wissens nicht also Vorsicht mit solchen Polemischen Begriffen.

    Sprecht doch wenigstens das aus was ihr denkt und versteckt euch nicht hinter solchen polemischen Begriffen. Lasst die Menschen in Afrika doch beim Abbauen von unseren Rohstoffen doch verhungern.

    "1. Deutlich machen, daß sich die Fahrt über das Mittelmeer nicht lohnt, weil man doch wieder zurückgeschickt wird."
    - Die Menschen flüchten im Gegensatz zu den DDR Flüchtlinge vor Hunger, Krieg und Elend(die Kriege in Afrika sorgen im übrigen dafür das wir in Europa billig Diamanten und Gold und andere Rohstoffe importieren können). Denn meistens Flüchtlingen ist doch ganz klar das sie auf der Flucht sterben könnten oder sogar wieder zurückgeschickt werden aber jeder Mensch hat das Recht sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und ist es nicht das was in unserem Land immer gepredigt wird nimm dein Leben in die Hand und warte nicht das der Staat dir hilft und das tun diese Menschen schlicht und ergreifend allerdings werden sie dann von uns wie Tiere behandelt und in Ghettos gesperrt allerdings Menschen welche diese Strapazen auf sich genommen haben würden sich definitiv und davon bin ich überzeugt sehr ehrgeizig in unsere Gesellschaft einbringen allerdings geben wir Ihnen kaum dazu Gelegenheit.

  9. Autor Frank Ittermann
    am 19. Oktober 2013
    9.

    "2. Wenn möglich Hilfe vor Ort in Afrika, auch wenn die bisherigen Erfahrungen mit der Entwicklungshilfe nicht unbedingt ermutigend sind"
    - Entwicklungshilfe dieser Begriff alleine ist schon lächerlich, die Unterstützung die Afrika seit 50 Jahren bekommen hat hat die HRE an einem Tag bekommen (leicht überspitzt aber ein Funken Wahrheit?) Europa hat doch überhaupt kein Interesse das Afrika souverän wird besitzen sie doch etwas was wir nicht haben nämlich immens viele Rohstoffe welche wir und zunehmend auch China verbilligt aufkaufen.

    Der Begriff Sozialstaat ist ebenfalls etwas diffus aber Schritt für Schritt
    Staat bedeutet Gemeinschaft von Menschen und sozial bedeutet hilfsbereit und gemeinnützig also zusammengefasst hilfsbereite, gemeinnützige Gemeinschaft von Menschen. Diese Gemeinschaft ist überhaupt nicht durch die Zuwanderung von Menschen aus anderen kulturen bedroht und übrigens in der Geschichte der Menschheit gab es schon viele Volkswanderungen und schaut euch um uns gibt es immer noch. Wollen wir wirklich weiterhin in einer Gesellschaft welche einen immensen Wohlstand besitzt (auf 10 % verteilt sich allerdings 60 % des Vermögens) wirklich um ein paar Flüchtlinge feilschen oder endlich eine Veränderung bei uns bewirken. Sicherlich muss sich auch viel in Afrika entwickeln aber wir sind ebenso in der Pflicht.

  10. Autor Frank Ittermann
    am 19. Oktober 2013
    10.

    Diese ganze Entwicklung ist höchstbedenklich und es werden Lösungen diskutiert welche aus einer menschlichen Perpektive einfach schlicht und ergreifend unmenschlich sind. Das Hauptproblem unserer Zeit ist das logische denken mit unverückbaren Bedingungen. Ein kleines Beispiel wenn ein Staat 1000 Euro besitzt und dies auf 10 Menschen gleich verteilt dann bekommt jeder 100 Euro wenn davon jetzt 100 Menschen leben müssen dann bekommt jeder nur noch 10 Euro. Solange wir das Geld und den Kapitalismus als naturgegeben (quasi als Naturgesetz ansehen was er ja nicht ist die Schwerkraft ist ein Naturgesetz und kann nicht übergangen werden) akzeptieren werden wir die vorherige Rechnung nie menschlich lösen können aber Kreativität eine unser wenigen Stärken bedeutet außerhalb der angeblich unverrückbaren Bedingungen zu Lösungen zu kommen. Die einzige Beschränkung für das Leben der Menschheit ist die Natur und kein Bankkonto oder Gehaltsscheck oder andere virtuelle Güter.

    Wenn die Lösung das Problem ist schaut euch mal die Beiträge von Watzlawick an ("Anleitung zum Unglücklichsein" http://www.youtube.com/watch?v=DbzxgkM7M_Y). Befreit euch von den Denkblockaden und denkt kreativ. In diesem Sinne gemeinsam sind wir stark und wir werden die anstehenden Herausforderungen als Menschheit nur lösen können wenn wir wieder menschlicher werden uns um einander kümmern (fragt ruhig mal eure Großeltern wie es nach dem Krieg war dort hat auch nicht jeder für sich gekämpft sondern gemeinsam). Kurioserweise gelten die angeblichen Gesetze des Kapitalismus und die Allmacht des Geldes nicht in Krisenzeiten dort überleben die Menschen weil sich sich dem System konträr verhalten das sollte doch nachdenklich machen.

    noch einen schönen Abend

  11. Autor Wolf B.
    am 20. Oktober 2013
    11.

    Der Staat Israel hat mehr als 700 km Sperranlagen. Ein schwer gesicherter Metallzaun mit Stacheldraht, einem Graben, einem Zaun mit Bewegungsmeldern, einem geharkten Sandstreifen zur Verfolgung von Fußabdrücken, einem asphaltierten Patrouillenweg sowie weiterem Stacheldraht auf der israelischen Seite errichtet. Zu beiden Seiten des Zauns wurde ein insgesamt 70 Meter breites militärisches Sperrgebiet errichtet, welches von Beobachtungsposten zusätzlich optisch überwacht wird. Auf ca. 25 Kilometer wird eine bis zu acht Meter hohe Mauer aus Stahlbeton errichtet.
    Der Internationale Gerichtshof erklärte im Jahre 2004 in einem von der UN-Vollversammlung in Auftrag gegebenen, nicht bindenden Gutachten, dass Israel mit dem Bau der Anlagen gegen Völkerrecht verstoße; der Bau müsse sofort gestoppt werden, für die Errichtung beschlagnahmtes Eigentum müsse zurückgegeben oder die Enteigneten müssten anderweitig entschädigt werden. Die Anlage stellt nach Aussage von Kritikern eine starke Beeinträchtigung für die Palästinenser dar. Sie trenne teilweise Dörfer und Städte von ihren Feldern und Brunnen ab und drohe damit die wirtschaftliche Grundlage von Bauern zu zerstören. (Wikipedia)
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    Israel ist ein demokratischer Staat, aber umzingelt von Feinden! Die DDR war eine Diktatur, aber doch von Freunden umgeben! Vielleicht interpretiere ich die historischen Tatsachen falsch?
    Was würden wir sagen, wenn die Chinesische Mauer hochgerüstet wird, um die Bürger vor Terroristen, Schmugglern und Illegalen zu schützen? Warum dreschen unsere Medien und Politiker auf den Russen Putin ein, wenn es um illegale Einwanderung geht? Sollten die Russen ihre Probleme so lösen wie die Australier? Genug Inseln haben sie!

  12. Autor Helmut Krüger
    am 30. Oktober 2013
    12.

    Was mir fehlt, sind Maßstäbe, die dem anderen nicht missgönnen, was ich mir und was wir uns zugestehen.

    Gerade Europa hat UNSÄGLICH gelitten von der Politik der Abgrenzung, der Denkhaltung der behauptet nationalen Homogenität, dass Fremde da nichts zu suchen hätten und dieses Gebiet noch einverlebt werden müsse und jenes von den angeblich Falschen entvölkert.

    Gerade Deutschland hat sehr gut davon gehabt, dass der seinerzeit sehr wichtige Bergbau im Ruhrgebiet von Menschen aus aller Herren Länder betriebent wurde, wo sich SEINERZEIT alle irgendwo fremd waren und daher der Begriff des Fremden schlichtweg keinen Sinn hatte.

    Es ist eine reichlich luxuriöse Diskussion, die heutzutage geführt wird, angesichts von Autobahnbauten ausgelegt für Tempo 250 und Hochgeschwindigkeitstrassen der Eisenbahn für 300, für Flughafenanlagen, die 40 Jahre nicht überstehen und Tunnelbahnhöfe, die sich nach dem Niedergang der ursprünglich lang anhaltenden deutschen Ingenieurskunst zwischenzeitlich als Tropfsteinhöhlen erweisen. Beides zeigt sich mustergültig in der Bundeshauptstadt beim B E R und bei der vor wenigen Jahren eröffneten U-Bahn-Verlängerung zur Hermannstraße hin.

    Eher wid ein Tunnel unter dem Meer gegraben zwischen Deutschland und Dänemark, als dass Flüchtende, die genau wie die unsrigen vor zwei Jahrhunderten Wirtschaftsflüchtllinge sind, mit offenen Armen empfangen werden. - Ein unüberschaubarer Zeitraum für uns persönlich, doch ein winziger nur, wer dabei nicht stehenbleibt.

    Herzliche Grüße
    Helmut Krüger

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