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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor G. Schreib M.A. am 16. Januar 2014
5525 Leser · 5 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Die Mütterrente betrifft nur gut versorgte Frauen? Das stimmt sicher so nicht!

Frankfurter Rundschau vom 09.01.2014: "Die Mütterrente sei teuer, überflüssig und falsch finanziert, befinden die Renten-Experten Bert Rürup und Bernd Raffelhüschen. ... Damit nicht genug, ist die Mütterrente aus Sicht der Experten wenig sinnvoll, weil sie an überwiegend gut versorgte Frauen ausgeschüttet werde."

Geboren 1949 bin ich Politologin und Redakteurin. Mit kleinen Kindern (1985, 1986 und 1989) hätte ich damals keinen Vollzeitjob schaffen können. Der Vater ist Spanier, der das Arbeiten nicht erfand. Ich trennte mich 1995 und arbeitete festangestellt als PR-Referentin und als Leiterin der PR in der KIBA (Kieler Beschäftigungs- und Ausbildungsgesellschaft).

Doch dann kam für mich der nächste Nackenschlag: Die KIBA wurde geschlossen. Ich war für Sozialhilfeempfänger zuständig und schon war ich selber einer. Seit 2010 bin ich mit Schwerbehindertenausweis nun also Frührentnerin mit 618,74 Euro und 450 Euro Zuverdienst. Zum Glück ging es mir ja mit 6000 im Monat mal gut und so lebe ich im eigenen Haus. Meine Kinder haben alle studiert, der erste arbeitet nun schon und zahlt meine karge Rente.

Bei der letzten Bundestagswahl habe ich CDU gewählt, zum ersten Mal. So bitte ich Sie inständig: Lassen Sie sich nicht von den sicher so überaus gut versorgten Experten einreden, den betroffenen Frauen ginge es ja gut. So möchte ich denn ganz konkret wissen: Werden Sie auf diese beiden Experten hören? Oder wird meine Stimme in dieses Verfahren einfließen?

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Gabriele Schreib M.A.

Meine Homepage www.gabrieleschreib.de und zu meinem Lebenslauf lesen Sie bitte den Eintrag der Kieler Uni bei Alumni
http://casapp.uv.uni-kiel.de/alumni/teamworks.dll.

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 10. Februar 2014
Angela Merkel

Sehr geehrter Frau Schreib,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Der Generationenvertrag in der Rente kann nur erfüllt werden, wenn Kinder geboren und erzogen werden. Deshalb hat die Bundesregierung im Januar einen Gesetzentwurf zur Rentenreform auf den Weg gebracht.

Mit dem neuen Gesetz wird eine Gerechtigkeitslücke für Eltern von vor 1992 geborenen Kindern geschlossen. Dies kommt vor allem Frauen zugute: Sie hatten vor 1992 deutlich weniger Unterstützung durch Kinderbetreuungs- einrichtungen als heutige Eltern.

Nun werden die anrechenbaren Kindererziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder für diese Eltern um zwölf Monate ausgeweitet. Für jedes vor dem 1. Januar 1992 geborene Kind gibt es einen Zuschlag von einem persönlichen Entgeltpunkt. Für einen Entgeltpunkt gibt es im Westen rund 28 Euro, im Osten rund 26 Euro monatlich.

Für diejenigen, die heute schon im Ruhestand sind, wird die Renten- versicherung automatisch die Rente erhöhen, ein Antrag ist nicht nötig. Die technische Umsetzung wird zwar noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Die Nachzahlungen können aber noch in diesem Jahr veranlasst werden. Wer bisher noch keine Rente erhält, lässt sich die Kindererziehungszeiten spätestens bei Rentenantragsstellung vervollständigen.

http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2014/01/...

Das Kabinett hat dem Gesetzentwurf am 29. Januar zugestimmt. Der Deutsche Bundestag soll das Gesetz im Mai beschließen, damit es am 1. Juli 2014 in Kraft treten kann.

http://www.rentenpaket.de/rp/DE/Startseite/start.html

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (5)Schließen

  1. Autor Wolfgang Mücke
    am 17. Januar 2014
    1.

    Medien machen Politik und verstehen Experten unabsichtlich oder vorsätzlich falsch.
    Experten machen Politik und argumentieren so, wie es zu ihrer Anschauung passt.
    Die Kanzlerin weiß das mit Sicherheit. Allerdings hängt sie manchmal ihr Fähnchen in den Wind und wenn die Medien und die Experten die Bürger entsprechend beeinflusst haben, folgt sie dieser Allgemein-Meinung.

  2. Autor Gabriele Schreib M.A.
    am 18. Januar 2014
    2.

    Genau deswegen muss man dagegen sprechen, wenn solche Meinungen die Runde durch die Medien machen: Es ist doch wohl klar, dass die wenigsten Frauen mit mehreren Kindern durchgängige Erwerbstätigkeit vorweisen können. Und genau die sind doch von den niedrigen Renten betroffen.

  3. Autor Erhard Jakob
    am 20. Januar 2014
    3.

    Höhere Renten (Einkommen) werden das Problem
    auch nicht lösen, wenn das Gesamt-Konzept
    nicht stimmt.
    .
    Wenn die Geringverdiener bzw. Niedrigenter
    60 bis 70 % ihres Einkommens für die
    Miete und 20 % für Grundnahrungs-
    mittel ausgeben müssen, stimmt
    doch was nicht.

  4. Autor Gabriele Schreib M.A.
    am 21. Januar 2014
    4.

    Es geht in meinem Beitrag ausschließlich um die Rentengerechtigkeit, Herr Jacob. Meiner Generation wurde schon früher Geld genommen: Als ich anfing in die Rente einzuzahlen durch kleinere Ferienjobs, hatte ich noch drei Jahre angerechnet bekommen für die Oberstufe des Gymnasiums - heute ist das nur noch ein Jahr. Und für's abgeschlossene Studium gab es auch mehr, heute sind es noch zwei Jahre. All das passierte ohne größere Medienöffentlichkeit. Deshalb finde ich es an der Zeit, hier wenigstens ein wenig Gerechtigkeit wieder herzustellen.

  5. Autor Erhard Jakob
    am 01. Februar 2014
    5.

    Gabriele,
    .
    ich schließe mich doch Ihrer Meinung voll und ganz an!
    Auch ich bin für Renten-Gerechtigkeit. Aber nicht nur
    für >Renten-Gerechtigkeit<. Sondern für
    Gerechtigkeit im Allgemeinen.
    .
    Wir (die Alten) und die Jungen sitzen doch alle in einem Boot.
    Wir müssen eine Lösung finden, mit der wir alle leben können.
    Das Schlimmste wäre, wenn wir uns gegenseitig ausspielen
    oder von irgend welchen Leuten, ausspielen lassen.
    .
    Wir brauchen*Generationen-Frieden* und dürfen es
    nicht zulassen, dass es zu einem *Generationen-
    Krieg* kommt.

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