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Beantwortet
Autor Sabiha Rafiq am 17. Februar 2011
11715 Leser · 9 Kommentare

Außenpolitik

Drei Ahmadis in Indonesien zu Tode geprügelt

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

wie Ihnen sicher bekannt sein dürfte, wurden am 6. Februar 2011 in Indonesien drei Mitglieder unserer AMJ Indonesien auf bestialische Weise ermordet. Etwa 1000 Menschen waren an diesem barbarischen Akt beteiligt. Tage vor diesem Übergriff war die örtliche Polizei über einen bevorstehenden Angriff informiert worden. Dennoch konnte die Polizei für keine geeigneten Maßnahmen zum Schutz der lokalen Ahmadies oder zur Verhinderung der Attacke sorgen. Bestätigten Berichten zufolge stürmten die Angreifer mit Macheten, Speeren, Messern und anderen Waffen das örtliche Ahmadiyya-Zentrum in dem sich 20 Personen aufhielten. Dabei wurden drei Ahmadies zu Tode geprügelt. Fünf weitere Ahmadies trugen schwerste Verletzungen davon. Außerdem wurde anschließend das Haus mit sämtlichem Besitz in Brand gesteckt und zerstört.Die Polizei ist wieder – wie üblich – nicht gegen die Attentäter vorgegangen.
Diese schreckliche Attacke löst nicht nur bei allen Ahmadi-Muslimen, sondern bei allen friedliebenden Menschen, großen Kummer und Schmerz aus. Die Barbarei der Täter kennt keine Grenzen. Die Zuschauer haben bei diesem grausamen Gewaltakt geklatscht und zugejubelt. Die lokalen Behörden konnten die Ahmadi-Muslime nicht schützen und ließen es zu, dass sie zum Opfer einer solchen grausamen und brutalen Attacke wurden. Der Grund für die Attacke war einzig und allein, dass die Opfer zur Ahmadiyya Muslim Gemeinde gehörten.

Wir bitten Sie die Regierung von Indonesien auf die Tragweite dieser Radikalisierung aufmerksam zu machen und diese dazu zu bewegen, dass der Schutz des Lebens und des Eigentums und die Sicherung der Menschenrechte aller Bürger des Landes, insbesondere der Minderheiten, gewährleistet bleibt.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 24. Februar 2011
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Rafiq,

vielen Dank für Ihr Schreiben, das wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Grundsätzlich: Die Bundesregierung verurteilt jede Art von religiös motivierter Gewalt. Sie setzt sich weltweit und ohne Bevorzugung bestimmter Religionen für die Gewährleistung und den Schutz des individuellen Rechts auf Religionsfreiheit ein.

Wichtig ist ihr besonders der Schutz religiöser Minderheiten.

Zu Indonesien: Deutschland hat mit den anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union die Verbrechen scharf verurteilt und die Bestrafung der Schuldigen gefordert.

Auch Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono sowie Stimmen aus der indonesischen Zivilgesellschaft selbst haben die Anschläge eindeutig verurteilt. Die indonesische Regierung hat eine lückenlose Aufklärung angekündigt und will Gruppen, die Hass und Gewalt befürworten, verbieten lassen. In Indonesien hat mittlerweile eine Diskussion über die Situation der Ahmadiya eingesetzt, von der wir hoffen, dass sie zu einer größeren Akzeptanz der Glaubensgemeinschaft führt.

Deutschland und die Europäische Union werden die Situation weiter genau beobachten. Die Lage religiöser Minderheiten und die Frage der Religionsfreiheit in Indonesien wird auch Thema beim Menschenrechtsdialog der Europäischen Union mit Indonesien sein, der in Kürze stattfindet.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (9)Schließen

  1. Autor Alina Hermann
    am 17. Februar 2011
    1.

    Guten Tag,

    zunächst möchte ich anmerken,dass dies ein toller Beitrag ist.
    Von solchen Konflikten* kriegt man hier in Deutschland ,meiner Meinung nach ,viel zu wenig mit!

    Ich war zutiefst erschüttert,als ich davon mitbekommen hatte.Die Ahmadiyya-Gemeinde ist eine friedvolle und aufgeschlossene Gemeinde,bei der es meiner Meinung nach keine ´´radikalen´´Ideologien zusehen sind.
    Dieses Geschehen in Indonesien sollte uns alle etwas angehen und es wäre unmenschlich wegzuschauen.
    Ja Indonesien liegt nicht in Europa und Ja die Menschen sehen dort anders aus und Ja die Kultur und Religion weicht unserer ab .
    Doch grundsätzlich sind wir Menschen aus demselben Vorfahren.
    Es ist eine große Unverschämtheit,dass Menschen aufgrund ihrer Religion so dermaßen erniedrigt und gar ermordet werden.
    Es ist ein Verbrechen ,solch ein Vergehen zu unterstützen oder zu ignorieren.
    Deutschland sollte aufwachen und dieses Geschehnis ernst nehmen.
    Wenn unsere Kultur,Religion oder Politik uns schon nicht verbindet ,dann doch die Menschlichkeit.

    Mfg
    A.Hermann

  2. Autor Nabila Ahmed
    am 17. Februar 2011
    2.

    Es ist ein Anliegen, das für jeden, der auch nur eine geringe Wertschätzung gegenüber Menschenrechte besitzt und sich für diese unabhängig von seiner eigenen Religion und seiner eigenen Nation und seiner eigenen Ansichten einsetzt,von Bedeutung sein sollte. Solche barbarischen Akte sollte man als zivilisierter Mensch in keiner Region dieser Erde dulden. Gerade dafür sollte sich Deutschland- ein Sozialstaat, dessen Grundgesetz eben aus den unantastbaren Menschenrechten besteht- besonders einsetzen und genau aus dieser Hoffnung heraus befürworte ich den Appell dieser Autorin.

  3. Autor shazia farooq
    am 18. Februar 2011
    3.

    Die Gräultat der " muslime" in Indonesian ist aus tiefstem Herz verachtenswert und mit der Lehre des Islams überhaupt nicht zu vereinbaren.
    Allah sagt an vielen Stellen im Quran: " Und hätte Allah gewollt, Er hätte euch sicherlich zu einer einzigen Gemeinde gemacht; jedoch Er lässt den irregehen, der es will, und führt den richtig, der es will und ihr werdet gewiß zur Rechenschaft gezogen werden für das, was ihr getan."(Sure 16 Vers 94)
    Dann sagt Allah in Sure 2 Vers 257:"Es soll kein Zwang sein im Glauben."
    In Sure 109 Vers 7 werden die Muslime aufgefordert Andersgläubigen gegenüber tolerant zu sein.Allah sagt dort:
    ":...Euch euer Galube und mir mein Glaube."
    Daher verstehe ich nicht, woher die "Muslime" in Indonesian das Recht rausgenommen haben, solch eine bestialische Gräultat als islamisch zu erklären und den Tätern das Paradies zu versprechen, wo doch Allah eindeutig sagt, daß es sein Wille ist, dass nicht alle Menschen einer einzigen Gemeinde angehören.Und es auch keinen Meschen erlaubt ist, darüber ein Urteil zu fällen bzw. zu Strafen, wenn jemand nicht an dem glaubt, an dem die Mullahs glauben.
    Blohnung und Strafe liegt nur bei Allah, denn nirgendwo im quran steht, dass die Menschen irgendjemanden bestrafen dürfen.

    Zudem ist solch eine Tat auch nicht mit der Praxis des Heiligen propheten Mohammad(saws) zu vereinbaren.

  4. Autor Shafe p.
    am 18. Februar 2011
    4.

    Vielen Dank für den Beitrag.

    Ich hoffe, dass unsere Bundeskanzlerin, dieses zu Gesicht bekommt und sich für die Freiheit des Individuums in allen Ländern einsetzt.

    Nahezu in jedem muslimischem Land werden Ahmadies per Gesetz diskriminiert, verfolgt und getötet.

    Ich hoffe, dass unsere Regierung etwas dagegen tut, wenn auch nur die Stimme zu erheben.

    Vielen Dank

    Ein Bürger Deutschlands

  5. Autor Qurratulain Qamar
    am 19. Februar 2011
    5.

    Menschlichkeit verlangt mehr als stummes Bekummern und Aussprüche des Beleids. Menschlichkeit erfordert Taten, die den Tätern akzentuieren, dass es bei Totschlag nicht mehr um religiöse Interessen, sondern um Eingriffe in die grundlegensten Rechte der Menschen geht, um den Raub von Menschenleben. Die Ahmadiyya Gemeinde hat nie mit Gewalt geantwortet, doch diejenigen, die Autorität besitzen, die sich für den Schutz ihrer Bürgerinnen und Bürger aussprechen hegen die Kraft inne zu handeln. Zu handeln und solche Taten vorzubeugen, den Versprechen der Sicherheit und Schutzes nachzukommen und in aller erster Linie deutlich zu machen, dass niemand, der auch nur ein wenig Menschlichkeit besitzt , solche Taten gut spricht geschweige denn unterstützt.

  6. Autor Walid Malik
    am 19. Februar 2011
    6.

    Die Einhaltung aller Menschenrechte sollte in einer zivilisierten Gesellschaft permanent verfolgt werden. Wenn nun babarische Terroristen unmenschlich gegen unschuldige Menschen, wie beispielsweise den Mitgliedern der Ahmadiyya Muslim Jamaat vorgehen, die selbst stets ihr Motto "Liebe für alle, Hass für keinen" propagieren, dann muss ein Staat wie Deutschland der für Demokratie, Gleichheit und Freiheit steht, einschreiten und eine Lösung finden.

  7. Autor Akmal Khan
    am 19. Februar 2011
    7.

    Diese schreckliche Attacke löst bei menschen großen Schmerz aus. Die Barbarei der Täter kennt keine Grenzen die sind kein menschen.Die bezeichne ich shatan.Ich sage .Es ist eine große Unverschämtheit, dass Menschen aufgrund
    ihrer Religion so dermaßen erniedrigt und gar ermordet
    werden.
    Dann sagt Allah in Sure 2 Vers 257: "Es soll kein Zwang
    sein im Glauben."
    In Sure 109 Vers 7 werden die Muslime aufgefordert
    Andersgläubigen gegenüber tolerant zu sein.Allah sagt dort:
    ":...Euch euer Galube und mir mein Glaube."
    Wie oben habe ich gelesen Wenn unsere Kultur,Religion oder Politik uns nicht verbindet ,dann doch die Menschlichkeit.

  8. Autor Rahila Syed
    am 19. Februar 2011
    8.

    Es ist sehr traurig, dass Im Namen Allahs, so eine Gräultat ausgeübt wird. Ahmadiyya Muslim Jammat ist eine friedvolle Religion, die keine Gewalt kennt. In Indonesien sind die Anhänger der Ahmadiyya Muslim Jamat seid 1980 gesetzlich als unislamisch deklariert worden. Die indonesische Mullahs fordern öffentlich, die Anhänger der Ahmadiyya Muslim Bewegung zu ermorden.
    Es ist eine äußerst große Unverschämheit, dass die Polizei diese Attacke, die in einer extremen bestialischen Weise geschah, tatenlos zusah. Dieser brutaller Überfall, regte bei jedem Ahmadie sowie bei jeden friedvollen Mensch großen Schmerz und Unruhe. Daher befürworte ich die Frau Sabiha Rafiq. Diese Tat ist in keinster Weise in irgendeinem Land zu unterstützen, weder ist diese Brutalität mit der Lehre des Islams noch mit der Menschlichkeit zu vereinbaren. Diese friedvolle Gemeinde wird schon seid 1974 verfolgt ,ihre Anhänger fallen zum Opfer, doch diese Menschen zeigen immer in schwere Zeiten Geduld und greifen auf keinen Fall die Waffen, Ihre einzige Waffe ist das Gebet zu ihrem allmächtigem Gott.
    Das Motto der Ahmadiyya Muslim Jamat lautet: "Liebe für alle, Hass für keinen"

  9. Autor Shafe p.
    am 20. Februar 2011
    9.

    Vielen Dank für den Beitrag!

    Nichts auf dieser Welt sollte wertvoller sein, als das Leben eines Menschen.

    Der Quran sagt diesbezüglich, dass das Töten eines Menschen so wäre, als ob man die ganze Menschheit getötet hätte.

    Ebenso ist das wichtig, dass man seine Stimme gegen einen Tyrannen erhebt.

    Im Namen der Demokratie und meines Landes Deutschland fordere ich unsere Regierung auf, gegen die Tyrannei in Indonesien vorzugehen.

    Es muss allen Regierungen dieser Welt klar gemacht werden, dass wo immer auch Diskriminierung und Unterdrückung zum Vorschein die deutsche Regierung sich stets dagegen einsetzten wird, um Gerechtigkeit walten zu lassen

    Liebe Grüße
    Ein Bürger Deutschlands

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