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Beantwortet
Autor Franz Schreck am 09. September 2013
4143 Leser · 0 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

E-Mail-Verschlüsselung für große Unternehmen zur Pflicht per Gesetz machen

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

Wie gedenken Sie E-Mail-Verschlüsselung, mehr unter die Bürger zu bringen? Und wie gedenken Sie, eine Verschlüsselungskultur in Gang zu setzen?

In den letzten Wochen haben wir durch Edward Snowden erfahren, wie sehr das Internet ausgespäht wird. Wirtschaftsspionage ist u.a. eine mögliche Motivation.

Experten meinen, dass dabei nur Verschlüsselung hilft. Das Problem ist aber, dass die Internetnutzer kaum verschlüsseln und es einige Hürden dazu gibt:

Um eine wechselseitige verschlüsselte E-Mail-Konversation mit PGP aufzubauen, benötigt die Person A den öffentlichen Schlüssel von B um nur für B eine lesbare Nachricht zu schicken. Damit B dem A eine nur für A lesbare Nachricht schicken kann, braucht er den öffentlichen Schlüssel von A. Der Schlüssel von A und der Schlüssel von B sind nicht identisch, also unterschiedlich.

Damit man zum Beispiel eine Verschlüsselungskultur in der breiten Bevölkerung anreizen kann, könnte man ein Gesetz erlassen, dass mittelgroße/große Unternehmen (§ 267 HGB) dazu verpflichtet in jeder unverschlüsselten E-Mail-Konversation ihren öffentlichen PGP-Schlüssel im Anhang der E-Mail mit zu verschicken.

Welchen Effekt hätte das? Die privaten Internetnutzer sehen, dass überhaupt die Möglichkeit besteht, ihre E-Mails verschlüsselt zurück zu verschicken, sodass sich eine komplette wechselseitige Verschlüsselung aufbauen kann.

Die Unternehmen unter sich könnten sofort eine wechselseitige Verschlüsselung aufbauen. Der durch Spionage entstandene volkswirtschaftliche Schaden wird sich auch verringern.

Der Aufwand und Kosten ein PGP-Verschlüsselungs-Programm auf Computern zu installieren hält sich in Grenzen. Es ist eine einmalige Installation. Danach verläuft die Verschlüsselung über das Programm automatisch ab.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
Franz Schreck

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 18. Oktober 2013
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Schreck,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

In Deutschland gilt das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Wie Bürgerinnen und Bürger mit ihren Daten im Internet umgehen, steht ihnen deshalb frei. Die Freiheit bringt aber auch Verantwortung mit sich. Wer sich im Internet bewegt, muss sich auch schützen.

Aufgrund der verschiedenartigen Möglichkeiten, das Internet zu nutzen, bedarf es auch eines individuell zugeschnittenen Schutzes. Nur der Nutzer selbst weiß, ob und wie er sein Nutzerverhalten gestaltet. Deshalb kann nur er Anpassungen des Schutzes vornehmen. Diese Aufgabe kann der Staat nicht leisten.

Die Bundesregierung ist sich aber ihrer Verantwortung bewusst, Internetnutzer über Gefahren im Internet aufzuklären: Denn nur wer gut informiert ist, kann sich auch effektiv schützen. Dabei hilft das folgende Angebot: https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Cyber-Sicherheit/ISi-Re...

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung