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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Renate Pfann am 07. Oktober 2014
4996 Leser · 5 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Ebola

Warum schützen Sie zusammen mit den anderen Staatschefs der Industrienationen uns und unsere Kinder nicht vor Ebola, indem man den Flugverkehr und das Anlegen von Schiffen aus den betroffenen Gebieten unterbindet?

Jeder der Einwohner der betroffenen Länder, der sich ein Flugticket leisten kann, wird versuchen, das Land zu verlassen und wird Ebola möglicherweise verbreiten.
Wir informieren uns und wissen, dass die Krankheit ansteckender ist, als uns bislang Glauben gemacht wird.
Sie kann auch durch kontaminierte Gegenstände übertragen werden.
Wir glauben nicht mehr daran, dass es uns nicht betreffen wird und haben Angst.
Die Ärzte und kleinen Krankenhäuser sind nicht vorbereitet, das Personal wird noch immer nicht geschult.
Es gibt weder Medikamente noch Impfungen um uns zu schützen.

Es wurde bisher noch nicht ernst genug genommen und viele Fehler gemacht, deshalb ist die Lage in Westafrika nun so ernst und bedroht sowohl unsere Gesundheit und Gesundheitssysteme als auch die ganze Weltwirtschaft.

http://m.spiegel.de/gesundheit/diagnose/a-995443.html

http://m.spiegel.de/gesundheit/diagnose/a-995479.html#spR...

Wann werden Sie handeln und den Reiseverkehr aus Westafrika stoppen?

Mit freundlichen Grüßen

Renate Pfann

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 31. Oktober 2014
Angela Merkel

Sehr geehrter Frau Pfann,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung: Für die Bevölkerung in Deutschland und Europa besteht keine erhöhte Gefahr durch den Ebola-Ausbruch in Afrika. Experten halten eine Ausbreitung des Ebola-Fiebers in Europa für ausgeschlossen, wenngleich Einzelfälle durch infizierte Reisende auch hier auftreten könnten.

Um zu verhindern, dass an Ebola Erkrankte von Westafrika nach Europa reisen, werden an den Flughäfen der Länder, die von der Ebola-Epidemie betroffen sind, Passagiere befragt und auf Krankheitssymptome untersucht. Erkrankte dürfen nicht in Passagierflugzeugen mitgenommen werden.

Sollte ein Passagier bei Besteigen des Flugzeugs noch beschwerdefrei sein, während des Fluges aber Symptome entwickeln, ist der Flugzeugpilot verpflichtet, das zu melden. Am Zielflughafen werden dann sofort Maßnahmen zur Isolierung des Erkrankten und zur Erfassung und Information von Kontaktpersonen eingeleitet.

Um einen Einzelfall frühestmöglich zu erkennen, werden Reisende aus Westafrika an deutschen Flughäfen umfassend über Symptome und Verhaltensmaßnahmen informiert. Sämtliche Mitarbeiter der medizinischen Versorgungskette sind darin geschult, Verdachtsfälle zu erkennen.

Auch wenn Einzelfälle von Ebola-Erkrankungen in Deutschland nicht völlig auszuschließen sind, ist unser Gesundheitssystem so leistungsfähig, dass diese Patienten ohne Gefahren für die Bevölkerung behandelt werden können. Personen, die Kontakt zum Erkrankten hatten, lassen sich über das öffentliche Gesundheitswesen schnell ermitteln und notfalls isolieren.

Man kann sich mit dem Virus nur anstecken, wenn man direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines Ebola-Erkrankten oder eines Verstorbenen hat. Oder Kontakt mit einem infizierten Tier. Für die Bevölkerung in Deutschland besteht daher kein Risiko, sich mit dem Ebola-Virus zu infizieren. Ein Ausbruch einer Ebola-Epidemie wie in Westafrika ist in Deutschland ausgeschlossen.

Aktuelle Informationen zur Ebola-Bekämpfung: www.bundesregierung.de

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (5)Schließen

  1. Autor Bea Schmidt
    am 09. Oktober 2014
    1.

    Das müsste eigentlich sofort geschehen. Ich möchte erinnern:

    Der Amtseid lautet:

    „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“

    "Schaden von ihm wenden... [dem Volk]"

    Das sehe ich so nicht gegeben, solange der Flugverkehr in die Krisenländer nicht schlussendlich eingeschränkt, bzw. gestoppt wird. Ich verstehe auch nicht, wieso Patienten nicht alle vor Ort behandelt werden und man dort schnellstmöglich (auch mit sehr viel Geld) Gesundheitszentren und Kliniken aufbaut, stattdessen wird die Krankheit quasi noch "importiert". Man kann nur hoffen, dass alles gut geht. Ich verweise sehr gerne noch einmal auf den Amtseid, der Bürger vertraut darauf!

  2. Autor Wolfgang Mücke
    am 18. Oktober 2014
    2.

    Das Problem ist die heutige hohe Mobilität. Und die 21 Tage Inkubationszeit. Will man einreisende Leute aus Westafrika grundsätzlich erste einmal für 21 Tage in Quarantäne stecken? Wie will man eine Einreise aus Westafrka überwachen, wenn die Reisenden bis zur Ankunft am Zielflughafen mehrmals umgestiegen sind?
    Die Frage ist, ob Saudi-Arabien Ebola bei der Haddsch verhindern konnte. Für die Bürger der 3 betroffenen westafrikansichen Länder gab es keine Einreisevisa zur Haddsch. Ansonsten umkreisen Millionen von Gläubigen dichtgedrängt die Kaaba. Das ist noch keine 21 Tage her. Da könnte ein Kranker den Virus an die Bürger der Welt verteilen.

  3. Autor Renate Pfann
    am 23. Oktober 2014
    3.

    Immerhin reagieren die USA und verschärfen die Einreisebestimmungen.
    Sicher nicht ohne Grund.
    Warum wird das hier nicht gemacht?
    Zumal es nun einen konkreten Verdachtsfall in Deutschland gibt.
    Wir müssen am Flughafen so viele Kontrollen über uns ergehen lassen, da sollte ein Fiebertest kein Problem darstellen.

    Es verwundert auch nicht, dass sich zu wenige Freiwillige Helfer gemeldet haben. Die meisten haben Familie und Kinder und Angst, selbst zu erkranken.

    http://m.spiegel.de/gesundheit/diagnose/a-998749.html

  4. Autor Renate Pfann
    am 24. Oktober 2014
    4.
  5. Autor Erhard Jakob
    am 25. Oktober 2014
    5.

    Die USA hat festgelegt, dass Ebola-Helfer im Heimatland USA
    erst eine 21 tägige Quantäne-Zeit durchlaufen müssen.
    Bevor sie endgültig nach Hause können. Das ist aus
    meiner Sicht eine sehr sinnvolle Entscheidung,
    welche auch für deutsche Ebola-Helfer
    gelten sollte.

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