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Ihr Moderationsteam

Abstimmungszeit beendet
Autor Gotthilf Lorch am 02. Dezember 2013
3182 Leser · 2 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

eine direkte Antwort zu Ihrer Ansprache "Tag der Menschen mit Behinderung"

Sehr geehrte Frau Merkel,

wir brauchen kein Eingliederungsgesetz !!!

Wir haben noch keine inklusive Welt, alle streben sie aber an und wollen sie haben. In einer inklusiven Welt darf niemand mehr ausgesondert werden. Nicht in Heime und Pflegeheime, nicht in der Schule oder Ausbildung, nicht bei der Arbeit und nicht in der Sprache und Kommunikation – Stichworte: leichte Sprache, Gebärdensprache und barrierefrei digital.

Wir brauchen deshalb ein Bundesteilhabesetz !!!
- so steht es auch in Ihrem Koalitionsvertrag.

Hierzu gehören unter Anderem auch:
- Mindestlohn für Alle, auch in der Werkstatt für behinderte Menschen,
- wer nicht arbeiten kann soll eine Grundsicherung erhalten von gedachten 38,5 Stunden nach dem Mindestlohn,
- Hilfsmittel und Assistenz für Pflege, Mobilität, Kommunikation zu Hause, bei der Arbeit und Freizeit nach dem tatsächlichen Bedarf.

Dabei müssen alle Leistungen im Bundesteilhabegesetz Einkommens- und vermögensunabhängig (!) sein. Nur so kann die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention gelingen.
Dies alles wird aber weder in Ihrer Ansprache erwähnt noch im Koalitionsvertrag geschrieben.

P.S.: Doch noch eine Frage:
Weswegen verhindern Sie in der EU-Politik seit Jahren die einführung der 5. Antidiskriminierungsrichtlinie ?

Gotthilf Lorch, Inklusionsberater, Tübingen

Kommentare (2)Schließen

  1. Autor Helmut Krüger
    am 04. Dezember 2013
    1.

    Sehr geehrter Gotthilf Lorch,

    das Problem scheint mir immer noch eine vorherrschende Sichtweise zu sein, dass "DIE da" sich doch bitte schön endlich zufrieden geben sollen. - "DIE da", zu denen "wir" doch keinesfalls gehören und gehören werden und DIE deshalb doch irgendwo dankbar sein sollen, dass "wir" sie unterstützen.

    Sich selber aus den Umständen, von denen Sie und andere hier reden, herauszudefinieren, halte ich für Wirklichkeitsverleugnung.

    Es sind nicht die zu Langsamen, die andere behindern, es sind die für die vorfindbaren Umstände zu Schnellen, die sich im Prinzip selbst behindern. So gedacht wäre das die Absage an Schnellläuferklassen ohne "DIE", die einem Aufhalten beim Lernen, Schnellfahrer-Gutdünken, wo doch immer einer auf der Spur vor einem "herumschleicht" - mit Tempo 140 wohlgemerkt - und auch eine Absage an dieses DENNOCH.

    Das geht hinein bis in die grün-alternative Wählerschaft, wer denn bspw. in Hamburg als GAL- bzw. Grün-Wähler die von Anja Hajduk geplante Verlängerung der Gemeinschaftsschule um 2 Jahren ablehnt. Unter der Hand versteht sich. Damit sich in Zukunftsinvestitionen für die eigenen Sprößlinge im Musik-, Kunst- und Sportunterricht doch lohnen, anstellle durch die anderen, die eben nicht so schnell mitkommen, entwertet werden.

    Ich glaube, es müssen noch viele dicke Bretter gebohrt werden und es ist weiß Gott nicht nur die klassische konservative Wählerklientel, soweit es die überhaupt noch gibt. Teilhabe hat die Konsequenz, dass ab und zu gewartet werden muss auf jemanden. Furchtbar in einer Gesellschaft der definitiv Eiligen.

  2. Autor Helmut Krüger
    am 04. Dezember 2013
    2.

    (Ergänzung zu meinem Beitrag:)

    Selbstverständlich bezog sich mein Beitrag auf die dahinterliegende Umgangskultur.

    In Ihren Vorschlägen, Herr Lorch, stimme ich Ihnen selbstverständlich zu.

    Mit freundlichen Grüßen
    Helmut Krüger

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