Liebe Besucherinnen und Besucher,

seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

Wir danken Ihnen für Ihre rege Teilnahme auf www.direktzurkanzlerin.de.

Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Günter Wohlbrück am 04. August 2014
4945 Leser · 2 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Elektrifizierung des Straßenverkehrs

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, ich bin Fahrlehrer und jetzt mit 66 Jahren im Ruhestand, weil mir das linke Bein amputiert wurde. In meinem Wohnort fahre ich überwiegend mit meinem Elektromobil, und das ist der Punkt. Der Radius dieser Mobile wird zwar immer größer, und es gibt sie inzwischen mit Geschwindigkeiten bis 25km/h, was sie in Zukunft vielleicht auch für nicht behinderte Menschen als Verkehrsmittel im innerstädtischen Verkehr attraktiv machen könnte, wenn da nicht ein Hindernis wäre. Ähnlich wie bei Handys hat jedes Elektrogefährt verschiedenen Stromanschlüsse. Wenn man die Hersteller dazu bringen könnte einheitliche Ladeanschlüsse zu bauen, egal ob am Fahrrad Elektromobil, Elektrorollstuhl oder Auto, sodass jeder der elektrisch fährt auch an öffentlichen Ladestationen Strom tanken kann, würde das für noch mehr Reichweite, und damit für noch mehr Attraktivität sorgen. Spinnen wir den Faden mal weiter. Da Elektroautos noch sehr teuer sind, könnte ich mir vorstellen, dass viele diese Kleinfahrzeuge bis 23km/h auch für den Weg zur Arbeit, oder zum shoppen in der Innenstadt verwenden würden, was die Luft in den Städten erheblich verbesserte, die Parkplatzsorgen vieler Städte verringerte, und, da bei dieser Geschwindigkeit innerörtlich die Fahrbahn benutzt werden muss, es zu einer natürlichen Verkehrsberuhigung käme. Wäre das nicht sehr nützlich für unsere Umwelt?
Vielleicht kann der Gesetzgeber da ja etwas tun, was die Ladeanschlüsse betrifft, der Rest könnte sich allein ergeben.
Mit freundlichen Grüßen
Günter Wohlbrück

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 15. September 2014
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Wohlbrück ,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität zu werden. Dank seiner innovationsstarken Industrie und Forschungsinfrastruktur ist Deutschland gut aufgestellt, um diese klima- und umweltfreundliche Technologie auf die Erfolgsspur zu bringen.

Einheitliche Standards sind eine wichtige Voraussetzung für private Investitionen in Ladeinfrastruktur und den nachhaltigen Erfolg der Elektromobilität. Die europäischen Automobilhersteller haben sich deshalb schon frühzeitig auf das sogenannte „Combined Charging System“ geeinigt. Das System der Automobilhersteller umfasst einen Typ2-Stecker für Wechselstromladen, einen Combo2-DC-Stecker für Gleichstromladen, die entsprechende Anschlussdose und die notwendige Steuerung des Ladeprozesses und der Abrechnung.

Eine noch in diesem Herbst in Kraft tretende europäische Richtlinie regelt Mindestvorgaben für Ladestandards auf der Ladeinfrastrukturseite (EU-Richtlinie über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe). Sie stellt sicher, dass jeder Ladepunkt mit einem Stecker ausgestattet wird, der mit dem „Combined Charging System“ kompatibel ist.

Die Richtlinie gilt für alle öffentlich zugänglichen Ladepunkte und erfasst Elektro- fahrzeuge („electric vehicles“). Im Fokus steht hierbei jedoch derzeit der Pkw-Bereich. Nicht erfasst werden hingegen Fahrräder oder Motorräder (zweirädrige, dreirädrige Fahrzeuge).

Unmittelbar nach Inkrafttreten der EU-Richtlinie wird das Bundeswirtschafts- ministerium mit ihrer Umsetzung in nationales Recht beginnen. Ziel ist es, schnell die rechtlichen Voraussetzungen für den Einsatz des „Combined Charging System“ zu schaffen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (2)Schließen

  1. Autor Erhard Jakob
    am 27. August 2014
    1.

    Dieser Beitrag legt wirklich den Finger auf einen wunden Punkt.
    Alle Handys und auch alle Elektromobile müßten einen
    einheitlichen Stecker (Anschluß) haben.
    .
    So viel Kraft müßte doch unsere Regierung haben
    um dies der Wirtschaft erfolgreich nahe
    bringen zu können.

  2. Autor Erhard Jakob
    am 28. August 2014
    2.

    Aus RECHTSSPRICHWÖRTER:
    *
    Durch Gerechtigkeit muss das Land bestehen,
    durch Unrecht wird es ganz vergehen.

  3. Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie angemeldet sein.