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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Rebekka Ewerwahn am 12. April 2011
7400 Leser · 2 Kommentare

Umwelt und Tierschutz

Elektromechanische Bürgersteige

Sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin,

in Rotterdam gibt es eine Discothek (Club Watt), die ihre Energie durch eine elektromechanische Tanzfläche gewinnt - die Schritte der Tänzer werden nach dem Dynamo-Prinzip umgewandelt und in Akkus gespeichert.
Atomkraft ist unschön (Atomkraft - nein danke), aber unter Tierschutzaspekten haben auch Windkraftanlagen starke Nachteile (Lärm für Meeresbewohner, Hindernisse für Vögel und Fledermäuse).
Meine Frage: Könnte man das Energiegewinnungsprinzip der Rotterdamer Discothek, das menschliche Bewegungsenergie umsetzt, nicht bei Bürgersteigen anwenden? Könnten die Fußgänger auf Einkaufsmeilen so die Schaufenster-Beleuchtung (die sowieso stark minimiert werden könnte) bzw. Straßenbeleuchtung erzeugen?

Mit freundlichen Grüßen

Rebekka Ewerwahn

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 13. Mai 2011
Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Ewerwahn,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Sie sprechen mehrere ganz wichtige Probleme an: Es gibt kaum eine neue Entwicklung, die nicht auch Nachteile mit sich bringt. Die Wissenschaft befasst sich eingehend mit der Frage, ob Windkraftanlagen negative Auswirkungen auf Tiere haben. Bislang gibt es keine Belege für diese Vermutung.

Unsere Umwelt schützen wir besonders wirksam durch einen geringeren Verbrauch. Dazu unterstützt die Bundesregierung zahlreiche Maßnahmen: Sie reichen von technischen Lösungen beim Energiesparen (Energiesparlampen) über innovative Heizsysteme, den Einsatz der Solarenergie bis zu besser isolierten Gebäuden.

Was das Zusammenspiel unterschiedlicher Energiequellen angeht, setzt die Bundesregierung auf eine verstärkte Forschung und Entwicklung. Dazu gehört die Grundlagenforschung ebenso wie die Technologieentwicklung, die neue Techniken marktreif und damit nutzbar macht. Die Bundesregierung wird in diesem Jahr ein umfassendes Energieforschungsprogramm für die Zeit bis 2020 vorlegen. Schwerpunkte sind:

  • Erneuerbare Energien,
  • Energieeffizienz,
  • Energiespeichertechnologien und Netztechnik,
  • Integration der erneuerbaren Energien in die Energieversorgung.

Ein wichtiger Aspekt ist die Wirtschaftlichkeit und Sicherheit unserer Energieversorgung. Auch eine autarke Energieerzeugung wie in der Rotterdamer Disco kann dazu einen Beitrag leisten. Ihre Idee wird gerade in Toulouse getestet: mit Plexiglasplatten im Bürgersteig. Jeder, der sie betritt, drückt diese Platten etwas nach unten. Der Impuls wird in Strom für die Straßenbeleuchtung umgewandelt.

Diese und viele weitere alternative Energiequellen brauchen wir, aber sie werden eine industrielle Energieerzeugung nicht vollständig ersetzen können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (2)Schließen

  1. Autor Erhard Jakob
    am 26. April 2011
    1.

    Ja, Rebekka,
    die Idee finde ich gut.

    So sollte auch in jedem Haus bzw. Haushalt ein
    Gerät stehen, mit dem man den benötigten
    Strom eigener mit Muskelkraft
    selbst herstellen kann.

    Das schon die Umwelt
    und ist gut für
    die Figur.

  2. Autor Alexander T.
    am 29. April 2011
    2.

    In diesem Zusammenhang ist auch folgender Artikel interessant. Es geht hier um Autobahnen, nicht um Gehsteige (das dort mehr Energie erzeugt werden kann durch Vibrationen, ist plausibel):

    http://www.handelsblatt.com/technologie/energie-umwelt/en...

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