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Abstimmungszeit beendet
Autor Doris Ostendorf am 18. Juli 2017
2780 Leser · 9 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Familiennachzug für wartende Flüchtlinge in Tessaloniki

Nach einem Beitrag des DLF über Flüchtlinge, die in Tessaloniki auf den rechtlich zu gewährenden Familiennachzug nach Deutschland teils mehrere Jahre lang warten, bin ich empört und zum wiederholten Mal sehr irritiert, dass wir in unserem reichen Land schwer getroffenen Kriegsflüchtlingen die Einreise zu ihren Familien, oft noch nicht volljährigen Kindern nach Deutschland unglaublich erschweren. Die ev. Seelsorge in Tessalonik vermutet, das sei u.a. Taktik im Rahmen der poltitischen Wahlen.
Meine Frage: Warum sorgt die Deutsche Regierung mit ihrer verständnisvollen Kanzlerin nicht zumindest hier für schnelle Einreise? Insgesamt sind die europ. Zustände bzgl. Flüchtlingsaufnahme/_verteilung katastrophal, Italien und Griechenlad allein gelassen ... aber es gibt doch Möglichkeiten. Ehrenamtliche HelferInnen sind da viel weiter als die Politik, die anscheinend ihre humanitären Pflichten immer wieder instrumentalisiert, vermeintlich um Wähler zufriedenzustellen. Das könnte aber durch Aufklärung und das offensive Eintreten auch der Poltiker für humanitäre Lösungen viel besser gelingen.
Wie also kann eine Frau aus Syrien mit ihren 4 Kindern zu ihrem minderjähfrigen Sohn nach Deutschland einreisen und generell wie kann der Familiennachzug schneller gewährleistet werden?
Gibt es Möglichkeiten der BürgerInnen, an der Suche nach Lösungen zu diesen Probleme aktiv mitzuwirken?

Kommentare (9)Schließen

  1. Autor Felizitas Stückemann
    am 18. Juli 2017
    1.

    Warum sollte eine Frau mit 4 Kindern, also 5 Personen,
    nach Deutschland zu ihrem minderjährigen Sohn, reisen,
    während es doch einfacher wäre, den Sohn, also nur eine
    Person zu Mutter und Geschwister reisen zu lassen, wenn
    man eine Familienzusammenführung möchte ?

  2. Autor Christian Adrion
    am 19. Juli 2017
    2.

    Wer es nicht richtiger , wenn der Sohn wieder zur Familie gebracht wird. In seine richtige Heimat? Hier wird er immer ein Arbeiter im Billiglohnsektor bleiben, wenn überhaupt. Darum muss alles darauf konzentriert sein, ihn wieder in seine Heimat zu bringen und beim Aufbau seines Landes zu helfen. Dort liegt seine Zukunft. In den letzten 3 Monaten sind bereit eine halbe Million Flüchtlinge in den befreiten Gebiete Syriens heimgekeht und bauen ihr Land wieder auf. Dabai sollten wir helfen und diesen Ländern nicht weiter ihre dringend gebrauchten Arbeitskräfte entziehen. Das ist Ungerecht und zutiefst verachtenswürdig. Jedes Volk hat sein Kulturbereich und das muss auch so bleiben, wer daran rüttelt provoziert neue Konflikte. Wollen Sie das?

  3. Autor Christian Adrion
    Kommentar zu Kommentar 1 am 19. Juli 2017
    3.

    Sie haben Recht Felizitas, darin liegt überhaupt kein Sinn. Nicht der geringste.

  4. Autor ines schreiber
    am 20. Juli 2017
    4.

    Zu Felizitas ,
    ich kann nur zustimmen !
    Afghanistan und Irak ruft seine Leute zurück .....
    warum wird das nicht erfüllt ?
    auch Syrien hat sehr viele Orte ohne Krieg und Massaker !
    Hier muss dringend die Flüchtlingsindustrie gestoppt werden !
    wie sagte Frau Merkel , wir erwarten das Sie zurückkehren !

    Türkei Deal ....
    um Flucht über das Meer Türkei / Griechenland zu verhindern , wurde vereinbart .....Flüchtlinge 1 zu 1 mit der Türkei auszutauschen .... nach Griechenland geflohen haben keinen Vorrang !
    nach Zahlen nehmen wir sowieso 5 aus der Türkei , Türkei nimmt 1 aus Griechenland !

    Flüchtlinge die nicht zeitig in ihr Land zurück gehen , haben keine Chance sich was aufzubauen .....oder ihren Besitz zu behalten !

  5. Autor Johannes Wollbold
    Kommentar zu Kommentar 1 am 21. Juli 2017
    5.

    Wie von Frau Ostendorf gesagt: Familiennachzug ist ein Recht für anerkannte Flüchtlinge. Wenigstens in solchen dringenden Fällen muss eine Umverteilung aus schlechten Bedingungen in griechischen oder italienischen Lagern in weniger belastet Länder möglich sein. Ja, D ist weniger belastet - wir haben doch staatliche und gesellschaftliche Strukturen aufgebaut, die zur Zeit oft nicht ausgelastet sind. Nicht zu vergessen das Potenzial, das zugewanderte Kinder und Jugendliche haben, wenn sie flexible und gute Bildungsmöglichkeiten bekommen.

    Die europäische Solidarität fuktioniert in diesem Jahr überhaupt nicht - soweit ich weiß, ist noch nicht einmal das Umverteilungsabkommen von 2015 umgesetzt. Klar, einige Länder blockieren - aber hier können die deutsche und andere nicht engstirnig national, sondern weitsichtig und weltoffen (hoffentlich) denkende Regierungen vorangehen, andere werden mitziehen. Auf Ungarn und Polen können wir nicht warten.

  6. Autor Klaus Fink
    am 22. Juli 2017
    6.

    Bezüglich des noch ausstehenden Familiennachzugs wird es nach der Bundestagswahl wesentlich schneller von statten gehen. Das vermutet die evangelische Seelsorge wohl mit recht. Also heißt es nur noch wenige Wochen zuwarten. Dann werden die Schleusen geöffnet. Für ehrliche Politik steht das natürlich nicht.

    Mit der bisher erfolgten Aufnahme sind wir innerhalb Europas deutlich in Vorlage getreten. Diese Massenaufnahme, die für "großes Herz und Humanität" steht, kann allerdings m.E. so nicht weitergehen. Es gibt staatliche Aufnahmegrenzen, die sich insbesondere aus sicherheits- und und finanziellen Gründen ergeben. Bund, Länder und Gemeinden tragen derzeit schon ca. 22 Mrd. Euro an jährlichen Zuwanderungskosten.

    Die allermeisten Zuwanderer kommen aus Afrika. Es sind überwiegend sog. Wirtschaftsmigranten. Das hierfür in Deutschland verausgabte Geld hätte in Afrika einen wesentlich höheren Multiplikator. Vor-Ort-Hilfen sind daher weit effektiver und erreichen wesentlich mehr arme Menschen.

    Der Hilfsansatz müsste deshalb komplett geändert werden, mit deutlich ausgeweiteten Anschubfinanzierungen zur Selbsthilfe in besonders von Armut betroffenen Staaten in Afrika. Parallel laufen müssten effektive Maßnahmen zur Eindämmung der Bevölkerungsexplosion und von Demokratieentwicklungen in den diktatorisch geführten Staaten.

    Absolut nicht einfach, ein sicherlich langer Prozess mit evtl. vielen Rückschlägen, aber anders kann es wohl nicht gelingen.

    Nur so kann das vielfache Sterben auf dem Mittelmeer, das Schlepperwesen, die flüchtlingsbedingten Milliardengeschäfte einer entstandenen regelrechten Flüchtlingsindustrie ausgetrocknet und den wirklich Armen, die sich keine EU-Fahrkarte leisten können, geholfen werden.

    Bis zum Greifen all dieser Maßnahmen sehe ich leider keinen anderen Weg, als durch effektive EU-Grenzsicherungen mit systematischen Rückführungen den Anreiz zur Migration in die EU zu beseitigen.
    Auch weil die Solidarität in Europa in dieser Frage gegen Null tendiert und man ansonsten das komplette Auseinanderfallen der EU riskiert bzw. befördert.

  7. Autor Felizitas Stückemann
    am 22. Juli 2017
    7.

    Zu 5.. Nein, wir können nicht alle aufnehmen, von wo
    die Lebensbedingungen schlecht sind. Dann müsste ganz
    Afrika zu uns kommen. Wir sind auf der Weltkugel nur
    ein kleines Land! Aber, wenn es uns gut geht, müssen
    wir die Lebensbedingungen in dem gen. Land verbessern
    helfen, das ist klar. Deshalb sollte Familienzusammen-
    führung, wenn überhaupt bei subsidiärem Schutz, aber so geschehen, dass die geringere Anzahl Menschen zu der
    höheren Anzahl der Familie gebracht werden, wie gesagt.

  8. Autor ines schreiber
    am 24. Juli 2017
    8.

    Zu 7 )
    schließe mich an !
    man kann außerhalb Deutschlands , viel mehr Menschen finanziell unterstützen !
    mehr als jetzt in Deutschland .... was kostet ein unbegleiteter Jugendlicher , 5000 mal , da können eine Menge Familien mit versorgt werden !
    Diese Flüchtlingsindustrie und ihre Helfer müssen dringend gestoppt werden , es gibt viele bessere Lösungen !
    Wieviel Geld haben sie jetzt schon für nichts und wieder nichts versenkt !
    und immer noch reden alle vom integrieren !

  9. Autor Klaus Fink
    Kommentar zu Kommentar 5 am 05. August 2017
    9.

    Maßgebende Kriterien für die Aufnahme von Flüchtlingen sind das deutsche im Grundgesetz verankerte Asylrecht sowie die europäischen und internationalen Flüchtlingsregelungen.
    Um dabei glaubwürdig zu bleiben und breite Akzeptanz in der Bevölkerung zu finden, darf - als ein Beispiel - das Dublin-Abkommen mit "sicherem Drittland" nicht mal so und dauerhaft durch eine Bundeskanzlerin ausgehebelt werden. Das ist in einer Notfallsituation kurzfristig akzeptabel und nachvollziehbar, aber auf Dauer ein klarer Rechtsbruch.
    Sie werden mir auch sicher zustimmen, dass Überlegungen, ob die in einer Ausnahmesituation aus dem Boden gestampften Aufnahmekapazitäten (z.B. geschaffene Räumlichkeiten) ausgelastet sind oder nicht, keinen entscheidenden Einflussfaktor für eine Entscheidung zu einer weiteren Aufnahme bilden dürfen. Das gleiche gilt natürlich auf für die personellen Kapazitäten, d.h. ausschlaggebendes Kriterium sollte nicht sein, ob freiwillige Helfer zukünftig ein weiteres Betätigungsfeld finden oder ob bezahlte, im Dienst der Flüchtlingshilfe stehende Personen eine weitere angemessene Jobausfüllung finden.

    Wie gesagt, Gradmesser bilden die geltenden Rechtsregelungen, die einer massenhaften Aufnahme von illegalen Migranten - wie in den letzten Jahren geschehen - ohne Frage entgegenstehen.
    Von der praktischen Abschiebeproblematik mal ganz abgesehen.

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