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Beantwortet
Autor Martin G. am 29. November 2015
6263 Leser · 6 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Fluechtlinge an Waffensystemen ausbilden

Frau Dr. Merkel, da auch wir von IS bedroht werden, waere es da nicht angebracht diese jungen tapferen syrischen Fluechtlinge an unseren modernsten Waffen auszubilden, um sie dann als Bodentruppen wieder in Syrien einzusetzen?
Diejenigen die noch keinen Hochschulabschluss haben, koennten dann eventuell im Bauhandwerk ihre Ausbildung erhalten, um spaeter ihre Haeuser in Syrien wieder bewohnbar zu machen.

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 12. Januar 2016
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Guardini,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Mehr als vier Millionen Menschen sind vor der Gewalt in Syrien in die Nachbarländer geflohen, doppelt so viele sind im eigenen Land auf der Flucht. Hundertausende haben sich auf den Weg nach Europa gemacht, um in den Mitgliedstaaten der EU Schutz vor Verfolgung zu finden oder dem syrischen Bürgerkrieg zu entkommen. Deutschland hat eine große Zahl der Flüchtlinge aufgenommen. Im Regelfall sind sie in Deutschland nach Abschluss des Asylverfahrens auch schutzberechtigt.

Wollte man Flüchtlinge – wie von Ihnen vorgeschlagen – zur Ausbildung an der Waffe verpflichten, so bedürfte es hierzu einer neuen Rechtsgrundlage. Das geltende Recht eröffnet die Möglichkeit nicht. Eine solche Rechtsgrundlage wollen wir aber nicht schaffen, denn die meisten Schutzsuchenden sind gerade vor dem Krieg und aus Kriegsgebieten geflohen. Sie in den Krieg zurückzuschicken, wäre weder menschlich zumutbar noch mit höherrangigem Recht, namentlich der Genfer Flüchtlingskonvention, vereinbar.

Das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern haben die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) beauftragt, ein Projekt zur Integration und Ausbildung von Flüchtlingen und Asylsuchenden für den ehrenamtlichen Einsatz im In- und Ausland zu starten. Über 100 THW-Ortsverbände haben bereits Interesse an einer Mitwirkung gemeldet. Die Flüchtlinge und Asylsuchenden können als Helferinnen und Helfer aufgenommen und ausgebildet werden. Die deutsche Staatsbürgerschaft ist hierfür keine Voraussetzung. Flüchtlinge in diese Ausbildungsangebote einzubinden ist auch eine Investition in den Wiederaufbau Syriens. So könnten Städte und Dörfer schnellstmöglich wieder bewohnbar gemacht werden und Menschen nach Hause zurückkehren, sobald das zumindest in Teilen des Landes wieder möglich sein sollte.

Weitere Informationen: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Startseite_node.html.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (6)Schließen

  1. Autor Felizitas Stückemann
    am 02. Dezember 2015
    1.

    Genau das, Herr Guardini, junge Flüchtlinge ausbilden,

    hat in einem Experten-Gespräch, gestern, in der Sendung
    Phönix-Runde, der Experte Christian von Marschall gesagt:

    Es können nur Syrer selbst Bodentruppen stellen, weil sie die
    Sprache sprechen, sich in der Kultur auskennen und im Land selbst.

    Hier in den Unterkünften wissen sie manchmal nichts mit sich
    anzufangen vor Langeweile, wie ein Heimleitergestern berichtete.

    F.Stückemsnn

  2. Autor Erhard Jakob
    am 03. Dezember 2015
    2.

    3.12.15 - 11:01 Uhr
    Ich wüßte gern was das für drei Menschen sind,
    welche hier die >Minus-Taste< gedrückt haben!

  3. Autor ines schreiber
    am 04. Dezember 2015
    3.

    Bitte auch Iraker, Afghanen und Afrikaner in diesen Ländern muss auch zeitgleich eingegriffen werden, sonst zieht der IS einfach in ein anderes Land!
    Zugleich müssen diese Menschen ihre Freiheit selbst erkämpfen, sonst heißt es wieder Besatzer!!!

  4. Autor Erhard Jakob
    am 04. Dezember 2015
    4.

    Die Amis haben den Krieg gegen Vietnam verloren. Die Amis und die
    Deutschen haben den Krieg gegen Afghanistan verloren, Wir und
    die Amis werden auch den Krieg gegen Syrien verlieren.

  5. Autor Martin G.
    am 19. Dezember 2015
    5.

    Hiermit moechte ich mich bei allen Lesern bedanken die mit mir einer Meinung sind.
    Meine Ueberzeugung ist, dass all die jungen Maenner aus Syrien und anderen Laendern die Verpflichtung haben ihr Land zu verteidigen und die Aufbauarbeiten nach dem Krieg vorzubereiten.
    Fuer diese ihre Aufgabe sollten sie von uns mit aller Kraft, und nicht mit Mitleid unterstuetzt werden.
    Last but not least, dass innerhalb einer Stunde ueber 50 Leser nicht dieser Meinung sind beweist, dass hier die Macher dieser Webseiten gezielt steuern.
    Gerne trete ich den Beweis fuer diese Behauptung an.

  6. Autor Julian R.
    am 23. Dezember 2015
    6.

    Die Frage ist nur, weshalb ich nicht bewerte ,wenn diese dann mit unseren Militär gegebenen Waffen überlaufen und da doch ein paar Schläfer mit ausgebildet worden sind. Wird sich dies wieder negativ auswirken. Auf jeden Fall, teile ich deine Behauptung mit dieser Seite. Und es würde bestimmt viele Menschen freuen, das Sie in ihre sicheren Heimatländer zurückzukehren können/könnten.

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