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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor V. Dr. Mickal am 29. März 2015
5345 Leser · 10 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Flugunglück Aussage ' nicht vorstellbar '

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin.

Im Zuge der Ermittlungen zum aktuellen Flugzeugunglück nannten Sie die Tat des Co-Piloten als unvorstellbar.

Ich bitte Sie um Antwort auf meine Frage, warum sie das Wort unvorstellbar in dem Kontext benutzt haben.

Mit dem Hintergrund, dass sowohl in Fernsehserien wie auch in Kinofilmen und in Videospielen ähnliche Tragödien und Taten dargestellt wurden und werden. Und sowohl im 2. Weltkrieg wie auch in anderen Teilen der Welt Tragödien mit höherem Ausmaß stattfanden und finden. Daraus folgend der Bürger in Deutschland aus meiner Sicht also durchaus eine Vorstellung zu diesem Unglück generieren kann bzw. schon hat.

Abschließend: Ich möchte anregen Worte wie 'schwer nachvollziehbar', '.. unter Annahme schrecklicher innerer Konflikte oder extremer Gefühlszustände begreifbar werden kann' uvm zu verwenden.

Ergänzend: Ich finde es schade wie die Presse so schnell aus den wenigen informationen lange Geschichten und Sendezeiten füllt. Ich persönlich würde mich freuen auf Basis nahezu aller Fakten informiert zu werden.

Ich danke ihnen im Voraus für eine kurze Antwort.

Mit Hochachtung für ihren Einsatz im Amt

Dr. Volkmar Mickal

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 04. Mai 2015
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Dr. Mickal,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Mit dem Begriff „unvorstellbar“ hat die Bundeskanzlerin ihre tiefe Betroffenheit zum Ausdruck gebracht, die wir alle angesichts der Abgründe menschlichen Tuns empfinden. Zwischen Fiktion und Wirklichkeit besteht ein großer Unterschied.

Damit ein vorsätzlich herbeigeführter Flugzeugabsturz möglichst nicht passiert, haben die zuständigen Stellen vielfältige Sicherheitsvorkehrungen getroffen, darunter: strenge Standards bei Pilotenauswahl und -ausbildung, regelmäßige Gesundheitschecks, Sicherung der Cockpittüren.

Eine hundertprozentige Sicherheit kann es jedoch nicht geben, weder vor technischen Defekten noch vor menschlichem Versagen - und erst recht nicht vor menschlichem Verschulden. Man kann nur alles Erdenkliche tun, um die Risiken zu minimieren und dem Ernstfall so weit wie möglich vorzubeugen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (10)Schließen

  1. Autor Erhard Jakob
    am 31. März 2015
    1.

    Der Meinung von Dr. Mickal schließe ich mich
    uneingeschränkt an. Es gibt Selbstmörder,
    welche still und leise ihr Leben
    beenden wollen.
    .
    Es gibt aber auch Selbstmörder, welche ihr
    Leben mit einem "Riesenkracher"
    beenden wollen.
    .
    Mit einem noch lauteren *"Hilfeschrei"*
    kann man nun wirklich nicht
    diese Welt verlassen.

  2. Autor Erhard Jakob
    am 02. April 2015
    2.

    Es wird sich heraus stellen, dass die
    >Flugzeugaussage >1 zu 1< stimmt.

  3. Autor Helmut Krüger
    am 02. April 2015
    3.

    Ich denke, es gibt einen Unterschied zwischen "unvorstellbar" und "unvorstellbar".
    -
    Der eine Begriff ist eine Umschreibung dafür, dass etwas außerhalb unseres gewohnten Denkhorizontes liegt, wir uns also sträuben, uns genau dieses vorzustellen, dass jenand eine solche Tat begeht.
    -
    Das andere ist die im Kino, in Action-Filmen, seinerzeit ja für das US-Militär zur Herabsetzung der Tötungshemmung, gezeigte Dramaturgie.
    -
    Unvorstellbar ist es für uns, dass ein Kleinkind mit der Pistole seiner Mutter seine Mutter erschießt. In den USA eben nicht mehr ganz: Da ist das im letzten Jahr in einem Supermarkt tatsächlich vorgekommen.
    -
    Unvorstellbar ist es, dass ein suizidgefährdeter (Co-)Pilot 149 weitere Menschen mit in den Tod reißt, bloß allein aufgrund der Tatsache, dass diese das ihm mit anvertraute Flugzeug bestiegen haben. Verglichen mit so manchen Action-Phantasien Hollywoods ist das, pardon, nur ein "laues Lüftchen".

  4. Autor Erhard Jakob
    am 05. April 2015
    4.

    Unvorstellbar ist unvorstellbar.
    Da gibt es bei dem Begriff
    keine Unterscheidung.
    .
    Vorstellen kann sich ein Mensch alles.
    Auch, dass ein Kind mit voller Ab-
    sicht die Mutter erschießt. Auch
    ist es vorstellbar, dass eine
    Mutter mit voller Absicht
    ihr Neugeborenes
    tötet.
    .
    Vorstellbar ist auch, dass ein Selbstmörder
    mit einer Passagier-Maschine in den Tod
    rast. Und nicht erst die Menschen zählt,
    die er mit auf seine letzte
    Reise nimmt.
    .
    Das alles hat mit einem "lauen Lüftchen" oder
    *Action-Phantasien in Hollywood-Filmen*
    nichts zu tun. Das ist die bittere
    und rauhe Wirklichkeit.

  5. Autor Wolfgang Mücke
    am 18. April 2015
    5.

    Nachdem eine Zeit verstrichen ist, darf man ruhig sagen, dass der Hype um diesen Unfall völlig übertrieben war.
    In einer Woche wurde im öffentlich rechtlichen Fernsehen 10 Mal zu diesem Thema diskutiert, von Münchner Runde am Unfalltag Dienstag bis Hart aber fair am nächsten Montag. Das, obwohl noch nichts genau bekannt war. Zum ersten Mal war ein Brennpunkt 30 Minuten lang, aber auch ohne echte Information.
    Jedes Jahr gibt es in Deutschland 40.000 Grippetote oder 15.000 Tote durch Krankenhauskeime. Wie wäre es, Gedenktage für diese Toten einzurichten, an diesen Tagen halbmast zu flaggen, im Bundestag eine Gedenkminute halten und zentrale Messen für die Betroffenen des Jahres zu veranstalten. Vielleicht würde sich dann die Politik überlegen, wie man diese Zahlen reduzieren kann.
    Aber ein Hubschrauberflug über der Unfallstelle ist natürlich attraktiver.

  6. Autor Erhard Jakob
    am 20. April 2015
    6.

    Hier schließe ich mich der Meinung
    von Wolfgang Mücke an.
    .
    Gestern kamen mehr als 700 Leute ums Leben, bei dem
    Versuch in Europa ein besseres Leben zu finden.
    .
    Die am 20.4.15 bei Jauch "durchgeführte Schweigeminute"
    war aus meiner Sicht eine sehr fragwürdige Sache.
    .
    Wenn man die vielen Toten in einer Schweigeminute
    gedenken wollte, hätte man es zum Anfang der
    Show tun sollen und nicht am Ende.
    .
    Der Mann, der sie inszeniert hat, ist aus mein Sicht
    unglaubwürdig. Er wollte sich mit dieser Aktion
    nur Geld verschaffen, damit er sich ein Bott
    kaufen kann und sich irgendwie als
    *Helfer in der Not* darstellen..
    .
    Mit diesem Boot aufs Meer zufahren und illegal
    Flüchtlinge nach Deutschland zu holen, ist
    doch mehr als absurd sondern
    auch kriminell..
    .
    Vor wenigen Jahren musste ein Taxi-Fahrer aus Görlitz ins
    Gefängnis, weil er in seiner Stadt polnische Fahrgäste
    nach Berlin gebracht hat. Im wurde unterstellt,
    dass er wissen musste, dass sie
    illegal einreisen wollten.
    .
    Hier ist doch was faul im
    Staate Deutschland.

  7. Autor Erhard Jakob
    am 23. April 2015
    7.

    Stellt euch nur mal das unvor-
    stellbare Szenario vor:
    .
    ***
    In München findet eine Großveranstaltung (z.B. Papstbesuch) statt.
    Ein Pilot hat Selbstmordpläne und will ein "Riesen-Zeichen" setzen.
    Er bringt die Maschine 20 Minuten vor München in seine Gewalt,
    obwohl er eigentlich nach Rom fliegen soll. Er hat ganz offen-
    kundig die Absicht das Flugzeug nicht in den Alben sondern
    in München zerschellen zu lassen. Es besteht die aber
    theoretisch und praktisch die Möglichkeit das Flug-
    zeug 5 Minuten vor Münschen vom Himmel
    zu holen. Was sollen die Verantwortlichen
    machen?

  8. Autor Erhard Jakob
    am 23. April 2015
    8.

    Der *Fehlerteufel* wird sich auch in das
    schlimmste Szenario einschleichen.
    Da kann man nichts machen.

  9. Autor Erhard Jakob
    am 25. April 2015
    9.

    Der Flugzeug>Selbstmord<absturz, war aus meiner
    Sicht der größte >Terroranschlag<, welchen die
    Welt seit dem >11.9< gesehen hat.
    .
    Es war ein Zeichen bzw. ein Wut- und Hassausbruch
    gegen die unmenschlichen Bedingungen, welche
    Arbeitnehmer in dieser *Arbeitnehmer/
    Arbeitgeber-Gesellschaft
    ausgesetzt sind.
    .
    Diesen Suizid mit "Liebeskummer" abzutun,
    ist aus meiner Sicht zu kurz gegriffen.

  10. Autor Susanne Kindt
    am 27. April 2015
    10.

    Erhard Jakob Sie haben recht. Dies sollte der europäische 9/11 werden, welcher durch den Abschuss durch einen der französichen Mirage Kampfjets verhindert wurde. Ziel war der Serre-Ponçon-Staudamm, welcher nur noch 20km vom Abschussort entfernt lag. Gesteuert wurde die Maschine durch das UAP, war also nicht mehr unter Kontrolle der Piloten, weswegen ja auch der Notruf abgesetzt wurde. Natürlich kann man das in der Öffentlichkeit nicht zugeben, weswegen dann der Co Pilot als Opferlamm herhalten musste. Grund für diese verdeckte Operation war Dtl+Frankreich zu entzweien. (divide et tempera)

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