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Abstimmungszeit beendet
Autor Wolfgang Mücke am 04. Juni 2013
5224 Leser · 1 Kommentar

Die Kanzlerin direkt

Flutkatastrophe

Sehr geehrte Fr. Bundeskanzlerin,

Helmut Schmidt wurde Kanzler, weil er sich als Hamburger Innensenator als Krisenmanager bei der Strumflut bewährte und dabei sogar seine Kompetenzen massiv überschritt. Er forderte sogar Soldaten der Siegermächte an.

Gerhard Schröder wurde 2002 wiedergewählt, weil er bei der Elbeflut mit Gummistiefeln zwischen seinen Soldaten stand.

George W. Bush wurde stark verübelt, dass er sich bei der Flut in New Orleans erst nach 3 Tagen vor Ort blicken ließ, und statt dessen urlaubend auf seiner Ranch weilte (Katrinagate).

Bei der aktuellen Flutkatastrophe macht die Regierung fast nichts. Sie persönlich kündigen Hilfen an. Innenminister Friedrich schaut sich die Überschwemmungen vom Hubschrauber aus an. Bayrische Soldaten werden zu Hilfe gerufen, nachdem in Passau der Pegel 2 m über dem bisherigen Höchststand steht. Von anderen Bundeswehreinsätzen, z.B. in Sachsen, hört man nichts, obwohl Dresden unter Wasser steht. Dieses Krisenmanagement ist schlicht unzureichend.

Meinen Sie nicht, dass die Regierung im Wahljahr mehr Präsenz und mehr Aktivität zeigen müsste? Meinen Sie nicht, dass man Ihr übliches langes Nachdenken in diesem Fall negativ auslegen könnte? Haben Sie keine Bedenken, dadurch wesentliche Punkte im Wahlkampf zu verlieren oder zumindest nicht, wie Schröder 2002, zu gewinnen?

Plakative Bilder könnten der CDU und auch der CSU jedenfalls nicht schaden. Ministerpräsident Seehofer, der auch noch bayrische Landtagswahl hat, ist in dieser Sache leider auch nicht geschickter.

Das einzige Glück für schwarz/gelb ist, dass die Spitzenleute von rot/grün diese Lücke nicht medial nutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Wolfgang Mücke

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  1. Autor Helmut Krüger
    am 08. Juni 2013
    1.

    "Das einzige Glück für schwarz/gelb ist, dass die Spitzenleute von rot/grün diese Lücke nicht medial nutzen."

    schreiben Sie, geehrter Herr Mücke,

    und dieses Glück könnte noch größer sein oder ist tatsächlich noch größer, wenn das auf kein politisches Spektrum beschränkt ist.

    Wie ich hier an anderer Stelle schrieb, liegt darin ein wesentlicher Grund für die sinkende Wahlbeteiligung, dass nahezu alles im parteipolitischen Hickhack untergeht, anstatt dass die persönliche Überzeugung und das persönliche Gewissen des EINZLENEN Abgeordneten erkennbar würde und sich DANACH erst die entsprechend stimmenden Abgeordneten zusammen fänden.

    Mit anderen Worten: Das wesentliche Defizit in der Demokratie sehe ich in den vorab festgelegten Abstimmungen und dass dann die Argumente dazu passend gemacht werden, anstatt dass es unbefangen anders herum ist.

    Wenn es ein Versäumnis anlässlich der Flut gibt, dann nicht jenes, dass Angela Merkel als CDU-Mitglied keine Flagge gezeigt hat, dann liegt es eher darin, dass sie als Bundeskanzlerin nicht Flagge gezeigt hat ...

    ... und nebenbei ist sie auch noch CDU-Mitglied.

    Alles andere ginge in Richtung dessen, den Staat parteipolitisch vereinnahmen zu wollen und bis jetzt haben genau jene das höchste Ansehen auch über Parteigrenzen hinweg gehabt, die genau das nicht getan haben: Richard von Weizsäcker, Ole von Beust, Henning Scherf und Winfried Kretschmann.

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