Liebe Besucherinnen und Besucher,

seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

Wir danken Ihnen für Ihre rege Teilnahme auf www.direktzurkanzlerin.de.

Ihr Moderationsteam

Abstimmungszeit beendet
Autor Carola Kühle am 22. Mai 2015
3605 Leser · 10 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Führerschein für die Ausbildung der Tochter wird nicht bezahlt

Sehr geehrte Bundeskanzlerin,
ich lebe von Hartz IV bzw. bald vom Grundsicherungsamt durch Krankheit. Meine Tochter ist 17 Jahre und würde ab September d.J. ihre Ausbildung zur Pferdewirtin anfangen. Der Führerschein ist erwünscht. Wir waren mit der Bescheinigung vom Arbeitgeber und den gewünschten Kostvoranschläge mehrerer Fahrschulen zum Gespräch bei der Dame, die dafür zuständig ist.
Die Förderung des Führerscheines wird ihr nicht gewährt. Nicht mal die geforderten Unterlagen sah man sich an. Meine Tochter wird durch die Ausbildung auch eine Steuerzahlerin! Die Dame begründete ihre Ablehnung mit der Tatsache, dass man mit Steuergelder behutsam umgehen soll und sie sich den Führerschein erarbeiten soll? Dann ist die Ausbildung aber weg! Sie muss über 2 Stunden pro Fahrt - also schon fast 4 Std. täglich fahren...mit der Bahn. Die Chancen in diesem Beruf sind immens. Sie wäre dann bei der FU angestellt und man versagt ihr diese Förderung? Ich denke, alle - auch arme Menschen haben gleiche Chancen? Soll sie lieber 2-3 Kinder bekommen und auch Hartz IV ihr Leben lang beziehen, nur weil sie dieses Geld für den Führerschein nicht hat? Haben oder sehen Sie eine Möglichkeit an ein Geldquelle zu kommen? Ich verstehe es nicht. Ich denke gerade heutzutage ist Bildung vor allem Ausbildung wichtig. Ich selbst kann ihr nicht helfen - haben Sie ein Rat?

Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar. Am besten mit vernünftiger Hilfestelleung.

Mit freundlichen Gruß
Kühle

Kommentare (10)Schließen

  1. Autor Gabriele Klein
    am 22. Mai 2015
    1.

    Muß Ihnen da Recht geben aus folgendem Grund: Diese Ausbildung verlangt schon fast zwingend den Führerschein, da die Tiere laufend transportiert werden müssen, sei es zur Tierklinik, oder zu Turnieren, oder Verkaufsmärkten bzw. Vorstellungen. Indem es sich um einen Beruf handelt der ja im Gegensatz zum Studium teils vom Lernenden bezahlt wird, der während der Lehre verdient, fände ich ein Stütze hier schon sinnvoll, zumal hier kein normaler Führerschein, sondern sogar ein regelrechter LKW Führerschein wichtig wird. Das was Sie da schreiben ist fast schon irgendwie so, wie wenn jemand sich zum Beruf des Chauffeurs oder LKW Fahrers entscheidet, jedoch für die Ausbildung dafür keinerlei Unterstützung erhält.
    Finde das einfach nicht gerecht im Vergleich mit Studenten und teile die Meinung von Ivan Illich: Man sollte das Recht auf Bildung gerechter mit Gutscheinsystem verteilen. Wie und wann einer dann davon Gebrauch macht ist zwar nicht ganz aber weitestgehend seine Sache insoweit das ganze tatsächlich dem beruflichen Fortkommen dient

  2. Autor Carola Kühle
    am 23. Mai 2015
    2.

    Hallo nochmal,
    ich wollte nur anmerken, das es nichts Ungewöhnliches ist, den Führerschein bezahlt zu bekommen - in Form einer Weiterbildung z.B. als Hausmeister, wird das ohne weiteres gewährt!??? Weil schon ein Beruf vorhanden ist...??? Wo ist da die Logik? Der eine hat schon einen Beruf, der bekommt den Führerschein finanziert - und der andere, der den für sein Beruf genauso dringend benötigt, der erhält ihn nicht? Und dann immer der Hinweis der Bearbeiterin, das Steuergelder nicht verschleudert werden sollen??? Ja, klar - in die Bildung zu investieren ist also verschleudern??? Was ist den Bitteschön z.B. der BER Flughafen? Da werden Milliarden Steuergelder rausgeschmissen - und bei einer Auszubildenden sind unter 2000,-Euro zuviel? Zumal sie durch diesen Beruf ja selbst auch zur Steuerzahlerin wird? Ich sehe da keine Logik drin. Tut mir leid: Von wegen jeder erhält dieselben Chancen, egal ob arm oder reich? Die Übernahme wäre ja mal ein Zeichen dafür, dass das stimmt - wir sind ja kein Einzelfall.

  3. Autor Gabriele Klein
    Kommentar zu Kommentar 2 am 25. Mai 2015
    3.

    wie sieht das mit anderen Lehrberufen aus? Sehr viele verlangen eigentlich den Führerschein wird der bei anderen Lehrberufen gewährt? Finde in einem Lehrberuf wo der Lehrling ja eigentlich fast alles selbst bezahlt und den Staat nichts kostet wäre da eigentlich nichts dabei, da wo der Führerschein notwendig ist ihn zu subventionieren und das scheinen mir einige Lehrberufe zu sein,

  4. Autor Udo Behr
    am 26. Mai 2015
    4.

    Hallo zusammen,
    wie wärs mal mit 3 oder 4 Monate arbeiten, um den Führerschein zu bezahlen?
    Das musste ich auch vor 30 Jahren. (3 Semesterferien habe ich mit Hilfsarbeiten verbracht, wo andere in den Urlaub fahren konnten)
    Vor dem Lehrantritt sind oft mehrere Monate Zeit in denen man Arbeiten kann.
    Da muß nicht immer alles der Staat regeln.
    gruß

  5. Autor Carola Kühle
    Kommentar zu Kommentar 1 am 29. Mai 2015
    5.

    Ja - danke für das Verständnis! Sie könnte es ja auch und w ü r d e es ja auch zurück zahlen, was kann die Tochter dafür, das die Mutter - also ich!!! - vom Arbeitsmarkt (Gutachten hat das auch festgelegt!) weg ist und nur den Mindestbedarf hat, wie jeder Mensch der hier lebt - egal ob hier geboren, oder nicht.... reicht wirklich nur für das Nötigste!!! Jeder hat eine Chance? Und die Jugend ist nicht gebildet genug??? Ja??? W I E denn? Ohne Geld - keine Bildung....? Dabei zalhlt sie schon im 1. Lehrjahr steuern...wer denkt sich sowas nur aus...? Aber straffällige werden ins Ausland verschickt...um das Leben zu lernen...muss "unsere" Jugend erst straffällig werden, bevor ihnen geholfen wird??? LG

  6. Autor Gabriele Klein
    Kommentar zu Kommentar 4 am 29. Mai 2015
    6.

    DAs ist nicht zu vergleichen. Führerschein bei Ihnen war wahrscheinlich nicht zwingend erforderlich f. die Profession... selbst wenn, Studenten beziehen BAFÖG d.u.U. auch zum Führerschein verhilft. Wenn nun ein Schwerpunkt in einem Beruf z.B. ein LKW Führerschein ist, wie hier, dann sollte jener der diesen Beruf anstrebt nicht schlechter gestellt sein als ein Student was Unterstützung für die angestrebte Ausbildung anlangt.
    Ansonsten stimme ich Ihnen zu. Ich persönlich würde fast alles streichen, und nur das aller aller Nötigste vom Staat abfangen lassen. Aber dann bei Allen, Studenten, BAFÖG Empfängern inklusive Allerdings wäre ich auch gegen die ganzen Kassen und GEZ Zwangsgelder u. viel viel mehr. Da ich hier nur die Interessen von Dienstleistern erkennen kann die an den Staat verkaufen wollen, was sonst keiner wollte.. Ich sehe meist die Interessen der "Dienstleister" nicht der Konsumenten.

  7. Autor Ralf Schumann
    am 31. Mai 2015
    7.

    Ich, als Jobcenter-Berater, bin etwas erstaunt, dass Ihnen der Führerschein nicht bezahlt wird. Ich kenne hier aber auch leider nur Ihre Version der Geschichte. Oftmals kommen aber auch "Kunden" (Hartz 4-Empfänger) zu mir in die Sprechstunde und fragen gleich noch nach einem Auto, da sie das ja auch nicht bezahlen können. Dann wäre hier auch noch die Fragen nach dem Tankgeld. So kommt eins zum anderen.
    Warum zahlt der Vater Ihrer Tochter eigentlich nicht?

  8. Autor Gabriele Klein
    am 04. Juni 2015
    8.

    ... Sehr geehrter Herr Schumann, Ihre Worte verstehe ich, (und sicherlich jeder der viel mit Publikum zu tun hat) sehr gut. Nur, darf man halt die Einen nicht für das Verhalten der andern bestrafen. Dann kann nicht angehen dass z.B. Arbeitsämter, seien sie nun in Dänemark oder Deutschland am Genozid beteiligen indem sie Henkersknechten während ihren Auslandseinsätzen auch noch Harz IV gewähren. Ganz besonders hier würde ich mir die Sorgfalt mit den Steuergeldern wünschen, auf die sich anscheinend die von Frau Kühle zitierte Staatsbedienstete bezieht.

  9. Autor Gabriele Klein
    am 04. Juni 2015
    9.

    ..... PS: wie kommt es dass das größte Tabu einer Gesellschaft nicht mehr dem Mord, sondern der dafür angedrohten Todesstrafe gilt und eben diese Gesellschaft die Schulung jener unterstützt die die Todesstrafe verhängen? (Natürlich unter der Voraussetzung , dass keine Gerichte (wie in den USA) involviert sind, sowas geht natürlich nicht.

  10. Autor Carola Kühle
    Kommentar zu Kommentar 7 am 05. Juni 2015
    10.

    Hallo Herr Schumann,
    Ihre Frage ist berechtigt, warum der Vater nicht zahlt. Leider hat er nicht mal Unterhalt für sie bezahlt...nicht mal eine Karte zum Geburtstag oder Weihnachten - tja, man kann in die Seele eines Menschen nicht rein schauen - da hab ich mir leider den ungünstigsten aller Väter ausgesucht....aber auch dafür kann ja die Tochter rein gar nichts!

  11. Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie angemeldet sein.