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Beantwortet
Autor E. O. am 27. Juni 2011
7517 Leser · 1 Kommentar

Bildung

Gefälschte Genies

Nu tun mer mal wat mer jut gönnen un stelln mer uns ma jans dumm...

Die Hauptschule soll abgeschafft werden.
Auf der einen Seite schickt dieses Volk seine Kinder zu "den strengsten Eltern der Welt", weil es nicht in der Lage ist die eigenen Kinder so zu erziehen, dass keine älteren Menschen totgetreten werden.
Auf der anderen Seite gibt man diesen Kindern den Führerschein mit 17 und das eine oder andere Land gibt ihnen das Wahlrecht mit 16.
Jetzt kommt man in Berlin auf die glorreiche Idee: "Wir schaffen die Hauptschule ab, nennen sie Oberschule und schicken die Kinder dorthin und / oder auf das Gymnasium".
Unbestritten ist, dass der Eine ein theoretisches "Genie", der Andere aber ein praktisches "Genie" ist.
Auf Grund einiger fragwürdigen Ereignisse innerhalb der Regierung, stellt sich die legitime Frage: "Glauben Sie wirklich, dass ein Hauptschüler nur dadurch, dass seine Schule sich plötzlich Oberschule nennt, plötzlich ein Intellektueller Zauberer und näher an einem Titel ist"? Was ist mit denen, die eben nicht diese Leistungen erbringen können? Werden die von Beginn an in die, in unserem Land verächtlich gemachten, Hartz IV Empfänger einsortiert? Ist das nicht eher ein Verzweiflungsakt der versucht das Versagen von Pädagogen, Wirtschaft und Politik, in Sachen Bildung und Aufrechterhaltung von "Made in Germany" zu vertuschen?

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 09. August 2011
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Ollnow,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Gemäß Grundgesetz sind für das Schulsystem ausschließlich die Regierungen der Bundesländer zuständig und nicht die Bundesregierung. Ihre Anfrage und Kritik müssten Sie als Berliner in erster Linie an den Regierenden Bürgermeister von Berlin richten.

Einige Bundesländer, z.B. Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz, halten an der Hauptschule fest. Die neuen Bundesländer haben nach der Wiedervereinigung Hauptschulen gar nicht erst eingerichtet. Einige Länder, z.B. Hamburg und Schleswig-Holstein, sind dabei, die Hauptschule abzuschaffen zugunsten von Stadtteil- bzw. Regionalschulen, in der die Kinder je nach ihren Leistungen den Haupt- oder Realschulabschluss erwerben können. Der Absolvent einer Regionalschule in Schleswig-Holstein muss für einen Hauptschulabschluss keine höheren Leistungen erbringen als in der alten Hauptschule.

Viel wichtiger als der Schultyp ist es, überhaupt einen Schulabschluss zu erwerben. Denn wer das schafft, hat heute beste Chancen auf einen Ausbildungsplatz und damit auf eine gesicherte Zukunft. Die in einem Bundesland angebotenen Schularten spielen keine Rolle für die Zahl derjenigen, die die Schule nicht schaffen können oder wollen. Die Bundesregierung finanziert so genannte Berufseinstiegsbegleiter oder Bildungslotsen, die schwache Schülerinnen und Schüler an die Hand nehmen und dabei unterstützen, so dass sie Schulabschluss und Berufseinstieg schaffen. Entscheidend ist also nicht das formale System sondern die Unterstützung, die jede und jeder erhält, ganz gleich ob durch Familie, Lehrer, Freunde, Nachhilfelehrer oder staatliche Maßnahmen.

Mit freundlichen Grüßen Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Christian Stein
    am 01. Juli 2011
    1.

    Ich verstehe ohnehin nicht, wie der Bund beschließen kann, dass es die Hauptschule nicht mehr geben soll? Schulangelegenheiten sind Ländersache. Auch wenn ich dieses Modell - wie Herr Gysi - reichlich obsolet finde.

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