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Abstimmungszeit beendet
Autor Thomas Schüller am 08. Januar 2014
7017 Leser · 9 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Geplanter Wechsel Ex- Kanzleramtsminsiter Roland Pofalla zum Vorstand Deutsche Bahn AG

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

Die Welt meldet:

"Ronald Pofalla (CDU), bislang einer der engsten Mitarbeiter von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), geht nach Informationen der "Welt" zur Deutschen Bahn. Er wird dort Cheflobbyist und übernimmt das Vorstandsressort für politische Beziehungen."

http://www.welt.de/wirtschaft/article123478052/Pofalla-wi...

Der gleiche Link enthält Kritik an diesem Vorhaben:

"Pofallas Wechsel ist damit noch pikanter als der von Klaedens. Dieser war von Daimler abgeworben worden und ist dort ebenfalls als Cheflobbyist tätig. (...) Es wird eine Verquickung von altem und neuem Amt unterstellt."

Weitere Kritik:

""Wir haben nicht genug Leute für die Stellwerke, aber Geld für einen weiteren Vorstand. Das passt nicht", so ein Vertreter des Arbeitnehmerflügels."

http://www.welt.de/wirtschaft/article123557415/Bahn-Aufsi...

Ich erinnere an das Bahnchaos in Mainz im Sommer 2013, wo aufgrund fehlender Personale wochenlang Züge ausfielen oder umgeleitet werden mussten. Die Ursachen dafür scheinen systematischer Natur:

"Einige Zeit sah es so aus, als gäbe es allein in Mainz ein Problem mit Personalmangel in den Stellwerken. Doch am Montag räumte die Bahn ein, dass es praktisch jede Region im Land treffen kann. „Wir haben bundesweit eine angespannte Situation“, sagte Frank Sennhenn, Chef der Netz-Sparte, im „Morgenmagazin“."

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/chaos-nicht-nur-in-...

Während Herr Pofalla für 1,2 Millionen Euro Jahresgehalt .die "Weichen" in der Unternehmenspoltik der Bahn stellen soll, wird an wichtigen Mitarbeitern gespart, welche für den Bruchteil eines Vorstandsgehaltes die richtigen Weichen und Signale stellen und ohne die nichts bei der Bahn geht, welche übrigens zu 100% dem Bund gehört!

Wie sehen Sie Frau Merkel in Anbetracht dieser Probleme die Personalie Poffalla?

Viele Grüße, Thomas Schüller

Kommentare (9)Schließen

  1. Autor Helmut Krüger
    am 08. Januar 2014
    1.

    Über "die Bahn" ist schon so viel geschrieben worden, dass weitere Kommentare nicht recht zu lohnen scheinen. Das Kaputt-Sparen am falschen Ende, dass der Betrieb letztlich leidet und auch das vermeintlich Hochkarätige auch davon nicht verschont bleibt. Der Mangel an Rangierern, weshalb dann immer die gleichen Zuglängen die unterschiedlichen Fahrgastzahlen bewältigen müssen, gehört ebenso dazu wie der Mangel an Stellwerkspersonal.

    Es tut sich eine immer größere Schere auf bei der Bahn zwischen stetig höheren Ausgaben für prestigeträchtige Dinge und dem Sparen im Kleinsten. Dass gleichzeitig ein Posten mit überaus üppiger Bezahlung neu geschaffen werden soll, erscheint in diesem Zusammenhang grotesk. Das Nicht-Abwarten-Können der 18 Monate-Karenzzeit, wie es in der EU offensichtlich praktiziert wird, um so mehr.

    Das Auf-Verschleiß-Fahren technischer Anlagen unter dem beschönigenden Motto: "Ereignisorientierte Instandhaltung" gegenüber der vormals praktizierten "vorsorgenden Instandhaltung" gehört erstmal zu dem Kleinen, was sich dann zum Großen, zum Übergroßen hin aufsummiert. Will sagen: Teile werden nicht absehbare routinemäßig nach Laufleistung ausgetauscht, ob ihrem Verscheiß und Stillstand gar nicht eintreten zu lassen, sie werden erst nach Verschleiß und Stillstand ausgetauscht.

    Es bräuchte intern eines Menschen, der wieder Wert auf Vorsorge legt, nicht Verschleiß auf Rücken des Zeitbudgets der Fahrgäste. "Wegen Verzögerung im Betriebsablauf hat der ... 20 Minuten Verspätung." Wenn sich Roland Profalla in diesen Dingen schlau machen würde und in 18 Monaten wissens- und anschauungsmäßig besser gewappnet ankäme, hätte ich überhaupt nichts dagegen.

  2. Autor Thomas Schüller
    Kommentar zu Kommentar 1 am 10. Januar 2014
    2.

    Sehr geehrter Herr Krüger,

    über die DB AG ist sicher schon viel (wenig gutes) geschrieben worden, aus leider berechtigten Grund. Zuviel ist seit dem Start der Bahnreform vor genau 20 Jahren (1994) nicht so gelaufen, wie es hätte laufen sollen,,

    20 Jahre Bahnreform sollten den schonungslosen Blick darauf lenken, dass diese Reform als bisheriger Rohrkrepierer gelten muss:

    Die Bahn hängt wie eh und je am Tropf der Steuerzahler und die Martktanteile dümpeln im Personenverkehr nur knapp über den schlechten Werten aus den Jahren vor der Reform herum.
    Nur im Güterverkehr gab es nennenswerte Steigerungen und die gehen zum Großteil auf das Konto der privaten Unternehmen.

    Die Bahn sorgr regelmässig für schlechte Zeilen, wie z.B. letzten Sommer in Mainz, als wochenlang in und um Mainz nichts mehr ging, weil Leute auf dem Stellwerk fehlten.

    Weitere Kommentare lohnen da m.E. wir dürfen usn diese schlecht gemanagte Bahn, die Grube, Merkel und Ramsauer zu bverantworten haben, nicht einfach auf die Augen drücken lassen, jeden Tag leiden Millionen Menschen unter schlechtem Service, Zugausföällen und Verspätungen, die dem Sparen an den falschen Enden zugerechnet werden könnten (während für Prestige und sinnlose Großprojekte viele Milliarden zum Fenster hinausgeworfen werden).

  3. Autor Thomas Schüller
    Kommentar zu Kommentar 1 am 10. Januar 2014
    3.

    Ds soll aber so sein- denn nur eine schlechte Bahn taugt für die Interessen der Autolobby und genaus aus diesem Grund bleibt eine wirklich bürgernahe und kundenfreundliche Bahn in Deutschland trauriges Wunschdenken, dass jeden Tag enttäuscht wird.

    Mit Pofalla wird das nicht anders werden, für die schlappen 1,2 Millionen Euro die der Merkel-Vertraze von der Bahn per anno für seinen Vorstandsjob abstauben will, wird er mit Sicherheit nicht für das Ziel arbeiten, das seit langen verfehlt wird:

    eine gute Bahn für alle.

    Das ist mit Merkel als Kanzlerin de fac

  4. Autor Helmut Krüger
    am 11. Januar 2014
    4.

    Ich hätte gegen nichts und niemanden etwas - (fast) gleich schon, welches Parteibuch oder nicht -, soweit er denn profund seine Arbeit tut. Das andere ist denn selbstverständlich das Merkmal einer recht merkwüridgen Kultur, dass jemand schon rein vertraglich so hoch vergütet wird, wie er mit keinen Stunden der Welt das jemals verdienen könnte.

    Dieser "Durchbruch" ist gleichfalls vor 15 oder 20 Jahren geschehen, als sich das sich selbst so bezeichnende Spitzenpersonal zu Stars ausrief, die im Vergleich zu Fernsehstars und Fußballstars doch keinesfalls zurückstehen dürften.

    Zur Bahnreform: Was die geschäftliche Transparenz angeht, so habe ich sie unzweifellhaft für überfällig gehalten, was den Aspekt der Zerschlagung in unübersichtliche Teilunternehmen angeht und die Ausrichtung darauf, dass sich alles "rechnen muss" (wie das??) nicht.

    Dass die ehemalige Staatsbahn schlicht außer Lage war, die Kosten einer einzelnen Weiche zu beziffern und die in Frankfurt/Main seinerzeit entschieden haben, auf welche Fahrplanlage Verkäuferinnen von Itzehoe nach Hamburg-Altona zu spät zur Arbeit kommen, gibt m. E. keinen Grund an, sich nach alten Zeiten zurückzusehnen. Allerdings sollte die Bahn jenseits aller Aktienspekulation ein transparentes, vor Ort wirkendes Unternehmen sein, deren Gesamtverantwortung nach wie vor beim Bund liegt.

  5. Autor Erhard Jakob
    am 11. Januar 2014
    5.

    Nicht die Politiker sind an der Misere
    schuld. Sondern wir Wähler, weil
    wir sie in diese hohen Ämter
    gewählt haben.
    .
    In diesem System gilt:
    .
    *Die Gewinne werden privatisiert
    und die Verluste werden
    verstaatlicht.*
    .
    Das hält auf Dauer der beste Staat
    nicht aus. Mein Lob an die BRD,
    die das schon fast 65 Jahre
    ausgehalten hat!

  6. Autor Wolfgang Mücke
    Kommentar zu Kommentar 5 am 12. Januar 2014
    6.

    Wir wählen nicht Politiker, sondern Parteien. Selbst mit der Erststimme, mit der wir Politiker direkt wählen, können wir nur die wählen, die die Parteien uns vorschlagen. Parteilose Kandidaten haben praktisch keine Chance. Selbst FDP oder Grüne schaffen seit Jahrzehnten kein Direktmandat. Die einzige Ausnahme ist Ströbele.
    Wir Wähler haben eigentlich keinen der Betroffenen ins Amt gewählt. Auch hier ist die einzige Ausnahme gerhard Schröder.

  7. Autor Thomas Schüller
    am 12. Januar 2014
    7.

    Sehr geehrter Herr Krüger,

    bevor ein Missverständnis entstehet- ich sehne mich nicht nach den alten Bundesbahnzeiten zurück. Auf Grund der autofixierten falschen Verkehrspolitik, die Westdeutschland seit etwa Mitte der 1950er Jahre erlebt hatm wurde die alte Bundesbahn schwer benachteiligt und hat aber m.E. auf diese Benachteiligung weitgegend falsch reagiert: Streckenstilllegungen, ungesunder Personalaabu, Fahrplanausdünnungen.

    Hauptverantwortlich für diese Fehlentwicklungen sehe ich die Politik, in Westdeutschland seit wie gesagt Mitte der 1950er, im vereinigten Deutshland seit 1990.

    De Fehlentwicklung der DB AG sehe ich in dieser ungesunden Tradition: Nie ging es der Politik wirklich ernsthaft darum mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen. Im Ptrinzip soll die DB gar keine sinnvolle Alternative zum Auto anbieten, drei mal darf man raten warum?

    Die DB agiert kundenfeindlich , das habe ich z.B. aktuel vorgestern abend bei der S-Bahn Rhein-Main erlebt, als wegen einer angeblichen Großstörung S-Bahnen ausfielen bzw. stark verspätet fuhren und die Reisendeninformationen mehr verwirrten als denn was nutzten.

    Die DB verschlingt jedes Jahr 8,5 Milliarden Staatshilfe, ist damit so teuer bzw. teurer als Bundes. und Reichsbahn zusammen zu deren Zeiten. Die DB ist ein ungesunder Zwitter aus alten teuren Sttatsbahnen und einem (nur formalen) Privatunternehmen, dass sich von der Politik angeblich nichst sagen lassen muss und nur an die Börse will, ob die Kunden dabei auf der Strecke bleiben interessiert das Inkompetenzteam um Grube nicht.

    Viele Grüße, Thomas Shüller

  8. Autor Helmut Krüger
    am 13. Januar 2014
    8.

    Ich will Ihnen da gar nicht groß widersprechen, sehr geehrter Herr Schüller,..

    ... allerdings setze ich das fast schon goldene Zeitalter der Nachkriegsbahn (in Westdeutschland) in die Zeiten der Einführung des Interregios.

    Zunächst aus der Not heraus geboren - der drohenden Abwicklung des Bahnbetriebswerks Weiden(Oberpfalz - ein höchst pfiffiges Konzept eines integralen Taktfahrplans, verbunden mit einer neuen Zuggeneration: Solide, ansprechend und nicht vordergründig auf Prestige getrimmt wie die ICEs.

    Jetzt setzt die Bahn (endlich mal wieder) auf Zugverbindungen unterhalb des ICE, durchgehend zwischen Berlin und Hamburg. Die langen Reisezugverbindungen, bei denen es vorrangig nicht auf maximale Geschwindigkeit ankommt, hat die Bahn zwischenzeitlich ganz aus dem Auge verloren und es ist und wäre mutig, das Kundenpotenzial gerade in diesem Bereich festzustellen. Meines Erachtens lohnte das auf gut einem Dutzend Strecken, so bspw. entlang des Mains über Gmünden/Main anstelle der überteuerten Tunnelfahrt mit genommener Aussicht per ICE.

    Wer auch immer sich dran macht, die Bahn unbefangen zu durchleuchten, anstelle bloß flotte Werbesprüche mit bekanntem Namen zu vermitteln: Ginge es nicht darum, die Bahn von einem zunehmend tätig werdenden IMMOBILIENdienstleister zu einem Mobilitäts-Dienstleister zu machen, den Bahnkunden mit attraktiven Angeboten die Aussicht zu gönnen, jenen jedenfalls, die Wert auf Reisekultur legen, anstatt sie abgehängt auf Provinzbahnhöfen 2 Stunden herumstehen zu lassen?

  9. Autor Thomas Schüller
    am 13. Januar 2014
    9.

    Herr Jakob schrieb:

    "*Die Gewinne werden privatisiert
    und die Verluste werden
    verstaatlicht.*
    .
    Das hält auf Dauer der beste Staat
    nicht aus. "

    Ich stimme diesen Ausführungen voll und ganz zu.

    Aktuell beträgt die Verschukdung des Bundes 2,141 Billionen Euro,...

    http://www.staatsverschuldung.de/schuldenuhr.htm

    ...das sind also 1221 Milliarden Euro, welche bei einer n Bevölkerungsanzahl von knapp 81 Millionen Bundesbürger/innen eine pro Kopf Verschuldung von rund 26 000 Euro beduetet.- vom Baby bis zum Greis.
    .
    Das hält auf Dauer der beste Staat nicht aus,aber uns versucht die Politik zu suggerieren, wir wären auf dem besten Wege einer Konsolidierung.

    Fazit: Der Kaiser ist pudelnackig, aber alle Welt soll seine neuen Kleider bejubeln.

    Und die Steuer,illiarden werden munter verpulvert, bei Stuttgart 21 genauso wie 500 Millionen für fluguntaugliche Drohnen
    oder die 8,5 Milliarden jedes Jahr für die Deutsch Bahn, die angeblich privatrwirtschaftlich eigenverantwortlich agieren soll.

    Das Volk wird betrogen und belogen und lezztendlich enstcheiden dicke Parteispenden und der Lobbiismus allein, wie private Interessen sich gegen (!) das Allgemeinwohl ducrhsetzten können.

    Die Politiker geben da in aller Regel nur noch müde Marionetten ab, welche sich alle 4 Jahre einen neuen Blankscheck von den Bürgern austellen lassen, um dann selbige Bürger weiter betrügen zu können.

    Ein Volk, dass diesen Schwindel nicht ducrhschaut
    hat es allerdings nicht besser verdient.

    Viele Grüße, Thomas Schüller

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