Liebe Besucherinnen und Besucher,

seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

Wir danken Ihnen für Ihre rege Teilnahme auf www.direktzurkanzlerin.de.

Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Erich Peltsarszky am 21. Juni 2012
6082 Leser · 1 Kommentar

Wirtschaft

Gigalaster Erprobung

Straßenverkehr, Gigaliner

Wozu dient die "Erprobung"? Doch wohl der Absicht, die Gigalaster zuzulassen. Das darf aber auf keinen Fall geschehen. Warum nicht?

Wenn man mit dem gleichen Personalaufwand mehr Güter befördern kann, wird der Transport billiger (das ist wohl die Absicht der Lobby). Das wird den Straßentransport vermehren. Wohin werden die Gigalaster wohl ausweichen, wenn die vorgesehene Linie Stau hat oder gesperrt wird? Warten? Bei "Just in time"-Auftrag? Der vorhandene Straßenraum muß aber entlastet werden: Flüssigerer Verkehr, weniger Tote, weniger Verletzte, weniger Leid, weniger Krankenhauskosten, weniger Sachschaden und Materialvergeudung, weniger Arbeitsausfall, weniger CO2, weniger Feinstaub, weniger Lärm, weniger Polizei-, Rettungs- und Bergungsaufwand, weniger Straßenbau für "Entlastungs"straßen, menschenwürdigere Umwelt.

Das geht nicht? Doch! Güter nicht auf noch mehr Laster, sondern auf die Schiene!
Vorteile: Außer der Vermeidung der oben genannten Mißstände - das alleine wäre schon Grund genug! - Schaffung vieler Arbeitsplätze bei der Bahn, Schaffung wertbeständiger Sachwerte (Anlageinvestitionen schaffen dauernde Werte und dauernden Gewinn; Lohnkosten sind verlorenes Kapital). Bei entsprechender Ausstattung der Bahn ist der Bahntransport sicherer, pünkticher und zuverlässiger, weil er nicht von Wetter und Verkehrslage abhängt und nach Fahrplan fährt. Er ist umweltschonend und kann aus erneuerbaren Energiequellen betrieben werden.

Warum also nicht auf die Schiene? Wenn man aber nicht die Absicht hätte, Gigalaster zuzulassen, warum muß man sie dann erst erproben? Weil die Lobby darauf wartet?

Mein Vorschlag:
Keine Gigalaster; Güter auf die Schiene! Schluß mit der "Erprobung"!

Meine Frage: Soll die "Erprobung" trotzdem weitergeführt werden? Wozu?

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 27. Juli 2012
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Peltsarszky,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag von Bundeskanzlerin Merkel beantworten.

Die Bundesregierung ist angetreten, Verkehr klug zu organisieren und nicht zu verhindern. Daher wurde im Koalitionsvertrag vereinbart, Chancen und Risiken innovativer Nutzfahrzeugkonzepte in einem zeitlich befristeten Feldversuch zu untersuchen. Die länderübergreifende Erprobung mit Lang-LKW („Gigalaster“) ist Teil des Aktionsplans Güterverkehr und Logistik.

Der Feldversuch hat am 1. Januar 2012 begonnen und wird von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wissenschaftlich begleitet. Bisher wollen sich neun Unternehmen mit 15 Lang-Lkw beteiligen. Der Versuch soll Umweltauswirkungen, Effizienzsteigerungen im Transport, Verkehrssicherheit und infrastrukturelle Auswirkungen der Lang-LKW untersuchen. Über den elektronischen Bundesanzeiger (www.bundesanzeiger.de) können Sie aktuelle Daten abrufen.

Bisherige Studien mit längeren Lkw haben ein deutliches Einsparpotential an CO2 und Kraftstoff nachgewiesen. Die Ergebnisse werden jetzt in der Praxis auf ihre Belastbarkeit hin untersucht werden. Erste Rückmeldungen der Unternehmen haben die Erwartungen an die Einsparmöglichkeiten bestätigt. Grundsätzlich gilt: Wo heute drei LKW pro Tag unterwegs sind, sind es im Feldversuch nur zwei Lang-LKW. Davon können z.B. Automobilzulieferer, die Lebensmittelbranche, Express-, Kurier- und Paketdienste profitieren.

Fest steht aber auch: Der Einsatz von Lang-LKW wird nicht dazu führen, dass eine (Rück-) Verlagerung des Ladungsaufkommens von der Schiene auf die Straße erfolgt. Deshalb werden daher auch die Auswirkungen des Einsatzes längerer Fahrzeuge auf den kombinierten Verkehr untersucht.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Martin G.
    am 21. Juli 2012
    1.

    Hallo Herr Peltsarszky,
    herzlichen Glueckwunsch zu Ihrem Thema und Platz 1.
    In der Hoffnung dass Ihr Beitrag beantwortet wird, gruesse ich Sie.
    Hintergrund ist die Beantwortung meines Beitrages:
    Herr Guardini war in den vergangenen Wochen bereits mehrfach unter den Top-Beiträgen vertreten.
    Wir bitten daher um Verständnis, dass zur alternativen Beantwortung das zu dem Zeitpunkt der Weiterleitung am 16.07.2012 nächstplatzierte Anliegen weitergeleitet wurde.

  2. Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie angemeldet sein.