Liebe Besucherinnen und Besucher,

seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

Wir danken Ihnen für Ihre rege Teilnahme auf www.direktzurkanzlerin.de.

Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Niels Beisinghoff am 02. Juni 2015
5329 Leser · 0 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Griechenland sitzt auf 600 Milliarden US Dollar an Gasvorkommen

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

es heißt laut übereinstimmenden Berichten von Reuters, Focus, Spiegel und auch in wissenschaftlichen Publikationen, dass Griechenland Gasvorkommen hat, die einen Wert von 600 Milliarden US Dollarn haben könnten. Bei den Staatschulden von gerade mal circa 320 Milliarden Euro hört sich das gigantisch an. Warum versuchen europäische und griechischen Firmen nicht diese Felder zu explorieren und der komplette Griechenland Schuldenstreit hat sich sofort erledigt und man wird auch weniger abhängig von aussereuropäischen Gaslieferanten?

Das soll aber nicht bedeuten, dass Deutschland aus der Energiewende aussteigen sollte. Idealerweise wird Deutschland in wenigen Jahren zu 100% von erneuerbaren Energien versorgt, wie es in der Stadt München schon bald der Fall sein wird.

Beste Grüße,

Niels Beisinghoff

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 12. Juli 2015
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Beisinghoff,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Die Bundesregierung kann Behauptungen nicht bestätigen, Griechenlands Erdöl- und Erdgasvorkommen seien so ergiebig, dass das Land über Fördergewinne Schulden abtragen könnte. Ebenso wenig ist bekannt, ob Griechenland derzeit aktiv Öl- und Gasvorkommen erschließt.

In welcher Höhe ein Land Erlöse aus der Produktion erzielt, hängt in hohem Maße von den Vertragsbedingungen ab. Üblicherweise schließen Unternehmen der Öl- und Gasförderindustrie solche Verträge ab. Sie entscheiden nach unternehmenseigenen Parametern (zum Beispiel Renditeerwartungen, Umweltauflagen, Schwierigkeitsgrad).

Die Regierung eines Landes kann Fördermittel bereitstellen, sollte es sich um wirtschaftlich bedeutsame Vorhaben handeln. Inwieweit das für Öl- und Gasvorkommen in Griechenland zutrifft, ist nicht bekannt.

Die Energiestudie 2013 der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe kommt zu dem Ergebnis, dass Griechenland im weltweiten Vergleich nur über marginale Erdöl- und Erdgas-Reserven verfügt. Das schlägt sich auch in einer sehr geringen Produktion nieder. Ein Ausbau dieser Industrien würde nur unwesentlich zu einer wirtschaftlichen Entlastung führen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung