Liebe Besucherinnen und Besucher,

seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

Wir danken Ihnen für Ihre rege Teilnahme auf www.direktzurkanzlerin.de.

Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Elke Giesen am 16. Februar 2015
4702 Leser · 10 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Griechenlandkrise

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

insbesondere seit der Neuwahl der griechischen Regierung bin ich besorgt über die wirtschaftliche Entwicklung in der Europäischen Union. Ich möchte nochmals eindringlich daran erinnern, dass bei Vertragsschluss eine Vergemeinschaftung der Schulden ausgeschlossen worden ist.
Gegen diese Regelung wird zunehmend verstoßen. Bitte bedenken Sie, dass auch unser Land nicht endlos belastbar ist. Wir sind selbst hoch verschuldet.

Griechenland ist es infolge von Misswirtschaft und Korruption bis heute nicht gelungen, seine wirtschaftliche Situation zu verbessern. Ich bin der Meinung, dass genug Steuergelder an Griechenland
verschwendet wurden. Eine weitere Kreditvergabe ist unter den gegebenen Umständen nicht zu rechtfertigen. Ich bin sicher, dass diese Auffassung von der Mehrheit der deutschen Bevölkerung geteilt wird.

Hinzu kommt, dass das arrogante und unverschämte Verhalten eines großen Teils der Griechen Ihnen gegenüber und überhaupt dem gesamten deutschen Volk jegliche Hilfsbereitschaft lähmt.
So tief müssen wir nicht sinken, dass wir uns derartige Beleidigungen gefallen lassen, erst recht nicht, dass wir diese mit weiteren Geldleistungen belohnen. Die Europäische Union braucht Griechenland nicht.
Eigentlich hätte Griechenland gar nicht erst beitreten dürfen, da es die Beitrittsvoraussetzungen nicht erfüllte.

Bitte sorgen Sie als unsere Volksvertreterin dafür, dass dem Wohl und dem Ansehen Deutschlands Rechnung getragen wird. Ich nehme nicht an, dass Sie nicht ernsthaft der Ansicht sind, dass die Beibehaltung Griechenlands in der Eurogruppe unverzichtbar ist?

Vielen Dank für Ihren Einsatz und Ihre gute Arbeit.

Mit freundlichen Grüßen
Elke Giesen

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 12. März 2015
Angela Merkel

Sehr geehrter Frau Giesen,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Die EU hat Griechenland in den letzten Jahren sehr geholfen, stets unter der Voraussetzung, dass es seine Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig macht.

Der Deutschen Bundestag hat am 27.02.2015 der Verlängerung des laufenden Programms für Griechenland um bis zu vier Monate zugestimmt. Jetzt muss Griechenland das Programm auf der Grundlage der darin enthaltenen Bedingungen erfolgreich abschließen. Die griechische Regierung hat erste Reformvorschläge vorgelegt. Jetzt gilt es, diese Reformvorschläge zu spezifizieren und mit den drei Institutionen – der Europäischen Kommission, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds – zu besprechen. Auf dieser Grundlage wünscht sich die Bundesregierung für Griechenland eine gute Zukunft als Mitglied der Eurozone.

Entscheidend ist, dass sich in der Sache etwas in Griechenland bewegt. Hilfe zur Selbsthilfe, das ist das Prinzip. Das gilt auch weiterhin, dazu sind alle Partner Griechenlands immer noch bereit.

Auch für unser Land bestehen die besten Chancen auf eine gute Zukunft, wenn die europäische Einigung weiter gelingt und Europa zusammensteht.

Weitere Informationen: http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Intervie... http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Download...

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (10)Schließen

  1. Autor Karl Heinz Müller
    am 20. Februar 2015
    1.

    Sehr geehrte Bundeskanzlerin,
    bleiben Sie hart. Herr Schäuble macht das schon richtig. Aber die Schulden Griechenlands sind so hoch, dass sie nie zurückgezahlt werden können.Ein evtl. Schuldenerlass für Griechenland wäre meiner Ansicht aber nur vertretbar, wenn die griechische Regierung Vertrauen gegenüber den Gläubigern (das sind die Steuerzahler der EU - also wir) aufbaut. Ich denke an eine Vorgehensweise entsprechend unserer deutschen Privatinsolvenz. Da muss der Schuldner in einer sog. Wohlverhaltensphase beweisen, dass er mit dem verfügbaren Einkommen wirtschaften kann.

  2. Autor CONSTANTINOS KYVENTIDIS
    am 24. Februar 2015
    2.

    1) Info: Die GR ReformListe(24.02.2015) ist ausreichend und die beste für Griechenland und Europa gleichzeitig. Die neue griechische Regierung ist ein Diamant und Vorbild mit exakte Pläne und vor allem macht genau das was sie machen muss. Bravo GR-Linke+Rechte Buendnis.....

    2) Ubrigens :Wann vollen die Deutschen an
    den Griechen zuruckzahlen den zwangs darlehen
    (Hitler ,WK2)
    von damals 476 millionen RM = Heute(stand 2014)
    70 Milliarden Euro ?
    Die Griechen werden dies niemals vergessen ...und warten !!

  3. Autor Erhard Jakob
    am 24. Februar 2015
    3.

    Es geht hier weniger um die Griechen als Volk.
    Sondern mehr um die Griechen, welche mit
    der EU Kreditverträge geschlossen haben.
    .
    Die Kreditverträge mit der EU haben nichts
    mit Deutschland und den verlorenen
    3. Weltkrieg zu tun.
    .
    Die EU kann natürlich noch weitere Milliraden
    nach Griechenland überweisen. Doch das
    hilft weder dem griechischen Volk noch
    dem europäischen Volk weiter.
    .
    Aber auch der Zusammenbruch des griechischen
    Staates nützt dem griechischen Volk noch
    dem europäischen Volk etwas.
    .
    In beiden Fällen haben nur die Geld- und
    somit Machthabenden etwas davon.
    .
    Die griechischen Oligarchen haben
    doch längst ihre *Schäfchen* ins
    Trockene gebracht.
    .
    Die Verlierer sind wie immer
    die Armen und Ohn-
    mächtigen.

  4. Autor Erhard Jakob
    am 28. Februar 2015
    4.

    Mit *Schäfchen* meine ich natürlich >Euros<.
    Diese haben sie längst ist Ausland gebracht
    und in andere Währungen eingetauscht.
    .
    Somit interessiert es die Oligarchen auch gar
    nicht, ob der Euro bzw. die EZ zusammen
    bricht? Oder nicht? Sie und ihre Nach-
    kommen können von dem beiseite
    geschafften Geld noch viele
    Generationen leben!
    .

  5. Autor Erhard Jakob
    am 02. März 2015
    5.

    Rosi,
    das ist der ganz normale
    globale Kapitalismus.
    .
    Wie lange das noch gut
    geht, weiß keiner.
    .
    Wir wissen nur, dass in den
    meisten Ländern ein
    Bürgerkrieg wütet.

  6. Autor Erhard Jakob
    am 03. März 2015
    6.

    Elke,
    .
    hier handelt es nicht nicht um eine *Griechenland-Krise*
    sondern um eine *Kapitalismus-Krise*.
    .
    Die griechischen Kapitalisten (Oligarchen) haben das
    Land durch ihre unersättliche Geldgier an den Rand
    des finanziellen Ruins geführt.
    .
    Die europäischen kapitalistischen Verantwortungsträger,
    wissen, dass der Zusammenbruch des EU-Währungs-
    system in Griechenland den Zusammenbruch des
    Euro-Systems >allgemein< zur Folge hat.
    .
    Um diesen Euro-Zusammenbruch zu verhindern,
    mussten sie auch einer >Kredit-Verlängerung<
    zustimmen.
    .
    Weite Teile der CSU/CDU und AfD (sowieso)
    sind der Meinung, dass ein deutscher Austritt
    zwar den Zusammenbruch der EU und des
    Euros zur Folge hat. Aber dadurch we-
    nigsten der Kapitalismus in der BRD
    gerettet werden kann.
    .
    Somit ist es auch logisch, dass viele
    weitsichtige der CSU/CDU gegen
    den Beschluß zur Kredit-Ver
    längerung gestimmt haben.
    Ich kann nicht nachvollziehen, weshalb
    die LINKEN für eine Verlängerung
    gestimmt haben.

    Ich bin mir nicht sicher, dass sich die Hoffnung
    der *Kredit-Nicht-Verlängere*:
    .
    "Wenn wir den Kapitalismus in Griechenland zu-
    sammen brechen lassen, dann können wir
    vielleicht noch den Kapitalismus in
    Deutschland retten",

    erfüllen wird.

  7. Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie angemeldet sein.