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Abstimmungszeit beendet
Autor Angelika Kraus am 22. September 2008
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Außenpolitik

Grundrecht und Schutzwürdigkeit des Lebens aus der Sicht der Bundeskanzlerin

Sehr geehrte Bundeskanzlerin,

ich würde Ihnen gerne eine Frage stellen.

Es gibt keine dem Leben selbst übergeordneten Interessen die der Staat zu vertreten hätte, da nun mal das Leben jedes Einzelnen das über allem stehende Interesse des Staates ist. Dieses ist in den Grundrechten im Grundgesetz geordnet und beschrieben. Demnach gilt, der Mensch an sich hat schon Werte, aber damit ist nicht seine Leistung als Arbeitskraft gemeint, sondern die moralischen Werte, das Wissen und das Unterscheiden um Gut und Böse, also genau dass, was ihn vom Tier unterscheidet.

Der Wert des Menschlichen Lebens. Der mit einigen (etlichen) nicht nur politischen Maßnahmen gerne in die Ecke gestellt wird, um scheinbar übergeordnete Interessen zu wahren, ist unbestreitbar. Vom Einzelnen ausgehend muss das Bewusstsein über diesen Wert des Lebens ausgehen und dieses mit seinem Leben ausdrücken, in dem wie er handelt, denkt und redet (Schutz des Lebens, Schutz durch die Wahrnehmung und Einforderung seiner Rechte und die Anderer), da der Mensch sich vom Tier darin unterscheidet, dass er ein Bewusstsein hat und deswegen überlegen kann: "Wie will ich leben". Dem sog. Bösen kann nur in der Weise begegnet werden indem Menschen sich für diesen Wert für andere und sich selbst einsetzen. Demokratie ist eigentlich nur dann Demokratie wenn sie den Schutz des individuellen Einzelnen und seiner freien Entwicklung gewährleistet, aber auch in anderen Staatsformen ist das so, dass sie eigentlich nur eine Existenzberechtigung haben, wenn sie dem denn gerecht werden. Das müssen wir uns aber noch erarbeiten und erst noch zeigen ob wir den Wert begriffen haben, meine ich.

Dabei liegt die Betonung insbesondere auf: Wie wollen wir leben! Und danach zu gehen, wie wir uns demnach entscheiden unser Leben einzusetzen.

Das kann man zwar begreifen, hat aber eigentlich doch nur dann wirklichen Sinn wenn man es auch ernst meint. D. h. man sollte so leben, dass man das Leben anderer und das eigene, als das weitaus wertvollste vor allem anderen behandelt und achtet. Das wäre dann doch der Ausgangspunkt von dem aus der Staat, wie auch der Einzelne dort etwas bewirken kann, wo etwas falsch läuft. Oder?

Wie können Sie uns dann erklären wie es dazu kommen kann, dass ganz offensichtlich doch dem Leben übergeordnete Interessen vom Deutschen Staat vertreten werden, oder warum sonst können Sie als deutsche Kanzlerin in der Welt herumreisen und Deutschland in Kriege verstricken, wo dann junge deutsche und andere Menschen ihr Leben lassen?

Über eine baldige Antwort würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Angelika Kraus