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Abstimmungszeit beendet
Autor S. Velasco-Sobeck am 25. März 2013
5883 Leser · 3 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Herkunft gleich Zukunft

Hallo Frau Merkel,
ich würde gerne eine Frage stellen.
Ich gehe zur Schule, mache dort eine Ausbildung und mein Abitur. Meine Eltern sind nicht mit solchen Wissen gesegnet und beziehen Sozialhilfe (da meine Mutter an Depressionen erkrankt ist, war auch eine Teilzeitbeschäftigung unmöglich). Ich dagegen bin fleißig arbeiten gegangen und habe kein Schülerbafög bezogen, weil ich der Meinung bin wenn ich arbeite brauch ich kein Geld von unserem Staat. Nun folgt aber eine Art Terrorisierung vom Sozialamt. Ich bekommen monatlich Briefe in dennen sie erfahren wollen wie viel ich verdiene, ob ich zur Schule gehe. Ich verstehe es sehr wohl, dass geachtet werden muss wo das Sozialhilfegeld hinfließt, doch eine Schülerin die einen 400 Euro Job hat so zu demütigen und monatlich ( im Abitur!) zu verlangen, dass ich Abrechnungen zusammen suchen muss und ja alles angebe, das finde ich ganz schrecklich. Ich dachte immer das Klischeé Herkunft gleich Zukunft verschwimmt langsam, doch mir wird es auf die Seele gepresst. Jetzt soll ich, obwohl ich in meinem Leben nicht beantragt habe, dem Sozialamt 800Euro wieder zahlen, da ich arbeiten war und sie angeblich meine Abrechungen nicht erhalten haben. Wieso schaffen es die Arbeiter dort diese zu verlieren? Ich habe sie rechtmäßig hingeschickt, monatlich und nun wollen sie eine Nachzahlung von mir. Ich bin 20 Jahre und fühle mich als wäre ich eine arme Sozialhilfeempfängerin, obwohl ich doch einer der besten Ausbildungen in Hamburg habe.
Mit Freundlichem Gruß
Sarah Velasco

Kommentare (3)Schließen

  1. Autor Werner Scherfer
    am 08. April 2013
    1.

    Hallo Sara .
    Wenn Eltern Sozialhilfe bekommen und haben schulpflichtige
    Kinder,so kriegen sie auch für jedes Kind Geld .
    Geht eines von den Kindern etwas arbeiten ,muß das dem Sozialamt
    gemeldet werden .Je nach Höhe des Lohnes wird dieser mit deinem
    Anteil Sozial hilfe verrechnet !
    So könnte es sein ,mach dich mal schlau !
    Viel Glück
    WS

  2. Autor Hucky Fin
    am 10. April 2013
    2.

    Sehr geehrte Frau Velasco,

    das Leben lehrt, das man Dinge NICHT mit der Post schickt, wenn es um Behördendinge geht, sondern diese möglichst persönlich abgibt UND sich noch eine Bescheinigung ausstellen läßt, das man die Unterlagen auch abgegeben hat.

    Das hat vor allem 2 Gründe:

    zum einen die Sicherheit das man die Unterlagen persönlich abgegeben und sein Gegenüber diese auch empfangen hat,

    zum anderen auch das unweigerliche Gespräch mit den Verwaltungsbeamten, die nun mal den Nimbus der Unnahbarkeit haben, ebenso wie diese den Nimbus der unbekannten Leben in den Verwaltungsakten haben.

    Denn durch die Abgabe der Unterlagen ergibt sich unweigerlich ein Gespräch mit dem oder der SachbearbeiterIn. Ich empfehle Ihnen daher das Gespräch mit dem/der zuständigen SachbearbeiterIn zu suchen und glaubhaft, also authentisch, zu versichern, das sie die Unterlagen per Post geschickt haben, wenn dies den tatsächlichen Begebenheiten entspricht.

    Für die Zukunft empfehle ich unter Umständen den Postweg mit Einschreiben oder Übergabeeinschreiben, (der Absender muss den Erhalt der Postsendung quittieren). In beiden Fällen bekommen Sie immer ein Beleg und gerade wenn das Geld nicht so locker sitzt und Sie sich ja eigentlich auf andere, für Sie wichtigere Dinge, konzentrieren wollen, ist dies für die Zukunft hilfreich.

    Mit freundlichen Grüßen

    Hucky

  3. Autor Erhard Jakob
    am 21. April 2013
    3.

    Ich kann den Unmut von
    Sahra gut verstehen.

    Sie gibt sich alle Mühe! Sie geht ausser zur Schule auch
    noch arbeiten und wird dann mit solchen zusätzlichen
    *Papier-Krieg* "bombadiert". Das ist
    schon entmutigend.

    Die "guten Ratschläge" -mit hohen Kosten verbundene Einschreiben
    und Selbstabgabe mit Gegenzeichnung- sind sicher von den
    Aussenstehenden gut gemeint. Aber diese *Ratschläge*
    können auch Schläge sein.

    Ich habe schon erlebt, dass selbst teure "Einschreib-
    briefe" nicht den Empänger erreicht haben,
    bzw. erreicht haben sollen.

    Desweiteren beweist, das Einschreiben nur das der Brief
    den Empfänger erreicht hat - nicht aber der Inhalt.

    Mir wurde z.B. mitgeteilt, dass der Brief zwar angekommen
    sei aber der Inhalt fehlte. Auch habe ich schon direkt Un-
    terlagen -mit Gegenzeichnung- bei der entsprechenden
    Stelle abgegeben. Trotzdem wurde behauptet, dass
    die Unterlagen nicht vorhanden seien.

    Was mich betrifft, kann Sahra
    leider keinen guten Rat
    geben.

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