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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Doris Trümper am 24. Oktober 2013
7905 Leser · 5 Kommentare

Familienpolitik

Höhe der Armutsgrenze in Deutschland

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel,

heute steht wieder in den Nachrichten, dass in Deutschland viele Kinder in Armut leben. Was heißt das in Deutschland? Ich finde nirgendwo einen genauen Betrag, der als Grenze gilt, unter dem man arm ist.
Vielen Dank für Ihre tolle Politik.

Mit freundlichen Grüßen
Doris Trümper

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 08. November 2013
Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Trümper,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Die Bundesregierung legt regelmäßig in der Mitte einer Legislaturperiode ihren Armuts- und Reichtumsbericht vor. In diesem Bericht finden Sie umfangreiche Informationen und Daten zu den Lebenslagen der Menschen in Deutschland.

Die Armutsrisikogrenze ist abhängig vom sogenannten Medianeinkommen (mittleren Einkommen). In den EU-Mitgliedstaaten gelten 60 Prozent des Medianeinkommens als Armutsrisikogrenze. Das Statistische Bundesamt hat für 2012 ein Medianeinkommen von 19.595 Euro (netto) pro Jahr ermittelt. Wer also weniger als ca. 980 Euro (netto) monatlich zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet.

Erfreulich ist, dass die Zahl der armutsgefährdeten Kinder und Jugendlichen laut Statistischem Bundesamt seit 2010 rückläufig ist.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (5)Schließen

  1. Autor Ralf Schumann
    am 27. Oktober 2013
    1.

    Arm ist jemand, der weniger als 60% des Durchschnittseinkommens zur Verfügung hat. Das heisst, je mehr die "oberen Zehntausend" verdienen, desto ärmer werden die Arbeitslosen und Geringverdiener, selbst dann, wenn sie immer das gleiche Geld zur Verfügung haben.
    .
    Ein Single ist arm, wenn er 980 € oder weniger im Monat netto zur Verfügung hat. 980 € netto entspricht einem Bruttoverdienst von ca. 1.300 €, also bei einer Vollzeitbeschäftigung ein Stundenlohn von etwa 8,50 €. Genau diese 8,50 € möchten unsere Politiker zum Mindeststundenlohn machen, damit "sich Arbeit wieder lohnt". Vergessen wird dabei leider, dass jemand, der nicht arbeitet, theoretisch genauso viel Geld über unser Sozialleistungssystem erhält, zumindest mit allen geldwerten und zusätzlichen Vergünstigungen. Außerdem arbeiten viele Menschen nur noch in Teilzeit, so dass ein Single auch bei einem Stundenlohn von 17 € arm ist, sofern er nur halbtags arbeitet.
    Bei einem Elternpaar mit 2 Kindern sind es übrigens netto 2.058 € im Monat.

  2. Autor Erhard Jakob
    am 28. Oktober 2013
    2.

    "Arm" ist keine Tatsache
    sondern ein Gefühl.
    .
    Viele sind arm und fühlen sich
    nicht arm und umgekehrt.
    .
    Oft wird arm und reich mit
    Geld verbunden. Reich
    kann man auch ohne
    Geld sein.
    .
    Das können aber sicher Menschen
    mit einem Dollar/Eurozeichen in
    der Pupille sicher nicht sehen.

  3. Autor Erhard Jakob
    am 30. Oktober 2013
    3.

    Arm sind Menschen, denen es nicht
    um den Mitmenschen sondern
    nur ums Geld geht.
    .
    Auskunft eines Rechtsanwaltes
    aus Berlin:
    *Herr Jakob, wenn es ihnen nur um die
    Heilung ihrer verletzen Ehre und Würde
    geht, dann rufen sie mich nicht mehr
    an und schreiben sie mir nicht
    mehr. Heute geht es nur
    noch ums Geld.*

  4. Autor Erhard Jakob
    am 01. November 2013
    4.

    Berthold Brecht:

    *Armer Mann spricht zum reichen Mann:
    Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.*

  5. Autor Erhard Jakob
    am 03. November 2013
    5.

    Volksweisheit:

    *Der Krug geht solange zum Brunnen
    bis er bricht.*

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