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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor B. Baumgartl am 20. Januar 2015
5411 Leser · 16 Kommentare

Innenpolitik

Ihr Interview mit Berthold Kohler

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

mit großem Interesse habe ich in der FAZ Ihr Interview mit Berthold Kohler gelesen. Sie finden darin deutliche Worte zur Frage der wachsenden Zahl der Deutschen, die sich vor dem Islam fürchten. Auch Terroristen berufen sich bei ihren Mordtaten auf den Islam. Wie von Ihnen gefordert, ist eine Klärung dieser berechtigten Frage durch die Geistlichkeit des Islam wichtig und dringlich.

Herr Mazyek hat in Ihrem Beisein ein deutliches Zeichen gesetzt zur Distanzierung seines Verbandes von den Terroranschlägen. Aber auch hier gilt, dass es nicht genügt, eine Sure aus dem Koran zu zitieren, wer einen Menschen ermorde, töte die gesamte Menschheit Er muss sich auch mit den Suren auseinandersetzen, wonach ein Muslim niemals den Islam verlassen darf. Versucht er es dennoch, so ist er zu töten. .

Kann eine innerlich so zerrissene Religion mit solch ungeklärten Widersprüchen zu Deutschland gehören? Nein! Jedenfalls solange nicht, bis sie selbst mit sich im Reinen ist.

Sie sind auch auf diese Fragen eingegangen und haben klargestellt, dass Salafismus und Scharia nicht zu Deutschland gehören. Aber zweifellos gehören doch Salafismus und Scharia zum Islam.

Man kann deshalb von der unzulässig vereinfachenden Losung “Der Islam gehört auch zu Deutschland“ nur warnen. Man stößt damit den größeren Teil der Deutschen (durch Umfragen belegt) vor den Kopf. Das ist auch die Mehrzahl Ihrer Wähler!

Mit den besten Grüßen, Ihr

Bruno J. Baumgartl

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 13. Februar 2015
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Baumgartl,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört, ist in diesem Forum bereits mehrfach behandelt worden, zuletzt in unserer Antwort vom 23. Januar 2015: http://www.direktzu.de/kanzlerin/messages/pegida-57734 .

Die Bundeskanzlerin hat sich zu dem Thema im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 16. Januar 2015 und in zahlreichen anderen Beiträgen geäußert. Auf die Frage, was es für sie konkret bedeute, dass der Islam zu Deutschland gehöre, hat die Bundeskanzlerin geantwortet: „Dass sehr viele Muslime hier in Deutschland leben, insgesamt rund vier Millionen Menschen, die entweder die deutsche Staatsangehörigkeit oder jedenfalls dauerhaft hier ihren Lebensmittelpunkt haben und in ihrer übergroßen Mehrheit rechtschaffene, verfassungstreue Bürger sind. Sie sind ein Teil von Deutschland, und der Glaube, der ihnen wichtig ist, ist es inzwischen auch. Sie sind Bürgerinnen und Bürger dieses Landes, sie fühlen sich Deutschland verpflichtet und bringen sich mit ihrer Kraft hier ein. Wir erwarten, dass sie die deutsche Sprache sprechen, wir erwarten, dass sie sich zu unserer Rechtsordnung bekennen, und sie dürfen von uns erwarten, dass wir sie dann auch als zu uns gehörig annehmen.“

Die Bundeskanzlerin hat auch gesagt, dass der Salafismus nicht zu Deutschland gehört und wir ihm mit den Mitteln unseres Rechtsstaats begegnen: „Das Strafrecht schützt unsere Werteordnung. Sogenannte Ehrenmorde, Gewaltexzesse in Familien oder Versuche, hier mit der Scharia eine Paralleljustiz zu etablieren, sind damit eindeutig nicht vereinbar.“

Das gesamte Interview finden Sie hier: http://www.bundeskanzlerin.de/Content/DE/Interview/2015/0...

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (16)Schließen

  1. Autor Helmut Krüger
    am 21. Januar 2015
    1.

    Mehr, als dass es ein Spagat für die Konservativen wäre, ist der Umgang mit islamischen Strömungen ein Spagat für die Partei Die Linke. Immerhin gibt es ja auch konservative kürchliche Vertreter, die sehr wohl darauf hinweisen, dass genau wie der Koran auch die Bibel Fundstücke dieser und jener Richtung beinhaltet, zur gefälligen Rechtfertigung immer nur jener, die das als technische Gebrauchsanweisung missverstehen.

    _

    Der stärkere Spagat für Parteigänger und das Umfeld der Partei Die Linke besteht m. E. darin, dass zu DDR-Zeiten immer ein rein politisch-instrumenteller Internationalismus auf die Bühne gehoben wurde, de facto aber sich das als reine Trockenübung erwies. In der Realität haben alltägliche Kontakte mit Fremden fast nirgendwo stattgefunden, bis auf hier und da mit Exilchilenen, die mitsamt ihrer Familien in die DDR ziehen durfen.
    _

    Der verschlossenen DDR sind da höchstens noch die bayerischen Dörfer recht ähnlich, wo Zugezogene erst in Generationen leben müssen, um von den "Oanhamischen" als gleichwertig akzeptiert zu werden.

  2. Autor Helmut Krüger
    am 22. Januar 2015
    2.

    "Das ist auch die Mehrzahl Ihrer Wähler!"

    Da lob ich mir doch eher Angela Merkel, die hier in disem Punkt zweillos das Bundeskanzleramt im Sinne einer Gesamtheit betrachtet, als Ihre Position, Herr Baumgartl, der es als Bestätigungs- und Beförderungsamt für eine Partei (miss-)versteht. Gewiss hat Richard von Weizsäcker als Bundespräsident 1985 nicht für die Mehrheit Derjenigen seines ruhenden Parteibuches gesprochen ...

  3. Autor Erhard Jakob
    am 26. Januar 2015
    3.

    Die Äusserungen (BP un BKin) *Der Islam gehört zu Deutschland* und
    (MP) *Der Islam gehört nicht zu Sachsen* sind doch nur
    Sprechblasen umWähler zu gewinnen.
    .
    Laut Verfassung von Sachsen und dem Grundgesetz der
    Bundesrepublik Deutschland kann jeder seiner
    Religion frei ausüben. Und damit ist doch
    die Streitfrage schon beantworten.
    .
    Der Rest ist doch nur dummes Gequwatsche
    bzw. Wahldemagogie.

  4. Autor Erhard Jakob
    am 27. Januar 2015
    4.

    Bevor wir fremde Religionen kritisieren,
    sollten wir erst einmal vor der
    eigenen Haustür kehren.
    .
    Behaupten denn nicht alle Kriegs-
    treiber (samt Hitler), dass sie
    im Namen und im Sinne
    von Gott handelt.
    .
    Hitler´s jede zweite Wort war
    doch >Vorsehung<.

  5. Autor Gabriele Klein
    am 31. Januar 2015
    5.

    Sehr geehrter Herr Jakob, laut Gesetz kann jeder seine Religion frei aussüben. Mit ein paar Ausnahmen, den Juden und ihren christlichen Freunden.
    Die Juden ziehen bereits massenweise aus Frankreich weg (übrigens Topkräfte) gleiches dürfte bald auch für Christen gelten die was können... Die Anschläge auf Juden von denen viele die deutsche Presse gar nicht aufgreift kommen fast durchweg aus der islamischen Ecke..... Von Einzeltätern kann keine Rede sein, wenn hernach so manche Straße nach ihnen benannt wird.

    Furcht erklärt sich mir durch 2 Faktoren: Der Wahrscheinlichkeit des Eintretens dessen was man fürchtet und das Ausmaß der gefürchteten Kathastrophe. Bei Lebensgefahr ist man vorsichtiger als da wo man nur "stolpern" könnte. Besonders vorsichtig wird man , wo nicht berechenbare Lebensgefahr, Verschleppung Folter droht das ist verständlich.
    So wie von einem Ersthelfer nicht erwartet werden kann, dass er jenen hilft die sein Leben in diesem Sinne bedrohen könnten so kann auch von einem Land um des eigenen Überlebens Willen nicht erwartet werden dass es Gäste aufnimmt die entweder selbst der Barbarei verfallen oder für eben diese Botschaft empfänglich werden könnten..... So wie das Nichthandelnkönnen des Ersthelfers schwere Konsequenzen für so manch unschuldigen Verunglückten haben kann so auch das Verschließen der Türen vor bestimmten Flüchtlingsgruppen.... So wie der Ersthelfer, so kann auch das hypothetische Land nichts für die verschlossene "Tür" schuld sind einzig und alleine jene die mit Bomben und Hackbeilen das Fürchten lehren nicht nur gegenüber sich selbst sondern gegenüber allem das irgendwie mit ihnen in Verbindung gebracht werden könnte.....Wer mit Hackbeil und Bombe die Schwächsten aufspürt sollte sich nicht wundern wenn sie das Weite suchen bzw. sich verbarrikadieren sollte der "Terror" je auch mal hilfesuchend und sterbenskrank an ihre Türe klopfen.....Das hat nichts mit Fremdenfeindlichkeit sondern stinknormalen Sicherheitsvorkehrungen zu tun

  6. Autor Erhard Jakob
    am 02. Februar 2015
    6.

    Zu:
    *Ersthelfer und stinknormalen Sicherheitsvorkehrungen*
    möchte ich einen Artikel eingeben, den ich heute
    in der Sächsischen Zeitung gelesen habe.
    .
    Autofahrer lassen Unfallopfer liegen (Seite 24)
    Schackensleben. Nach einem schweren Unfall
    auf der A2 bei Magdeburg haben viele Auto-
    fahrer die auf der Straße liegenden Verletzten
    regelrecht umkurvt. Die Polizei sprach von einem
    "unbeschreiblichen Verhalten" dieser Autofahrer.
    Staat zu helfen, machten unzählige Menschen
    nach Polizei angeben Fotos der Unfallstelle und
    brausten davon. Sie hätten sich über einen längeren
    Zeitraum über den Standstreifen am Unfallort bei
    Schackensleben vorbeigedrängelt. An den schwe-
    ren Unfallopfern sind viele Autofahrer ohne Halt
    vorbeigefahren..
    Am Samstagnachmittag war ein 44-Jähriger aus
    Nordheim-Westfalen mit seinem Auto auf ein Stau-
    ende gekracht. Die Wucht des Aufpralls schob
    mehrere Fahrzeuge aufeinander, sechs Menschen
    wurden verletzt. Der Wagen des 44-Jährigen blieb
    auf dem Dach liegen. (dpa)

  7. Autor Gabriele Klein
    am 03. Februar 2015
    7.

    Sehr geehrter Herr Jacob, was Sie schreiben ist erschütternd hat aber mit dem was ich schrieb leider nichts zu tun. Die Einführungen in Ersthelferlehrgänge erläutern meist Szenen wie Sie sie beschreiben mit dem Hinweis auf die ethische und gesetzliche Pflicht zu helfen. Diese Pflicht kennt jedoch eine Ausnahme die für das von Ihnen zitierte Beispiel kaum zutrifft und diese Ausnahme ist der Selbstschutz und darunter fallen auch höchst zweideutige Situationen wo man nur die Ambulanz plus Polizei rufen kann..... Von dieser "Ausnahmesituation" die sich auf Grund von Mißbrauch erweitert und Unschuldige treffen wird, handelte mein Beispiel.

  8. Autor Gabriele Klein
    am 03. Februar 2015
    8.

    P.S. Kleine Notiz am Rande: Man könnte dem erschütternden P hänomen das Sie beschreiben entgegenwirken durch das Lehren von ganz bestimmten Klassikern der Sozialpsychologie zum Thema Konformität und "Bystander Effect", bei dem es um das "Warum" des nicht Handelns in Notsituationen geht wo jeder auf einen "Hannemann" wartet der mit "größeren Stiefeln" vorangeht bzw. zum Hörer greift.... So dachte ich einst bei einer Vorlesung zum Thema. Noch effizienter wirkt allerdings der Glaube der das Nicht-Handeln in solchen Fällen wo keine Gefahr für Leib und Leben ausgeht, schlichtweg verbietet, wie das Judentum. In Israel gibt es ein Ersthelfersystem das als Ergebnis des Glaubens zu verstehen ist, es ist schneller als jede Ambulanz. Anwohnende Ersthelfer kommunizieren untereinander in einer Art Netzwerk und begeben sich um dieser Forderung der Religion gerecht zu werden zum Unfallort mit dem Fahrrad und zu Fuß und schlagen damit das schnellste "Gefährt".... Sehr geehrter Herr Jakob, die die so handeln verlassen nun Frankreich und auch Deutschland um Platz zu machen für jene die die das Vertrauen dermaßen erschüttern dass "Ersthilfe" fast unmöglich werden wird.....

  9. Autor Erhard Jakob
    am 04. Februar 2015
    9.

    Das wird wohl eher an dem System liegen,
    welche soche "Ersthelfer" hervor
    gebracht hat.
    .
    Früher ging es in der DDR noch ums *WIR*.
    Nach der Wende geht es doch in
    Deutschland nur noch
    ums *ICH*.

  10. Autor Helmut Krüger
    Kommentar zu Kommentar 6 am 04. Februar 2015
    10.

    Die Beispiele zeigen doch beredt, welch unermessliche Kluft zwischen dem eigentlichen (christlichen) Anspruch auf Nächstenliebe - hier adäquate Hilfe - und dem dann unterlassenen Verhalten sich offenbart. Motto: Warum soll ich mir die Kleidung schmutzig machen, wenn doch noch weitere 10 herumstehen?
    -
    Wenn zwei die Straße entlanggehen und einer verunglückt, wird der andere sofort zur Stelle sein. Wenn fünfzig die Straße entlanggehen und einer verunglückt, stehen die 49 anderen mit den Händen in den Hosentaschen herum und warten, dass der andere hilft.
    -

    Ein Verhalten, das von einem anderen erwartet, was ich selber tun könnte, ist vorgeschoben. Und ich glaube, das hängt viel mit der Rigorosität von Muslime hierzulande und woanders zusammen. Neben dem Einbruch der so verstandenen "Moderne", die allein so bez. "westlichen" Prinzipien folgt, ist es genau diese Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit, den nicht nur Muslime kritisieren.
    _

    Marx hat völlig zu Recht die englische Kirche als doppelzüngig kritisiert. Allerdings lag die Falle im weiteren darin, genau ihn wiederum auf´s Podest zu heben und die Fehler und Unzulänglichkeit wiederum auf´s Neue und nur unter bloß anderen, dann eben atheistischen Vorzeichen zu begehen.
    -

    Ich will es wiederholen. Furcht vor Muslimen und Furcht vor Terror habe ich nicht. Auch seinerzeit bei den RAF-Anschlägen nicht, so erbärmlich und menschenverachtend sie waren. Angst habe ich in konkreten Situationen. Eher zuckt´s in mir zusammen, wenn wieder ein Spätpubertierender mit quietschenden Reifen losbraust, als dass ich situationsentfernt Furcht hätte.
    -
    Ein Staat, gewiss, muss anders handeln, doch als Person sollte man sich nicht verrückt machen lassen. Dann sind Kopf und Sinne frei zu einer wirklcih NOTwendigen Handlung.

  11. Autor Erhard Jakob
    am 04. Februar 2015
    11.

    Es gibt genug *Helfer* bzw. *Ersthelfer*,
    welche ihre Hilfe mit dem Leben bezahlen
    mussten. Andere "Ersthelfer" haben wie-
    derum irgend welche Rechnungen aus
    irgend welchen Gründen bekommen.
    .
    So etwas schreckt natürlich
    auch davor ab, anderen
    zu helfen.

  12. Autor Erhard Jakob
    am 05. Februar 2015
    12.

    Ähnlich ist es bei Zeugenaussagen,
    in Hinblick auf Unfälle und
    Straften.

  13. Autor Helmut Krüger
    Kommentar zu Kommentar 9 am 06. Februar 2015
    13.

    Und das eine ist so verkürzt und grob wie das andere. Zumindest dann, wenn es nicht in wohlverstandenen Einklang zueinander, sondern in erklärten Gegensatz gebracht wird.
    -
    Nur aus einem wohlverstandenen Ich kann das Wir erwachsen. Und "sollte" es auch. Hier hat sich der so verstandene "Westen" nicht gerade rühmlich hervorgetan mit seiner tendenziell Egomanie. Die DDR hat dem Ich dagegen mmer nur das Wir übergestülpt, dass jede Itatsächlichi gelebte Individualität unter Generalverdacht der Gemeinschaftsschädigung stand.

  14. Autor Gabriele Klein
    Kommentar zu Kommentar 10 am 07. Februar 2015
    14.

    Sehr geehrter H. Krüber,
    Sie kommen immer wieder in Ihren Kommentaren auf die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu sprechen. Ja diese Diskrepanz ist da, und sie wird immer da sein, denn das Paradies ist nicht von dieser Welt. So viel sollten wir vielleicht lernen. Die christliche Kirche wird ihrem Anspruch nie vollkommen gerecht, die Korrektur ist allerdings in die Lehre eingebaut und die Kirche wird sich immer an diesem ihrem eigenen Anspruch messen lassen müssen und auch selbst messen. Viel schlimmer als die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit und in der Konsequenz nicht auszudenken wäre, wenn der christliche Anspruch von vornherein nicht da wäre und somit auch nicht die Diskrepanz.... Dem Christentum verdanken wir, schlußendlich auch die Aufklärung selbst. Auch die Revolutionen (Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit) verliefen nicht im Vakuum und waren im Westen christlich geprägt.... Das Warum der Unterschiede zwischen Prager Frühling und Arabischem Frühling wäre ein hochinteressantes soziologisches Thema und Buch........ Manchmal treibt die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit die Dinge in einer Aufwärtsspiralle voran und manchmal leider nicht.....Je nachdem wie die ursprünglichen "Ansprüche" halt aussehen die man zu Grunde legt, womit wir wieder bei der reinen "Lehre" wären

  15. Autor Helmut Krüger
    Kommentar zu Kommentar 14 am 09. Februar 2015
    15.

    Sehr geehrte Frau Klein,
    -
    im besten Fall ist die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit Ansporn der Verbesserung und diese Kluft zu verringern, in einem schlechteren Fall ist die Antwort Verteidigung dieser Kluft, wel es immer schon so war, Gleichgültigkeit oder Zynismus. Wir finden in unserer hiesigen und heutigen (christlich geprägten) Gesellschaft alle drei Varianten.
    -
    Den Anspruch faktisch fahren zu lassen, würde ich als den Unterschied zwischen einem Pragmatischen und einem ausgefeilten und eingeübten Pragmatismus bezeichnen: Pragmatisch handeln weiß um die Ausnahme vom eigenen Anspruch, Pragmatismus zoeht jedweden Anspruch ins Lächerliche und erklärt Menschen - modiisch geworden - zu "Gutmenschen". Die beobachtbare Inflation dieser denunzierenden Vokabel ist für mich ein nicht zu überbietender Beleg, wie sehr sich die Kluft nicht etwa verrringert, sondern sogar noch vergrößert hat.
    -
    Wer will denn schon als Illlusionist gelten, wo es doch - politisch und wirtschaftlich - um´s Reale geht, bei dem auf anderweitige Werte nicht groß Rücksicht genommen werden braucht?

  16. Autor Helmut Krüger
    Kommentar zu Kommentar 14 am 09. Februar 2015
    16.

    Wo Sie die Aufklärung ansprechen: Ich denke nicht, dass sie auf DAS Christentum zurückgeht, sondern auf bestimmte Ausformungen des Christentums, ebenso, wie es in sämtlichen anderen Religionen auch möglich wäre und tatsächlich ist.
    -
    Immer schon bestanden besondere Freiheiten an den Dom- und Klosterschulen als Sphären des "Hohen Geistes", dessen man sich Gewahr war und sich mit ihm umgab, ohne ihn vielleicht zu verstehen, Kopernikus und Galillei haben da wenige rGlück gehabt und mussten sich als außerhalb dieser Institutionen schon mehr ducken und bücken und be Wilhelm von Ockeghem, der der Theologie die Wissenschaftllichkeit absprach und damit die Grundlage schuf für die "modernen Wissenschaften" war es ähnlich.
    -
    Vergleichbares finden Sie in allen Religionen, bloß zeitversetzt und in spezifisch anderem Ausmaß. Ob es die Sufi-Mystik des Islam ist, die jüdische Mystik oder was auch immer. Ich sehe da keine Ausschließlichkeit, dass die einen für etwas prädestiniert wären, die anderen nicht.

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