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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Andrea Bütow am 30. Januar 2012
6420 Leser · 1 Kommentar

Umwelt und Tierschutz

Industrialisierte Tierhaltung

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

ich möchte Sie fragen, warum Sie die industrialisierte Tierhaltung, sprich Tierquälerei, nicht zum Wohle von Mensch und Tier endlich unterbinden, denn so entstehen Antibiotika-Resistenz, Tierkrankheiten, z. B. Schweine-, Vogelgrippe etc. und eine Überproduktion, die nicht benötigt wird. Bitte fördern Sie doch die Bauern, die sich für artgerechte und gesunde Tierhaltung einsetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Andrea Bütow

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 02. März 2012
Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Bütow,

vielen Dank für Ihre E-Mail, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Die Tierhaltung in Deutschland ist Teil der arbeitsteiligen und international verflochtenen Land- und Ernährungswirtschaft. Hoch technisierte und spezialisierte Produktionsweisen sind in Deutschland wie auch in anderen Produktionsländern der Welt Realität.

Die Anforderungen des Marktes, das steigende Wohlstands- und Lohnniveau, der internationale Handel mit tierischen Produkten und Futtermitteln sowie technische Fortschritte in Tierzucht, -haltung und -fütterung haben einerseits zu effizienten, aber auch zu tierschutzgerechten Prozessen geführt. Andererseits werden große Tierhaltungen von vielen Verbrauchern kritisch betrachtet. Dabei sind die Einschätzungen, welche Tierbestände „groß“ sind, sehr unterschiedlich.

Verschiedene Beratungsgremien haben sich mit diesen Zusammenhängen befasst, so unter anderem der Wissenschaftliche Beirat Agrarpolitik, nachhaltige Landbewirtschaftung und Entwicklung ländlicher Räume beim Bundeslandwirtschaftsministerium oder der Bioökonomierat der Bundesregierung. Die Ergebnisse ihrer Arbeit sind in der Charta für Landwirtschaft und Verbraucher zusammengefasst.

Die nachfolgenden Beispiele zeigen, was auf dem Gebiet der Tierhaltung erreicht werden soll:

  • Die Haltungsbedingungen werden entsprechend den wissenschaftlichen Erkenntnissen weiter verbessert und dabei stärker an die Bedürfnisse der Tiere angepasst. Dazu gehört auch, dass der Arzneimitteleinsatz strikt auf die Behandlung von Krankheiten begrenzt wird.
  • Das deutsche Tierschutzgesetz wird den veränderten Gegebenheiten angepasst. So soll die betäubungslose chirurgische Ferkelkastration ab 2017 gesetzlich verboten sein.
  • Bis Ende 2012 werden für Mastkaninchen Mindestanforderungen an tiergerechte Haltungssysteme festgelegt.

Wären im Übrigen mehr Verbraucher dazu bereit, etwas teurere Produkte aus extensiver Tierhaltung zu kaufen, könnte sich die artgerechte Haltung besser durchsetzen. Wird beim Einkauf auf Freilandhaltung, kurze Transportwege oder hochwertige Futtermittel geachtet, wird nicht nur die Qualität des Produkts steigen, sondern auch das Wohlbefinden des Verbrauchers.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Lothar Volz
    am 24. Februar 2012
    1.

    Wenn die Autoindustrie rückläufige Umsätze hat, dann wird gleich die Abwarakprämie eingeführt! Diese Abwrakprämie hat den Steuerzahlern sehr viel Geld gekostet. Aber gebracht hat sie Nichts! Heute machen die Autobauer Rekordumsätze. Die Gewinne gehören wieder den Managern und Bossen. Aber man hört nichts davon, dass die Autoindustrie irgendwas an den Staat zurückzahlt!
    -
    Warum schafft man nicht auch für ehrliche und pflichtbewusst Landwirte ein faires System. Tiere in Massenkäfigen zu halten ist extreme Tierquälerei. Aber der Markt zwingt die Bauern, so zu handeln!
    Ein Landwirt, der Tiere im Freiland hält, macht keinen Gewinn. Warum? Hier wäre eine "Abwrakprämie für Tierkäfige" sinnvoll.

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