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Beantwortet
Autor René Kaiser am 29. September 2008
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Familienpolitik

Kinderförderungsgesetz gut für alle Familien?

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

selten einhellig wird die Meinung verbreitet, das Kinderförderungsgesetz bzw. der darin beschlossene Ausbau der frühkindlichen Betreuung für 30 % der Kinder sei ein Gewinn für alle Familien. Nach wie vor in der Kritik ist lediglich das als kontraproduktiv angesehene Betreuungsgeld selbst in seiner sehr vagen Formulierung.

Da die geplanten Krippenplätze laut Plan nur für 30 % der Kleinkinder reichen werden, ist davon auszugehen, dass die Mehrheit von 70 % der kleinen Kinder zu Hause betreut werden. Warum sieht selbst das Familienministerium das Betreuungsgeld kritisch, das ja gegenüber dem geldwerten Vorteil der Krippensubventionen nur Symbolcharakter hat, den mehrheitlichen Familien, die absehbar keinen Krippenplatz in Anspruch nehmen werden, aber gerade im Zuge der allgemeinen Teuerung durchaus helfen würde? Müsste die gebotene Gleichbehandlung der verschiedenen Familienmodelle nicht beinhalten, jeder Familienform in der einen oder anderen Form eine Förderung zukommen zu lassen? Aus welchem Grund ist das Doppelverdienerpaar mit frühzeitig fremdbetreutem Kind deutlich stärker im Fokus der Familienpolitik als beispielsweise die demografisch viel notwendigere Großfamilie mit drei und mehr Kindern?

Bislang habe ich auf diese Fragen nur ausweichende Antworten erhalten oder solche, die meine Gedanken überhaupt nicht zum Gegenstand hatten, sondern nur eine Auflistung der familienpolitischen Maßnahmen darstellten. Da ich diese aber zur Genüge der Presse entnehmen konnte, würde mich nun eine tatsächliche und konkrete Antwort von Ihnen sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen: René Kaiser.

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 31. Oktober 2008
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Kaiser,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Die Bundesregierung geht mit ihrer Familienpolitik auf neue Lebenslagen und Lebensentwürfe junger Menschen ein. Generell wünschen sich junge Menschen heute beides: Familie und Erfolg im Beruf. Beides miteinander vereinbaren zu können, ist vor allem das Anliegen von Frauen. Wenn für ungefähr ein Drittel der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze geschaffen werden, entspricht das den aktuellen Bedarfserhebungen.

Zudem kann keine Gesellschaft auf Frauen im Beruf verzichten. Wir haben heute die am besten ausgebildete Frauengeneration aller Zeiten. Durch die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Familien kann daher ganz konkret die Frauenförderung vorangebracht werden.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung