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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Birgit Prochnow am 21. Juli 2014
5737 Leser · 7 Kommentare

Außenpolitik

Kindernothilfe für Gaza

Sehr geehrte Frau Merkel,
Sehr geehrtes Presseteam,

mein Anliegen betrifft die aktuelle Situation in Gaza. Unter den 1,8 Millionen Menschen dort sind so viele Kinder, die schutzlos Krieg, Zerstörung, Hunger, Angst und dem Tod ausgesetzt sind.
Gibt es keine Möglichkeit, wenigstens die Kinder, zumindest temporär, aus dem Kriegsgebiet zu evakuieren? Ich erinnere mich an die Zeit nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl. Damals kamen Kinder aus dem verseuchten Gebiet für einige Zeit zu Familien in Deutschland, um sich dort zu erholen.
Kann man das nicht auch heute initiieren? Meine Familie und ich würden sofort ein Kind aufnehmen, ich bin mir sicher dass viele andere ebenso handeln würden. Stellen Sie sozialgeschulte Helfer in den größeren Städten ein, die die Pflegefamilien genehmigen, coachen und begleiten. Wenn diese Hilfe auch nur temporär ist, sie könnte heute Leben retten und für morgen Brücken bauen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Mit besten Grüßen

Birgit Prochnow

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 22. August 2014
Angela Merkel

Sehr geehrter Frau Prochnow,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Ihre Überlegung ist interessant und zeigt das große Mitgefühl, das die Menschen in Deutschland gerade den jungen Opfern aus Krisengebieten entgegenbringt. Sie sprechen in Ihrer Mail die von privaten deutschen Initiativen ins Leben gerufenen Hilfsaktionen an, die nach der Tschernobyl-Atomkatastrophe weißrussischen Kindern Erholungsaufenthalte in Deutschland ermöglichten.

Die Bundesregierung hält humanitäre Hilfe vor Ort für das wirksamste Instrument. Ziel ist es, möglichst vielen hilfsbedürftigen Menschen in ihrer Notsituation Unterstützung zukommen zu lassen. Aufenthalte Einzelner in Deutschland würden Hilfe und Unterstützung nicht im selben Maße zulassen.

Zur humanitären Unterstützung der Menschen in Gaza hat Deutschland seit Beginn der jüngsten Krise 9,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Gesundheits- versorgung einschließlich Lieferung von Medikamenten und medizinischem Material ist dabei ein Schwerpunkt des deutschen Engagements. Weitere Maßnahmen zum Wohl und zum Schutz der Kinder sind in Vorbereitung.

Außerdem arbeitet Deutschland in Gaza zusammen mit dem Hilfswerk der Vereinten Nationen für die Palästinaflüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA), dem Büro der Vereinten Nationen zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UN OCHA), dem Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung sowie humanitären Nichtregierungsorganisationen.

Weitere Informationen über deutsche Hilfe für die Palästinensischen Gebiete: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Regionale...

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (7)Schließen

  1. Autor Bülent Kurtulus
    am 21. Juli 2014
    1.

    Hallo Frau Prochnov,
    Sie sprechen mir aus der Seele.
    Ich wäre auch bereit.
    Die ganze Welt schaut zu und keiner unternimmt was. Haben alle Menschen auf der Welt Ihr Herz verloren?

  2. Autor Birgit Prochnow
    am 22. Juli 2014
    2.

    Danke für Ihr Kommentar Herr Kurtulus,
    Ich weiß natürlich, dass die Umsetzung eines solchen Plans auf den ersten Blick ausweglos erscheint, solange die Hamas regiert und Grenzen verschlossen sind. Das kann aber doch nicht Grund genug sein, allabendlich mit einem Schulterzucken die Fernsehbilder hinzunehmen, die uns die Nachrichten präsentieren. Es geht hier nicht um eine politische Position sondern um humanitäre Hilfe, die so dringend notwendig ist. Deutschland kann helfen.

  3. Autor Erhard Jakob
    am 22. Juli 2014
    3.

    Das *Wir-Gefühl* wurde 1989/90 eingestampft.
    Seid dieser Zeit geht es offenkunig
    nur noch um das *Ich!*
    .
    Viele wünschen sich das *Wir-Gefühl* zurück.
    Doch die Zeit - sie kommt nicht mehr!

  4. Autor Erhard Jakob
    am 23. Juli 2014
    4.

    *Kinder-Hilfe* tut Not!
    .
    Wir sollten aufschreien, wenn Kinder Opfer der Dummheit
    von Erwachsenen werden. Allerdings gibt es nicht nur
    in Israel und Palestina *dumme Erwachsene*.

  5. Autor Erhard Jakob
    am 24. Juli 2014
    5.

    Frei nach Albert Schweizer:

    *Es gibt zwei Unendlichkeiten:
    Das All und die menschliche
    Dummheit. Obwohl ich mir
    beim All nicht so sicher
    bin.*

  6. Autor Helmut Krüger
    am 24. Juli 2014
    6.

    Auch wenn ich aus den verschiedensten Gründen, vor allem des Wohnraums, zurzeit nicht in der Lage bin, es Ihnen gleichzutun, so finde ich die Idee bzw. den Plan doch wunderbar und werde ihn auch verbreiten helfen. Tschernobyl steht Pate, das ist das große nachahmenswerte Beispiel. "Wunderbar" klingt gewiss komisch und merkwürdig angesichts der Katastrophen, die sich Menschen im einen und im anderen einbrocken, ohne dass wir in unseren Breiten - die "wir" unseren Kontinent zur Hälfte verwüsteten - hochmütig würden.

    Viel Erfolg und Danke für Ihre Initiative!
    Helmut Krüger

  7. Autor Erhard Jakob
    am 18. August 2014
    7.

    *Wir* (die Guten) lassen es zumindest zu,
    dass *DIE* (die Bösen) unsere Erde
    unbewohnbar machen.

    Und das ist
    schlimm.

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