Liebe Besucherinnen und Besucher,

seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

Wir danken Ihnen für Ihre rege Teilnahme auf www.direktzurkanzlerin.de.

Ihr Moderationsteam

Abstimmungszeit beendet
Autor Rike Bauer am 26. Januar 2014
6467 Leser · 18 Kommentare

Außenpolitik

Krieg

Guten Tag,

ich würde gerne wissen, warum es so schwer ist in einer Welt zu leben in der es keinen Krieg gibt?
Mir ist schon klar das es zu gut wie unmöglich ist immer einer Meinung zu sein, aber wenn man etwas möchte muss man dann gleich einen Krieg beginnen? Das verstehe ich nicht.
Ich möchte auch gerne wissen, warum es schwer ist einen Krieg zu beenden?
Ich währe sehr dankbar wenn Sie es mir erklären könnten.

Mit freundlichen Grüßen Rike

Kommentare (18)Schließen

  1. Autor Erhard Jakob
    am 31. Januar 2014
    1.

    Die Basis von Krieg ist die Gier nach Macht und Reichtum.
    Auf diesem Weg nach Macht und Reichtum verlieren
    manche Menschen alle Skrupel. Und wenn es
    zu schlimm wird, dann greift sogar der
    Untertan den König an.
    .
    Bzw. das Volk die
    Regierung.

  2. Autor Erhard Jakob
    am 01. Februar 2014
    2.

    Meine Devise >und nicht nur meine<
    lautet: *Lieber 10 Jahre verhandeln
    als einen Tag Krieg führen.*

  3. Autor Erhard Jakob
    am 03. Februar 2014
    3.

    Wenn irgend wo auf der Welt ein *Bürger-
    Krieg* ausbricht, dürfen wir uns nicht
    auf die eine Seite stellen und die
    andere Seite totschießen.
    .
    Wir sollten ohne Waffen als Streitschlichter
    tätig werden und nicht eine Seite mit
    Waffengewalt unterstützen.
    .
    Im Kleinen:
    *Wenn eine Frau und ein Mann
    im >Scheidungs-Krieg< sind.
    Sollten wir nicht für eine
    Partei partei ergreifen.*
    .
    Wir sollten versuchen zu schlichten
    und die Kinder zu schützen. Denn
    die sind doch die eigentlich
    Leidtragenden.

  4. Autor Helmut Krüger
    am 06. Februar 2014
    4.

    Ich glaube, wenn wir aufhörten, innerhalb der Menschheit von NORMalität zu reden, die angeblich über allem stünde, genau dann hätten wir die Chance von Einzigartigkeiten zu reden.

    Für viele ist das ein Schreckgespenst, wenn sich jeder Mensch ganz individuell seine eigene Meinung zu etwas bilden würde. Weil das ja nur ins Chaos und zur Nichteinigung führen würde.

    Ich behaupte das Gegenteil: Chaos und Nichteinigung ist ein Ergebnis davon, dass sich immer irgendwo angeschlossen werden muss und dass die Angeschlossenen zu wenig wären.

    Könnte ein Einzelner, der ja jeder dann wäre, einen Krieg gegen andere führen können, nur weil sie von seiner Meinung abwichen? Einer gegen 80 Millionen oder gegen 7 Mrd.? Und die anderen jeweils umgekehrt genauso?

    Liebe, von der hier Rosi Steffens sprach, ist für mich zuallererst die Liebe zwischen einzelnen Menschen, gegenüber etwas Abstrakten ginge das gar nicht. Macht es so konkret und so anschaulich wie möglich. Folge deinem Wissen und deinen Analogien. Dann haben die Anschluss-Einfordernden kaum Chancen und politisch ausgerichtete Gruppen könnten Gruppen des Dialogs und der geistigen Fruchtbarkeit sein, nicht aber sich in Phantasien der Stärke berauschen, die letztlich der Urgrund aller Kriege darstellen.

  5. Autor Erhard Jakob
    am 06. Februar 2014
    5.

    Rosi,
    *..Anfang und Ende mit einer Frau zu erleben*
    ist ein Ideal, welches nur wenige erreichen.
    Liebe ist ein Gefühl und Gefühle können
    sich leider ändern.
    .
    Besonders bitter ist es, wenn sich die Gefühle nur
    bei einem Partner ändern. Schlimm ist es dann,
    wenn der "Rosen-Krieg" auf dem Rücken
    der Kinder ausgetragen wird.
    .
    Bei staatlichen bzw. *Bürger*Kriegen geht es mehr
    um Macht und Geld und weniger um Gefühle.
    .
    Die jeweils Geld- und Machthabenden können
    in ihrer Gier nicht genug bekommen und da-
    gegen kämpft das Volk, bzw. die Armen
    und Ohnmächtigen, an.
    .
    Ein Beispiel ist aktuell
    die Ukraine.

  6. Autor Helmut Krüger
    am 07. Februar 2014
    6.

    Um es einmal anders auszudrücken: Als Übel dieser Gesellschaft kann es gesehen werden, dass sie sich der Bekämpfung von Übeln verschreibt.

    Und dass alle Zustände, die vorher existieren und diese so bezeichnete Übel nicht ausmachen, außer Blick geraten. Wer die Sensoren gehabt hätte in Mali, hätte ein anderes Vorgehen wählen können. Ebenso verhält es sich mit Afghanistan und auch mit dem Iran.

    Das seinerzeitige Westdeutschland (dem ich ja entstamme) beeilte sich, den zwangsweise gefahrenen Modernisierungskurs des Schah Reza Pahlevi "zu begleiten" und zu unterstützen. Weil das Land doch in die Moderne katapultiert werden müsse bis es - so die seinerzeitigen großformatigen Zeitungsanzeigen - im Jahr 2000 auf Platz 5 der Weltrangliste stehe.

    Wer sich GEDEIHLICHE und nicht zwangsweise verordnete Entwicklungen anschaut, der weiß, dass alles seine Zeit, seinen Ort und vor allem seine Freiwilligkeit braucht. Nun denn: das Pendel, das extrem zur einen Seite bewegt wurde, ist ins Gegenteil zurückgeschlagen.

    Es gilt, sorgsame Seismographen zu finden, anstatt mit Dollars, mit D-Mark oder Euro zu winken und sich dann verwundert die Augen zu reiben, dass die so gekauften irgendwann anderen Glaubens wegen abwenden.

    Das Geschäft hat noch nie einen Krieg verhindert, auch wenn genau dies immer wieder zur Behauptung steht.

  7. Autor Helmut Krüger
    am 10. Februar 2014
    7.

    Letztlich geht es ja nicht nur um das bloße Lesen, sondern auch um das gefühlsmäßige Verstehen von Vielem, was schon seit Urzeiten geschrieben steht und was jeder Mensch sich auf seine eigene Weise zu eigen machen kann.

    Sowohl philosophische Bücher als auch inspirierende der Weltreligionen sind voll davon, den so verstandenen Feind zu lieben, im anderen den Freund und keinen situationsübergreifenden Gegner zu sehen und sie schreiben davon, dass alles, was im anderen ist, auch in mir ist und umgekehrt, dass alles, was in mir ist, auch im anderen ist.

    Nur die Formulierungen, zu denen Menschen in den verschiedensten Kulturen greifen, sind jeweils spezifisch und somit anders.

    Die Auffoderung, auch die linke Backe hinzuhalten, wo schon auf die rechte geschlagen worden ist, kommt Vielen heutzutae als reiner Masochismus daher. Dabei ist es nur die Aufforderung zur faktischen Entwaffnung des anderen, wenn wir davon ausgehen, dass der Rechtshänder, der es zumeist ja eben ist, mit dem abweisenden Handrücken auf die rechte Wange seines Gegenüber schlägt, mit der Handinnenfläche sich die in Augenhöhe Begreifenden hingegen selber herausforderten. Dass Weiß als Pukt im Schwarzen ist und Schwarz als Punkt im Weißen, was bedeutet es denn, als dass jeder Schlag, den "ich" ausführe, zu einem gewissen Teil doch nur mich selber träfe, auch wenn "ich" mich vom Verstand her weigere, genau dies zu verstehen?

  8. Autor Helmut Krüger
    am 18. Februar 2014
    8.

    Ich glaube, ein weiterer wesentlicher Grund für die Entstehung von Kriegen ist das Nichtzulassenwollen und -können anderer Entwicklung als derjenigen, die ein Mensch selbst durchlaufen hat.

    Das Nichtzulassenwollen und -können anderer Handhabbe als die, die ein Mensch selbst für sich als die beste erkannt hat.

    Dass Meines nur (in dem Maße) gelten kann, wie Deines nicht ist, ist der Urgrund des gesetzten Zwiespaltes und er zieht sich durch durch alle Facetten der Gesellschaft.

    Wer sagt, dass die Idee des in Europa für sinnvoll erachteten Staates für alle Menschen rund um den Globus in gleicher Weise sinnvoll wäre? Dass ein akzeptierter Ansprechpartner für eine zahlenmäßig für akzeptabel angesehene Menschengruppe da ist?

    Wer sagt, dass das in Europa und in den USA entwickelte Handelsrecht, das waren-spezifisch und doch personenübergreifend ist, für alle Handelnden dieser Erde in gleicher Weise gelten muss, wenn es andere Kulturen von Person zu Person unterschiedlich halten, bspw. was den abverlangten Preis der gleichen Ware anbelangt?

    Nicht "Gott mit uns", sondern "Gott mit den anderen", dass sie es gut mit uns meinen.

    Und umgekehrt so gesprochen auch ...

    ... und dann ist Frieden.

  9. Autor Helmut Krüger
    am 21. Februar 2014
    9.

    "Das Gute in jeder Tat zu sehen bedeutet nicht sie für gut zu heißen, es zeigt nur das menschliche in uns und unsere Fehlbarkeit."

    Das ist in meinen Augen der springende Punkt oder die Quintessenz. Das Maß des Willens dazu, dieses so zu sehen bzw. das Maß des Vermögens dazu resultiert aus Weltbildern, a) die Welt hermetisch in Schwarz und Weiß zu scheiden und b) die Welt analog von "Graustufen" zu betrachten, zunächst unbewertet, hier so, dort anders.

    Der Wille zur Offenheit bedeutet den Abschied vom vorfestgelegten Eindeutigen. Das geht hin bis zur Computertechnik mit dem für menschliche Verhältnisse anschaulichen Widersinn, dass bis 0,4999 definitiv nichts ist, ab 0,5000 aber voll und ganz etwas da wäre.

  10. Autor Wolfgang Mücke
    am 22. Februar 2014
    10.

    Wir mögen uns einen Krieg im Lande gar nicht mehr vorstellen.
    Wenn wir das Leid in den Kriegsgegenden sehen, können wir nur hoffen, dass dies bei uns nie mehr passiert. Sollten sich jedoch irgendwann aus heute nicht ersichtlichen Gründen Russland und die USA (siehe Kubakrise) bekriegen, dann sind wir mittendrin und beteiligt.

    Bürgerkriegsgründe sind, dass verschiedene Völker oder verschiedene Religionen in einem Staatsgebiet zusammengefasst sind, bei denen eine Gruppierung unterdrückt ist oder sich unterdrückt fühlt. Die willkürlichen Grenzen auch mitten durch Völker und Kulturen hindurch wurden oft von Kolonialmächten gezogen. Ein weiterer Grund kann der Sturz eines Diktators sein.

    Gründe für internationale Kriege sind in der Regel Erweiterung des Staatsgebietes. Zum einen geht es dann um mehr Macht und mehr Einfluss.Es kann auch um Eingliederungen von Regionen mit Bodenschätzen, mit rentablen Industriegebieten oder um einen Zugang zum Meer gehen.

    Wenn immer mehr Menschen immer mehr Bedarf an natürlichen Ressourcen haben, kann die Kriegsgefahr sogar bei uns wieder steigen.

    Wir werden Kriege weltweit nicht verhindern können, weder mit Diplomatie noch mit Androhung von Boykottmaßnahmen oder gar Waffengewalt. Wir sind ja noch nicht einmal in der Lage, in West- oder Mitteleuropa Gewaltfreiheit zu garantieren (Nordirland, Baskenland). In Osteuropa wird es noch schwieriger (Ex-Jugoslawien, Ukraine).

    Wir können uns eine friedliche Welt wünschen. Es wird lange dauern, bis dieser Wunsch in Erfüllung geht, wenn er überhaupt je in Erfüllung geht.

  11. Autor Helmut Krüger
    am 26. Februar 2014
    11.

    Solange Rücksichtnahme entweder nur ein bloß abverlagtes Wort oder aber eine ausgesprochene Sonntagsvokabel ist, werden sich Menschen nicht zur Inkaufnahme so genannter eigener Nachteile entschließen können.

    Um solche handelt es sich nämlich, soweit das Vorteils- und Nachteilsdenken nicht gänzlich überwunden ist und Menschen (bereits?) darüberhinausgelangt sind.

    Wer dasjenige in Kauf nimmt, was gemeinhin als Nachteil behauptet wird, muss sich derjenige nicht immer noch als im besten Fall altruistisch, in schlimmeren Fällen als nicht so helle oder gar als Loser oder Trottel bezeichnen lassen?

    Demokratie, die Meinungsstreit nur im Sinne einer Frontstellung zur eigenen Nachteilsabwendung begreift, ist keine Demokratie, das ist bloße eigennützige Interessenverfolgung, bemäntelt mit demokratischen Prinzipien. Die eigene Meinung zu ändern, obwohl ich selber dabei kein materiellen Nutzen, sondern materiell sogar ggf. schlechter dastehe als zuvor, darin erweist sich der Rubikon.

    "ich wähle den, der am Meisten für mich tut". - Dieser Gedanke kann nur Krieg auslösen. Erst ein Krieg der Worte und der Parolen zur Bedienung einer spezifischen Klientel, dann, wenn die Worte zur Durchsetzung dieses Interesses nicht mehr ausreichen, per Waffengang.

  12. Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie angemeldet sein.