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Abstimmungszeit beendet
Autor C. van Lierop am 17. September 2010
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Bildung

Krippensituation in München

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

was muss ich tun um einen Krippenplatz in München zu bekommen und nicht mangels Betreuungsangebote arbeitslos zu werden?

Ich habe meinen Sohn, der im Dez. 2009 geboren wurde, bereits im Juni 2009 in 16 städt. Krippen vorgemerkt.
Meine Elternzeit endet im Dez. 2010, so dass ich dringend einen Krippenplatz benötige. Auf Nachfrage in den Einrichtungen, in denen wir seit ÜBER 15 Monaten vorgemerkt sind, heißt es, dass ich frühestens September 2011 mit einem Platz rechnen kann.

Wie kann es sein, dass Eltern, die zurück in den Beruf kehren müssen um nicht in die Arbeitslosigkeit abzurutschen und sich frühzeitig bei sämtlichen Einrichtungen vorgemerkt haben, trotz allem keine Betreuungsmöglichkeit erhalten? Im Gegensatz dazu erhalten Angestellte der Stadt München oder des Landes Bayern bevorzugt Plätze in solchen Einrichtungen.

Wir kennen z.B. einen lt. Oberarzt des Klinikums Großhadern der wegen seines Arbeitgebers einen Platz ohne lange Vormerkzeit erhalten hat. Ein leitender Oberarzt könnte gut eine private Kinderkrippe bezahlen. Ich als normaler Angestellter mit einem durchschnittlichen Einkommen kann es nicht (Ganztagesbetreuung in privater Krippe liegt zw. € 650.- und € 865.- ).

Ist dies das Prinzip der Demokratie und Gleichheit wie es die Stadt München bzw. die Regierung der BRD versteht?

München stellt sich mir zunehmend als eine kinder- und familienfreundliche Stadt nur für Spitzenverdiener, Arbeitslose und Hartz IV Empfänger sowie Bedienstete der Stadt und des Landes dar.

Man könnte fast den Eindruck gewinnen dass die städtischen Krippen überwiegend als betriebseigene Einrichtungen der Stadt und des Landes ausgelegt sind und genutzt werden.

Wäre es nicht im Sinne der Stadt München, die glücklicherweise seit geraumer Zeit einen enormen Geburtenzuwachs verzeichnet, alle Kinder berufstätiger Eltern mit einem entsprechenden Angebot zu versorgen und die Mehrkosten für die Betreuung in einer privaten Einrichtung zu tragen in dem Falle dass nicht genügend städtische Krippen Vakanzen anbieten können? Meines Erachtens ist dies alles in allem gesehen günstiger, als Eltern, die aufgrund mangelnder Betreuung in die Arbeitslosigkeit rutschen, Arbeitslosengeld zu bezahlen.

Ich habe bereits aufgrund nicht ausreichend qualitativer Hortangebote meinen 6-jährigen Sohn in einem privaten Hort (der erheblich teuer ist als eine städt. Einrichtung) untergebracht um sicherzustellen, zum Ende meiner Elternzeit wieder in meinem bisher ausgeübten Beruf arbeiten zu können.

Gerne wäre ich auch bereit für die Stadt oder das Land Bayern bzw. die Regierung von Oberbayern in einer Anstellung gemäß meiner Qualifikation und Berufserfahrung zu arbeiten um in den Genuss eines städt. Krippenplatzes zu kommen.

Ich hoffe, bei Ihnen auf Gehör gestoßen zu sein und würde mich über eine Rückmeldung und einen Lösungsansatz Ihrerseits freuen!

Mit besten Grüßen

Chantal van Lierop