Liebe Besucherinnen und Besucher,

seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

Wir danken Ihnen für Ihre rege Teilnahme auf www.direktzurkanzlerin.de.

Ihr Moderationsteam

Abstimmungszeit beendet
Autor Alexander Staudte am 15. Oktober 2015
2305 Leser · 1 Kommentar

Bildung

Lehrkräftemangel

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

warum wird es Lehramtsstudenten mit Bachelorabschluss nicht ermöglicht, an allgemeinbildenden Schulen zu unterrichten bzw. direkt ins Referendariat einzusteigen?

Bildung mag Ländersache sein, jedoch widerspricht es dem Grundgedanken des Bologna-Prozesses, dass - so auch in Berlin - der Master zwingende Voraussetzung für den Eintritt in das Lehramt ist und der Bachelor nicht als vollwertiger Abschluss anerkannt wird. Der eklatante Mangel an Lehrkräften ließe sich ohne Weiteres beheben, indem es Studenten ermöglicht würde, im Anschluss an ihr Bachelorstudium direkt in den Schulbetrieb einzusteigen - und sei es als Lehrassistenz mit Abzügen beim Gehalt und/oder als Übergangsregelung von 1-2 Jahren Praxiseinsatz bis zum Eintritt ins Referandariat. Der weiterführende Masterstudiengang mag als Vertiefung gedacht sein, doch genügt es vollkommen, das Grundstudium zu durchlaufen, um wenigstens in der SEK I zu unterrichten. Wem daran gelegen ist, der kann diesen gern absolvieren, um eine höhere Laufbahn anzustreben.

Ich würde lieber von heute auf morgen meine Arbeitskraft in den Dienst des Landes stellen und die Kinder unserer Gesellschaft in den von mir studierten Fächern Geschichte/Latein unterrichten als weiter einem theorielastigen, praxisfernen und verwissenschaftlichtem Studium nachzugehen, das mir nachweislich keinerlei Mehrwert für die Ausübung dieser Tätigkeit verschafft und nur darin besteht, wissenschaftliche Seminararbeiten anzufertigen.

Die GEW sowie die Bildungssenatorin des Landes, Frau Scheeres, sind diesbezüglich für Stellungnahmen entweder nicht erreichbar oder sperren sich kategorisch, den Fachkräftebedarf mit den vorhandenen Fachkräften abzudecken und greifen stattdessen auf Quereinsteiger ohne jegliche pädagogische und didaktisch-methodische Ausbildung/Erfahrung zurück.

Für eine umfassende Antwort bin ich sehr dankbar!

MfG

Staudte, Alexander

Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Wolfgang Mücke
    am 20. Oktober 2015
    1.

    Bildung ist Ländersache.
    Mich wundert, wie viele junge Lehrkräfte auf Zeit angestellt werden.Manche sogar nur 11 Monate im Jahr, damit die Ferien nicht bezahlt werden müssen. Wie sollen solche Menschen eine Familie gründen?
    Man kann nur hoffen, dass der jetzige Lehrermangel wegen der Flüchtlinge zu einer Festanstellung führt.

  2. Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie angemeldet sein.