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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Abstimmungszeit beendet
Autor Monik Denk am 13. März 2012
7492 Leser · 5 Kommentare

Arbeitsmarkt

Leiharbeit die 2.

Sehr geehrte Frau Merkel,

leider muss ich im April wieder für ein Hungerlohn arbeiten gehen 7,79 in der Stunde.
Wieder als Leiharbeiter, man bekommt trotz erlernten Beruf (ich habe 3 davon) keinen Festvertrag in einer Firma für Produktion oder Maschinenbediener.
In den Medien hört man das Facharbeiter in der Richtung gesucht werden, meine frage: warum suchen solche Firmen in der realität nur Leiharbeiter? Ich fühle mich als Sklave und das in Deutschland.
Es werden Leute übernommen wo strunzdumm sind und denen das Spitzeln liegt.
Warum werden die deutschen Bürger so geschröpft?
Ich möchte auch unter Eurer Kuppel arbeiten wo man ein Lohn von mehreren tausend Euros verdient ohne jegliche Abgaben zu haben!
IHR SPART AN DER FALSCHEN STELLE; NICHT DEN BÜRGERN SOLLT IHR DAS GELD AUS DER TASCHE ZIEHEN, ZAHLT IHR DOCH MAL STEUERN IN MEGA HÖHEN, BEI EUREM VERDIENST WÜRDE AUCH DIE STAATSKASSE VOLL WERDEN!!!!
Alles wird teurer und der Lohn bleibt gleich, wie soll man da zum Sparen kommen?

WACHT DOCH MAL AUF IM BUNDESAMT!!!

MFG FRAU DENK

Kommentare (5)Schließen

  1. Autor Norbert Stamm
    am 17. März 2012
    1.

    Die Antwort, die Frau Denk auf ihre erste Anfrage erhielt, hat ihr offensichtlich nicht geholfen - deshalb dieser zweite Hilfeschrei. Sehen die Mitarbeiter der Bundeskanzlerin nicht, wie groß die Not ist? Interessiert es sie vielleicht gar nicht?
    Am 12. März stellt jetzt auch noch Herr Burkandt die Frage: "Warum ist so etwas erlaubt?" und weist darauf hin, dass er wie ein Sklave behandelt - ja buchstäblich "gehandelt" wird!
    Man sieht, die Leiharbeit wird nicht nur von einzelnen als schikanös und entwürdigend und ausbeuterisch und ... empfunden.
    Ich möchte die Leser dieser Seiten aufrufen, in großer Zahl Stellung zu beziehen, damit die Regierenden endlich einmal etwas für die Betroffenen tun.
    Wir müssen solidarisch sein. Wir müssen uns wehren!

  2. Autor Monik Denk
    am 20. März 2012
    2.

    Ihr zwei habt recht...und Ramon dein Opa hat definitiv recht...es ist besonders schlimm für familien wo beide arbeiten mussen sie trotzdem zum amt das sie überleben können, dass ist schon lange kein schönes deutschland mehr, ich schäme mich schon fast deutsche zu sein...ich weiß ich werde hier abhauen, lang halte ich das hier nicht mehr aus...

  3. Autor Norbert Stamm
    am 25. März 2012
    3.

    So sehe ich das auch: Der Wegfall der Systemkonkurrenz ermöglicht einen ganz rücksichtslosen Klassenkampf von oben, Ausbeutung pur, doppelt und dreifach, schamlos und unmenschlich. Und wo bleibt die Gegenwehr? Klassenkampf von unten, auch nur aus Notwehr, ist ja verpönt, falsche Ideologie!
    Die einen haben sich angepasst und eingerichtet, die anderen nicht die Kraft dafür übrig. Entweder Kollaboration oder Resignation!

  4. Autor Norbert Stamm
    am 25. März 2012
    4.

    Die Kanzlerin und ihre Mitarbeiter müsste eigentlich interessieren was Ute Friedrich im Auftrag der Bertelsmann Stiftung herausgefunden hat:

    Zeitarbeiter und geringfügig Beschäftigte sind mit Demokratie und Wirtschaftssystem unzufrieden

    Gütersloh, 7. März 2012. Viele Zeitarbeiter und geringfügig Beschäftigte sind offensichtlich über das politische und wirtschaftliche System in der Bundesrepublik desillusioniert. Nur etwas mehr als ein Viertel der Zeitarbeiter und etwa ein Fünftel der geringfügig Beschäftigten sind mit der Demokratie zufrieden. Bei den Arbeitnehmern in unbefristeten Vollzeitarbeitsverhältnissen sind es dagegen 42 Prozent. Dies ergab eine repräsentative Befragung von 1.633 Arbeitnehmern durch die Universität Bamberg im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

    Wäre morgen Bundestagswahl, würden sehr wahrscheinlich 10 Prozent weniger Zeitarbeiter und geringfügig Beschäftigte zur Wahl gehen als Arbeitnehmer in Normalarbeitsverhältnissen. Bei der Entscheidung für eine Partei fällt auf, dass sich Zeitarbeiter und geringfügig Beschäftigte mit fast 20 beziehungsweise 16 Prozent für „Die Linke“ entscheiden, während dies nur 8,6 Prozent der unbefristeten Vollzeitarbeiter tun würden.

    Auch der Glaube an Gerechtigkeit in der deutschen Gesellschaft scheint bei den Befragten deutlich erschüttert zu sein. So meinen 58 Prozent der Zeitarbeiter, dass es hierzulande ziemlich oder sehr ungerecht zugehe, Arbeitnehmer im Normalarbeitsverhältnis dagegen nur zu 36 Prozent.
    Gerechtigkeit wird auch an der Entlohnung festgemacht. So sind mehr als zwei Drittel der Zeitarbeiter der Meinung, dass im aktuellen Wirtschaftssystem individuelle Leistungen nicht gerecht entlohnt werden. Eine Auffassung, die übrigens auch jeder zweite Vollzeitbeschäftigte teilt. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Chancengleichheit. Hier glauben über 60 Prozent der Zeitarbeiter und geringfügig Beschäftigten nicht, dass unser Wirtschaftssystem gerecht ist und Chancen für jeden bereithält.

    Fortsetzung folgt

  5. Autor Norbert Stamm
    am 25. März 2012
    5.

    Zweiter Teil:
    Je unsicherer oder prekärer die Arbeitsverhältnisse sind, desto geringer ist die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen. Atypisch Beschäftigte geben an, seltener (58 Prozent) einen bedeutsamen Beitrag für die Firma zu leisten als Arbeitnehmer in einem normalen Arbeitsverhältnis (78 Prozent) und insbesondere Zeitarbeiter sind weniger stolz auf Teamerfolge (55 Prozent) als ihre in einem normalen Arbeitsverhältnis angestellten Kollegen (75 Prozent). Am deutlichsten lässt sich die berufliche Unzufriedenheit am Wunsch ablesen, bei der derzeitigen Arbeitsstelle weiterbeschäftigt zu werden. Nur etwa jeder zweite atypisch Beschäftigte (49 Prozent) aber 71 Prozent der unbefristet Vollzeitbeschäftigten wollen hier weiterarbeiten.

    Zeitarbeiter beurteilen auch ihre eigene wirtschaftliche Lage im Mittel entsprechend schlechter (34 Prozent „schlecht“ oder „sehr schlecht“) als Beschäftigte, die unbefristete Arbeitsverträge in Vollzeit (8 Prozent „schlecht“ oder „sehr schlecht“) hatten. Sie sind vor allem mit ihrer beruflichen Situation (24 Prozent) aber auch mit ihrem Privatleben (10 Prozent) weniger zufrieden als ihre unbefristet in Vollzeit beschäftigten Kollegen (4 Prozent). Allerdings glaubt die Hälfte der Zeitarbeiter an die deutliche Verbesserung der persönlichen wirtschaftlichen Lage innerhalb eines Jahres.
    Trotz aller Unzufriedenheit fühlen sich Arbeitnehmer in atypischen Beschäftigungsverhältnissen dennoch zur Gesellschaft zugehörig. Macht man diese Inklusion beispielsweise an ehrenamtlichem Engagement fest, so fällt auf, dass sich knapp ein Drittel aller Befragten, ausgenommen Zeitarbeiter, ehrenamtlich engagieren. Von den geringfügig Beschäftigten engagieren sich vor allem diejenigen, die ihre wirtschaftliche Lage als gut einschätzen. Allerdings nimmt die Bereitschaft in Abhängigkeit von der eigenen wirtschaftlichen Lage ab.

    „Eine der zentralen Herausforderungen für Unternehmen ist der Spagat zwischen der betrieblichen Flexibilität und den vertraglichen Arbeitsbedingungen. Gerade durch die Zunahme atypischer Beschäftigungsverhältnisse droht ein Verlust an Motivation und Teilhabe in den Betrieben“, sagte Programmleiter Martin Spilker von der Bertelsmann Stiftung.^^

    Vermutlich kennen Kanzlerin und -amt diese Studie. Ich wollte sie aber auch hier zur Kenntnis geben.

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