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Abstimmungszeit beendet
Autor Christoph Eismann am 02. Februar 2015
4577 Leser · 4 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Lügenpresse oder besser Hetzpresse unter dem Deckmantel der freien Presse

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

Ich verfolgte seit Wochen die Debatten über die PEGIDA-Bewegung. Täglich analysiere ich seit Jahren deutsche und russische, sowie ukrainische Nachrichten. Da ich fließend Russisch spreche, durch mein Studium, meine Dissertationsarbeit und zahlreiche Reisen insgesamt bisher ca. 4 Jahre in verschiedenen GUS-Staaten verbrachte und seither viele enge Freundschaften pflege, bin ich immer gut über die aktuellen Ereignisse informiert. Obwohl ich kein PEGIDA-Anhänger bin, da ich dem Islam sehr offen gegenüberstehe, muß ich sagen, daß die Anhänger in Bezug auf die Presse recht haben. Die deutsche Presse ist zur antirussischen Hetzpresse verkommen, was ein enormes Gefahrenpotential birgt, wie wir aus dem Nationalsozialismus gelernt haben! Es werden Fakten verdreht, zu spät oder gar nicht erwähnt, obwohl sie durch zahlreiche Informationskanäle auf russischer Seite leicht auch für Journalisten zugänglich sind. Herr Putin wird dämonisiert, indem ihm eine Aggressivität angehängt wird, die keinen Tatsachen entspricht. Lageberichte von der ostukrainischen Front sind einseitig formuliert, die Separatisten werden ohne Beweise beschuldigt, und es wird verschwiegen, welche Gräueltaten durch SS-artige Formationen des Rechten Sektors mit Billigung der ukrainischen Regierung und finanzieller Unterstützung aus Deutschland angerichtet werden. Man schickt mittlerweile sogar Pianisten als Kanonenfutter an die Front, weshalb viele Familien ihre Söhne verstecken müssen. Glücklicherweise nimmt Rußland diese Menschen als Flüchtlinge auf! Leider stelle ich fest, daß es in Deutschland heute normal geworden ist, Rußland überall einseitig anzuprangern und unter Druck zu setzen, unverständlicherweise auch von Ihnen. Wer gibt uns das Recht? Sind wir höhergestellte Menschen? Wozu brauchen wir dieses Feindbild? Wo ist die Pressefreiheit?

Kommentare (4)Schließen

  1. Autor Erhard Jakob
    am 04. Februar 2015
    1.

    Aus meiner Sicht ist die Presse (nicht nur die
    Deutsche) nicht zu einer >antirussischen
    Hetzpresse< verkommen.
    .
    Sie ist allgemein zu einer >Lügenpresse<
    verkommen.
    .
    Ein gutes bzw. schlechtes Beispiel ist die
    Tatsache, dass eine Zeitung das welt-
    berühmte >Trauermarsch-Foto<
    in Paris gefälscht wurde.
    .
    Jetzt sollen die Leser auch noch die
    Gründe für die Fälschung
    gut heißen..
    .
    An anderer Stelle wird mitgeteilt, dass
    Barrack Obama eingestanden hat,
    dass die USA den Putsch in der
    Ukraine geplant und unter-
    stützt haben.
    .
    Das wurde von unseren Medien
    nicht so dargestellt. Ganz
    im Gegenteil.

  2. Autor Wolfgang Mackowiak
    am 11. Februar 2015
    2.

    Ich schließe mich meinen Vorrednern an und möchte ergänzen, dass mir die beklagten Missstände auch bei der Fernsehberichtserstattung auffallen. Sowohl die Berichte über Putin und seine Politik wie auch die über Pegida sind eindeutig tendenziös - belegt durch das, was weggelassen oder verschwiegen wird.
    Beispiel Pegida bzw. Legida: Tage vor dem vergangenen Montag wurde vom Demonstrationsverbot für Legida berichtet und das aber die Gegendemonstrationen zugelassen werden (ein Undenk, selbst nach Aussagen einiger früherer DDR-Bürgerrechtler) - aber nachdem der Tag um war gab es keinerlei Berichte über die Gegendemos in Leipzig. Ich musste erst im Internet recherchieren, um zu erfahren, dass diese Gewalt gegen ein paar Legida-Anhänger und Polizisten ausgeübt haben. Aber so etwas passt ja nicht ins Bild der "besseren Deutschen", als die die Anti-PeLeGida-Demonstranten sich sehen.
    Der Bericht der Leipziger Volkszeitung hier:

    http://www.lvz-online.de/video/

    Sucht das Video mit dem Titel: Erhitzte Gemüter bei Leipziger Gegendemo

    und achtet insbesonder auf die Stellungnahme des Leipziger Polizeisprechers.

  3. Autor Wolfgang Mackowiak
    am 11. Februar 2015
    3.

    Ergänzung: Das Schlagwort "Lügenpresse" wurde den Pegida-Leuten um die Ohren gehauen mit der Begründung "NS-Terminologie". Leider war dem Kurzzeitgedächtnis der Kritiker entfallen, dass zu Zeiten der 68er gerade von den Linken - und nicht nur den Extremen - die Springer-Presse so tituliert wurde.
    So werden denn heute wieder die Linken die Opfer ihrer Wahrheiten. (Un homme est toujours la proie des ses vérités, Albert Camus, Leo mythes de Sisyphe)

  4. Autor Erhard Jakob
    am 11. Februar 2015
    4.

    Die Medien werden als >Lügenpresse< bezeichnet.
    Das hat doch nicht mit den Linken und schon gar nicht mit Opfer zu tun. Es hat eher etwas mit Täter und Wahrheit zu tun. Täter sind die Journalisten, welche die Wahrheit verdrehen bzw. totschweigen.

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