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seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Mechthild K. am 28. November 2011
6134 Leser · 2 Kommentare

Gesundheit

Millionen Euro Steuergelder werden verbrannt!

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

am 29.11.2011 werden, in einem Magdeburger Müllheizkraftwerk, 16 Millionen Schweinegrippe Impfdosen verbrannt.

Wer sind die Schuldigen, wer die Verursacher?
Wir, Herr Müller und Frau Lehmann?

Nein- die mündigen Bundesbürger waren nicht willens, sich einer Hysterie von selbst ernannten Gesundheitsexperten, unfähigen Politikern und einer Ängste schürenden WHO, auszuliefern.

Frau Bundeskanzlerin, mich interessiert die Summe, inklusive der Kosten für die zentrale Einlagerung und Verbrennung?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 09. Januar 2012
Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Kowark,

vielen Dank für Ihre E-Mail, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Kurz zum Ablauf der Ausbreitung des Influenzavirus A(H1N1):

Begonnen hatte es am 24. April 2009 in Mexiko mit einer Häufung von Grippefällen. Sie waren durch ein Influenzavirus A(H1N1) hervorgerufen, das neuartige Eigenschaften aufwies. Dieses Virus, die sogenannte Schweinegrippe, ist von Mensch zu Mensch übertragbar und hatte sich 2009 rasch ausgebreitet.

Die Weltgesundheitsorganisation hatte angesichts der weltweiten Ausbreitung am 11. Juni 2009 die Pandemie-Alarmstufe 6 ausgerufen.

Auch in Deutschland kam es vermehrt zu Infektionen. Mit einer Zunahme schwerer Erkrankungs- oder Todesfälle war zu rechnen. Der wirksamste Schutz gegen eine Infektion ist die Impfung. Deshalb hatte die Bundesregierung entschieden Vorsorge zu treffen: Jede Bürgerin und jeder Bürger Deutschlands, der geimpft werden wollte, sollte eine Impfung bekommen.

Zum Zeitpunkt der Bestellung des Impfstoffes konnte niemand vorhersagen, wie schwer die Schweinegrippe-Pandemie verlaufen würde. Bund und Länder haben auf eindringlichen Rat der Experten versucht, ausreichend Impfstoff zu sichern. Auch die meisten anderen europäischen Ländern haben entsprechende Vorsorge getroffen.

Erst zu einem späteren Zeitpunkt zeichnete ein unerwartet milder Verlauf der Infektionen ab. Nach einem anfänglichen Ansturm auf die Arztpraxen hielt sich die Bevölkerung daraufhin mit Impfungen zurück.

Die Beschaffung und Lagerung von Pandemieimpfstoff für die Bevölkerung sowie die Entsorgung nicht verbrauchter Impfstoffdosen liegen in der Zuständigkeit der Länder. Rund 12,7 Millionen Impfdosen, die bereits ausgeliefert waren, haben die Bundesländer dezentral in Eigenregie vernichtet.

Bei den 16 Millionen Impfdosen, die nun in Magdeburg verbrannt werden, handelt es sich um Impfstoff, der zentral für die Länder gelagert worden war. Die zentrale Verbrennung soll 14.000 Euro kosten.

Insgesamt entstanden den Ländern durch den unverbrauchten Impfstoff Kosten von ca. 239 Millionen Euro.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (2)Schließen

  1. Autor D. Tempel
    am 02. Dezember 2011
    1.

    ... was wäre gewesen, wenn doch? Ich glaube die 16 Millionen sind das kleinere übel ...

  2. Autor Mechthild K.
    am 03. Dezember 2011
    2.

    Hier geht es nicht um das kleinere Übel.
    Das kleinere Übel war also auch den Irak vorsichtshalber erst zu befrieden, das Volk mit unendlich viel Leid zu überziehen, um anschließend festzustellen, dass keine Chemiewaffen vorhanden sind.
    Ein kleineres Übel wäre so auch die Euro-Bonds einzuführen, um nicht den Euro und die Eurozone zu gefährten.
    Wir nehmen auch das kleinere Übel hin und unterstützen die NPD mit Millionen von Steuergeldern, statt sie zu verbieten und zu ächten. Das immer in der Angst, erneut beim Verbot, zu scheitern. Damit lassen sich jedes und alles entschuldigen.
    Mit dieser Argumentation sind wir immer fein raus.
    Die Politik war einfach zu dumm ordentliche Verträge mit den Pharmaherstellern auszuhandeln. Diese haben ganz professionell, wie jahrelang erprobt, die Laienspieltruppe von Politikern, mit den Verträgen zur Herstellung des Impfstoffes, ausgehebelt. WHO und Medien waren weitere Feldherren im Kreuzzug gegen die Pandemie.

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