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Beantwortet
Autor Uwe Riedel am 16. Januar 2012
5796 Leser · 2 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Möchte auch 10 Mrd weiterverleihen

Verehrte Frau Bundeskanzlerin,

Würde gerne auch 10 Mrd von der Zentralbank geliehen bekommen, um Sie dann im Form von Staatsanleihen an Deutschland weiterzugeben.(Diese Anleihen hinterlege ich dann auch gerne als Sicherheit bei der EZB; Daheim wäre es mir eh zu gefährlich soviel rumfliegen zu haben)

Bin sogar bereit die Hälfte der Zinsdifferenz in unser Bildungssystem zu stecken und möchte nur eine kleine Aufwandsentschädigung für diesen Deal haben (1,8% (Zinssatz Staatsanleihe) -1% (Zinssatz EZBkredit) =0,8%x10.000.000.000/2 = 40mio), den bitte aber der Steuerzahler dann auch real und pünktlich an mich abfühen muss. An wen kann ich mich da konkret wenden?

Warum leihen wir eigentlich Herrn Ackermann & Co europaweit 500 Mrd und bezahlen dafür eine kleine "Vermittlungsgebühr", damit die uns wiederum genau dieses Geld -dann logischerweise für höhere Zinssätze- zurückgeben? (Zinsdifferenz angenommen 4%-1%= 3%x 500 Mrd = 15 Mrd Zinsen (für was) pro Jahr!!! Das kann nur schiefgehen!)

Warum schalten wir die Privatbanken hier nicht einfach aus und leihen uns das Geld direkt bei der EZB? Ich weiß, Trennung von Geldpolitik und Fiskalpolitik...
Ist das aber noch sinnvoll, wenn sowas dabei rauskommt? Der Steuerzahler muß ja schließlich die ganze Phars real erwirtschaften.

Warum machen wir das dann nicht einfach ausschließlich über die KfW, HRE, oder "unsere" Commerzbank?

MfG

Uwe Riedel

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 21. Februar 2012
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Riedel,

vielen Dank für Ihre E-Mail, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Die EZB ist vollkommen unabhängig. Das bedeutet, dass sie die Mittel, die für die Währungsstabilität geeignet sind, selbst wählt, ohne dafür belobigt oder kritisiert zu werden. Um diese Unabhängigkeit zu schützen, ist es aber umso wichtiger, nicht nur die Symptome, sondern vor allem die Ursachen der Staatsschuldenkrise zu bekämpfen. Dazu müssen die Eurostaaten für solide öffentliche Finanzen im gesamten Euroraum sorgen.

Die Bundesregierung respektiert und verteidigt die Unabhängigkeit der EZB und wird deren Entscheidungen weiterhin nicht kommentieren.

Bundeskanzlerin Merkel: „Die EZB ist unabhängig. Dafür hat sich Deutschland bei ihrer Gründung sehr stark gemacht, denn nur unabhängig von der Politik kann sie ihre Aufgabe für unsere stabile Währung erfüllen. Und wegen eben dieser Unabhängigkeit bewerte ich die Arbeit der Zentralbank nicht öffentlich.“

Weitere Einzelheiten finden Sie hier:

http://www.bundeskanzlerin.de/Content/DE/Interview/2011/0...

http://www.bundeskanzlerin.de/Content/DE/Interview/2011/1...

http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_53848/DE/Presse/...

http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_53848/DE/Presse/...

http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_53848/DE/Presse/...

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (2)Schließen

  1. Autor Bernd Pfeiffer
    am 20. Januar 2012
    1.

    Das dürfte auch die Volksmeinung sein,Herr Riedel,aber Sie werden keine klärende Antwort erhalten .

  2. Autor Ernst Romoser
    am 12. Februar 2012
    2.

    Genau, aber der Schwachsinn hat System. Demnächst wirds noch schlimmer. Der ESM ist ein Gebilde, das völlig im rechtsfreien Raum geschaffen wird und der alle Mitgliedsstaaten zur Zahlung jedwegen Betrages innerhalb von 14 Tagen verdonnern kann.

    Dagegen ist die Deutsche Bank noch eine seriöse Institution, obwohl dieses auch nur eine grob ironisch sarkastische Aussage sein kann.

    Manchmal möchte man meinen, unsere Politiker geben das Hirn nach der Wahl ab und lassen sich Fäden wie Marionetten anlegen.

    Inzwischen ist unser Parlament nicht mal mehr in der lage selbst Gesetze zu verfassen, wenn nicht irgendeine Wirschaftsinstitution die Vorlagen dazu liefert.

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