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Abstimmungszeit beendet
Autor A. Alberstadt-Schilz am 13. Februar 2015
4242 Leser · 17 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Nazideutschland wieder im kommen

Sehr geehrte Frau Dr Merkel.,
mit Sorge betrachte ich die braune Entwicklung im täglichen
Leben. Ottonormalverbraucher macht keinen Hehl darauß ,seine dem Nazitum angelehnten Ansichten überall Kund zutun. Es gibt Leute die gehen nicht mehr zum Penny einkaufen, weil dort zu viele "Schwarze" einkaufen. es sind nicht mehr die Ausnahmen, sie werden immer mehr und dreister. Aufklärung haben wir sehr viel, aber es fruchtet nicht. Diese Mitmenschen sind zwischen 40-50 Jahre, daß ist beängstigend. Ich bin 56 Jahre verh. 3 Söhne und arbeite mit behinderten Menschen. Es sind nicht die Kinder und Jugendlichen die verblendet sind, es sind die Eltern,
so fing es in der Weimarer Republik auch an. Steuern Sie bitte massiv dagegen. danke Mit freundlichen Grüßen
Annette Alberstadt-Schilz

Kommentare (17)Schließen

  1. Autor Helmut Krüger
    am 26. Februar 2015
    1.

    Sehr geehrte Frau Alberstadt-Schitz,
    -
    ich bitte Sie es nicht als "Zurückweisung" zu verstehen, von dem Begriff Nazi-Deutschland sparsam Gebrauch zu machen. Der Begriff Nazi-Deutschland umfasst für mich nicht nur den Alltagsrassismus, den Sie hier zu Recht benennen und wie er sich zuweilen hier und da zusammenballt, Nazi-Deutschland verbinde ich mit dem systematischsten Vorgehen, was die Erfassung, Schikanierung und schließlich die Tötung angeht. Tötung nach industriellen Methoden, ujnter Mitwirken eines Stabes von Wissenschaftlern.
    -
    Ich glaube, dass wir diesen wesentlichen Unterschied zwischen dem Erschreckenden, was Sie benennen und dem tatsächlichen NS-Staat, wie er existierte, gedanklich und praktisch nicht verwischen dürfen, soll der Vernichtungwucht des Nazi-Regimes auf die Spur gekommen werden. Daran hapert es immer noch.
    -
    Judenhass gab es nicht nur in Deutschland, der Hass auf die, die Geldgeschäfte großen Stils machen durfte, man selber aber nicht, durchzog viele Länder., die Herabwürdigung von Menschen dunkler Hautfarbe ging hin bis zum hochgeschätzten Immanuel Kant, bei allen seinen Verdiensten abseits davon und während des Kaiserreichs wurden am Kaiser-Wilhelm-Institut für Rassenhygiene Schädelvermessungen zwischen der angeblich hoch aufragenden germanischen Stirn und der angeblich flach zulaufenden slawischen Stirn vorgenommen.
    -
    Das sind alles Facetten, die zum oder zu einem NS-System führen können, aber es eben "noch nicht" ausmachen. Es ist die geistige Enge der Betreffenden dass sie ohne Sündenbock nicht auszukommen glauben und es ist der penibel in Gesetzesvorlagen gegossene Apparat - bspw. das Gesetz zur Wiederherstellung des deutschen Berufsbeamtentums - bei dem nicht die Pöbelnden, sondern die eiskalten Bürokraten das Zepter führen.

  2. Autor Erhard Jakob
    am 26. Februar 2015
    2.

    Annette,
    hier schließe ich mich voll und ganz
    der Meinung von Helmut an.
    .
    Die etablierten Parteien bzw. Politiker haben mit
    ihren Entscheidungen soviel Wut und Hass
    auf sich gezogen, dass sich viele
    Bürger verraten und verkauft
    fühlen.
    .
    Natürlich gibt es Menschen (Bachmann & Ko.),
    die diese Wut und diesen Hass für sich
    nützen und einige Menschen für ihre
    niederträchtigen Zwecke
    ausnutzen.
    .
    Doch schuld ist weder Bachmann oder
    die Menschen, welche voller Hass
    und Wut sind. Sondern, die
    Etablierten!

  3. Autor Erhard Jakob
    am 26. Februar 2015
    3.

    Zum: *Berufsbeamtentum*.
    .
    Aus VOLKSWEISHEITEN:
    .
    "Die Ämter sind Gottes.
    Aber die Amtmänner
    sind des Teufels.*

  4. Autor Annette Alberstadt-Schilz
    Kommentar zu Kommentar 1 am 27. Februar 2015
    4.

    Sehr geehrter Herr Krüger,
    natürlich zog und zieht sich Menschenhass wie ein roter Faden durch die Geschichte der Menschheit und der Deutschen.Den Schikanen und Grausamkeiten waren und sind keine Grenzen gesetzt. Unter den Nazis wurde es bis zu Perversion betrieben. Menschen jüdischen Glaubens wurden in allen Epochen verfolgt und sind auch heute noch das meist gefährdeste Volk. Obwohl sie mit die Intelligentesten auf diesem Planeten sind. Sie durften nichts anderes machen als Geschäfte, was natürlich bei weniger Geschickten Neid erzeugte. Neid ist der Motor für allen
    Hass. Wir sind geistig noch lange nicht so weit wie wie unsere technischen Errungenschaften. Es mangelt uns an Sozialverhalten und dem Wunsch für ein Miteinander. Die Menschheit ist schon immer gewandert und hat sich gemischt, was auch wichtig ist für Gesundheit und Fortschritt war und ist, aber solange " Haben" das Sein regiert,wird der Mensch und auch der Deutsche zur Gewalt bereit sein. Das Berufsbeamtentum sehe ich nicht kommen. Die Konzerne regieren uns, wir sind nur noch ein Faktor im Unternehmen und unsere über Jahrhunderte erkämpften sozialen Rechte werden durch das Hintertürchen ausgehebelt. Nur wenn Jeder für sich selbst Verantwortung übernimmt, d.h. lernen für sich selbst,arbeiten ohne auf die soziale Hängematte zu schielen und zu helfen ohne Entlohnung, dann kommen wir vielleicht weiter und können ein neues" Nazitum " verhindern,
    den Diktatoren gibt es noch genug .Danke für Ihre Aufmerksamkeit
    Annette Alberstadt-Schilz

  5. Autor Erhard Jakob
    am 27. Februar 2015
    5.

    Annette,
    es geht weniger um das Alter der Menschen,
    welche unzufrieden mit der Politik der
    "Etablierten" sind. Sondern mehr
    um die "Etablierten".

  6. Autor Helmut Krüger
    Kommentar zu Kommentar 4 am 27. Februar 2015
    6.

    Sehr geehrte Frau Alberstadt-Schitz,
    -
    vielleicht habe ich mich in diesem Punkt etwas irreführend ausgedrückt: Das Gesetz zur Wiederherstellung des deutschen Berufsbeamtentums nannte ich nur, um zu verdeutlichen, dass es nicht nur die SA war, auf denen sich die Nazi-Herrschaft gründete, sondern dass alles rein formal nach Recht und Gesetz verlief. In Gestalt des rechtschaffenen Biedermannes wurde das Menschenverachtendste beschlossen.
    -
    Insofern ist das ein Argument gegen die Behauptung, dass da, wo ein Paragraph existiere, auch der ausgesprochene Rechtsstaat und die Humanität existieren müsse. Es KANN so sein, MUSS es aber beileibe nicht.
    Ein Rechtsstaat, soweit wir darunter die Schaffung von Paragraphen verstehen, kann unter den verschiedensten und auch menschenverachtendsten Umständen geschaffen werden.
    -
    Dass es zuallererst auf die Verantwortung des Einzelnen ankommt, diesen Gedanken teile ich. Der eigene Weg, der nur durch die eigene Überzeugung flankiert ist, ist der beste Schutz vor Mitläufertum. Gleich welcher Vorzeichen.
    -
    Mitläufertum auf der Straße, seinerzeit die SA, und Mitläufertum bei der bloßen Formulierung von Gesetzen. Und Mitläufertum selbstverständlich, was die Ausrede angeht, "der Markt" - wer immer das ist und wer immer dies sein soll - hätte dies verlangt. Verantwortlich für sein Handeln ist immer der Einzelne und das Ausmaß dieser Verantwortung wächst mit dem Maß und dem Gewicht des Gehandhabten.
    -
    Beim Fahrrad größer als beim Zu-Fuß-Gehen, beim Auto größer als beim Fahrrad, bei der Firma größer als im privaten Haushalt.

  7. Autor Erhard Jakob
    am 03. März 2015
    7.

    Wir sollten uns fragen, wer Deutschland in Richtung
    Nazideutschland getrieben bzw. geführt hat?
    .
    Sind es nicht die *Meinungsmacher
    der Meinungsindustrie.*
    .
    Schließlich ist das Wort >Lügen-Presse<
    nicht ohne Grund zum (Un)Wort
    der Jahres 2014 gekürt
    worden.

  8. Autor Wolfgang Mackowiak
    Kommentar zu Kommentar 6 am 03. März 2015
    8.

    Ich stimme diesem Kommentar zu, warne aber davor "Mitläufer" nur einseitig zu definieren. Rassistisch-analoges Verhalten (weder Juden noch Muslilme, weder Schwarze noch Weiße bilden eine "Rasse") sehe ich auch bei den ANTI-Pegida-Demonstranten: Während die meisten Pegida-Anhänger gegen eine bestimmte Politik demonstrieren, demonstrieren die meisten ANTI-Pegida-Leute gegen die Pegida-Leute selbst, beschimpfen sie, verunglimpfen sie, greifen sie an. Und die Medienberichterstattung stößt in das selbe Horn. Sie sehen sich als Gutmenschen, als die besseren Deutschen und erlauben sich von daher jede Menge Übergriffe. Ich warte schon auf Parolen nach dem Motto: Kauft nicht bei den Pegida-Demonstranten. DAS macht mir Angst, DAS steht für ein Versagen gesellschaftlicher Bande und wirkt auf Dauer staatsgefährdend, da demokratische Verhaltenspflichten missachtet werden.

  9. Autor Erhard Jakob
    am 03. März 2015
    9.

    Ich sehe das genauso,
    wie Wolfgang.
    .
    Dass die Pegida-Demonstranten ausländerfeindlich sind,
    ist doch eine Erfindung der >Lügen-Presse<. Schließlich
    wurde dieser Begriff nicht zu Unrecht mit dem
    >"Ehren"Preis< Unwort des Jahres
    2ß14 ausgezeichnet.
    .
    Jeder Bürger >so auch die PEGIDA-Leute<
    sind für das Asylrecht.

    Doch die Demonstranten setzen sich auch
    dafür ein, dass dieses Recht nicht
    missbraucht wird.
    .
    Doch gegen diesen Missbrauch sprechen
    sich auch alle Menschen (Politiker) von
    Links über die Mitte bis Rechts aus.
    .
    Es wäre auch schlimm, wenn sich die Leute
    gegen die Einhaltung von Recht und Gesetz
    aussprechen würden.

  10. Autor Helmut Krüger
    Kommentar zu Kommentar 8 am 05. März 2015
    10.

    In der Tat ist das eine Frage dem Umgangs miteinander.
    Welten liegen zwischen jenen selbst auserwählten antifaschistischen Kämpfern, die sich ihrer politischen Existenzberechtigung beraubt sähen, gäbe es die ausgemachten "Faschisten" nicht und jenen wiederum, die der PEGIDA-Demonstration Absurdität vorwerfen. Absurdität, die auf einer Ausländerfeindlichkeit mangels Bekanntschaft mit Migranten beruht.

    Dass ausgerechnet in Dresden, in denen 2% Migranten leben und 0,1 Musline eine Demonstration gegen eine vorgebliche Islamisierung stattfindet, schlägt dem Fass jedenfalls den Boden aus.

    Es gibt nicht zu viele Migranten udn zu viele Muslime in Dresden, sondern klar zu wenig. Das mag in Berlin-Kreuzberg und -Neukölln und in der Kölner Südstadt wiederum anders sein. Irgendwo dazwischen mag das halbwegs richtige Verhälltnis zwischen den Einheimischen und den Zugezogenen liegen.
    -
    Dresden sehe ich viel mehr als Ergebnis der internationistischen Trockenübungen zu DDR-Zeien, vom Internationalismus groß zu reden und ihn groß zu plakatieren, ihn aber im Lande faktisch auszusperren.

  11. Autor Wolfgang Mackowiak
    Kommentar zu Kommentar 10 am 05. März 2015
    11.

    Eine - wie ich finde - bedenkenswerte These habe ich bei dem mittlerweile kaum noch bekannten Friedrich Schleiermacher gefunden. In seiner Theorie der Erziehug, Vorlesungen aus dem Jahre 1826, 15. Stunde schreibt er:

    ... "Gastfreundschaft ist die erste Stufe dieses Sinnes, an welcher man erkennt, ob ein Volk auf dem Wege der Kultur oder der Barbarei ist."

    Schleiermacher sieht diese Gastfreundschaft aber auch im Zusammenhang mit der Stärke oder Schwäche des "nationalen Lebens: "Wir haben deswegen den meisten Sinn für das Fremde, weil wir die bewussteste Nation sind." [1826!]

    Ins hier und heute übersetzt: Da wir unsere nationale Identitä zunehmen verlieren - oder meinetwegen auch überhaupt das sich in einer größeren Gemeinschaft zu Hause fühlen, gesichert und begrenzt zugleich und mit Identifizierungsmerkmalen versehen, die dem helfen, der das Selbstdenken und die Selbstverantwortlichkeit scheut oder dazu nicht fähig ist - werden wir fremdenfeindlicher. Eine Ersatzhandlung um sich noch halbwegs als jemand eigenes wahrzunehmen.

    Ich finde, da ist was Wahres dran, das zumindest neben Ängsten vor Überfremdung oder religiösem Fundamentalismus berücksichtigt, d.h. bedacht und mit Folgerungen versehen werden muss.

    Das absolut Falscheste aber sind die Schönwetter- und Political-Correctness-Reden.

  12. Autor Helmut Krüger
    am 10. März 2015
    12.

    "Unser Rechtssystem sollte so stark sein, dass es uns vor gefährlichen Auswüchsen schützen kann, ohne dass wir damit Dinge bereits im Vorfeld abklären müssen, weil sie vielleicht eintreten könnten. Die Natur schenkt ihren Menschen täglich einen neuen Anfang, und erwartet dafür nur unsere konsequente Unterstützung."
    -
    Ich will einmal einen Gedanken anhand des Rechtssystems führen, weil das sehr viel mit Identitätsbildung und geschürten gesellschaftlichen Differenzen zu tun hat.
    -
    Ursprünglich ist das Rechtssystem ausgebildet worden, um unterschiedliche Sichtweise und Verständnisse von Menschen, die jewels teilweise von weit herkamen, auf einen gemeinsamen menschlichen Nenner zu bringen. Diese Differenzen gab es unterschiedlich vom Rechtssystem und sollten durch es befriedet werden, anstatt sich alle Naslang in den Haaren zu liegen oder endlos und in nie enden wollender Weise zu streiten.
    -
    Heute hat sich dieses Verhältnis von Zweck und Mittel umgekehrt. Das Recht ist selbst zum Zweck geworden, dass es möglichst oft in Anspruch genommen wird, wer denn etwas auf sich halten will. Mit den Mitteln des Rechts wird nicht menschlicher Frieden angestrebt, sondern juristischer Krieg geführt. Prozesse zur extremen Durchsetzung einnütziger Vortelilserzielung sprechen Bände. "Da wrd doch noch was rauszukitzeln sein?"
    -
    Solange Rechtsanwälte weit mehr für die vermehrte Dehnung des Rechtes bezahlt werden, Schlupflöcher bei Paragraphen zu finden, anstatt dass sie sich als Mittler zwischen der abstrakten staatlichen Rechtsformulierung und den Bürgern verstünden, solange werden die Exzesse weitergehen.
    -
    Alle formulierten Rechte sind letztlich in den Wind geschrieben, in dem Maße, wie eine Gesellschaft nicht einmal in Mindestmaß auf FREIWILLILGEN Übereinkünften fußt.

  13. Autor Helmut Krüger
    Kommentar zu Kommentar 11 am 11. März 2015
    13.

    Es war in der Tat schon mal besser bestellt in puncto Identität.
    -
    Umgangssprache: Die regionalen Dialekte verlieren, trotz aller Bemühungen und Anstrengungen, sie mittels Förderung zu erhalten. Im Zeitalter des Wirtschaftsenglisch ist Mundart nicht zu gebrauchen, es sei denn als vermarktbare exotische Besonderheit.
    -
    Die überwiegend anzutreffenden Gewohnheiten ändern sich. Vater und Mutter werden am Tisch nicht mehr gesiezt udn so gut das ist, so diffus ist es, wenn 5 zusammensitzen und es keine gemeinsame Zeit des Anfangs gibt, geschweige denn überhaupt eine Wertschätzung des Essens. Nur eine beiläufige Zurkenntnisnahme neben allem anderen, an das man auch noch angeschlossen ist und dem man sich widmet.
    -
    Zeugnisse. Wir werden bereichert von überall her, das ist wunderbar so und das Eigene wird oftmals mit Füßen getreten. Polen und Franzosen lieben ihre Sprache, wir, hier im Sinne der überwiegenden Bevölkerung, treten die unsere mit Füßen: Jugendliche machen en Date ab, der ja gensuso mit Verabredung beschrieben werden kann, ein bekannter Ort wird zur Location und der Papierschnipsel, der mich zum Fahren in öffentlichen Verkehrsmitteln berechtigt, wird zum Ticket. Werden zwei Orte auf kurzem und schnellem Wege miteinander verbunden, wird aus dem Pendelbetrieb der Shuttle.
    -
    Ich finde englische Übersetzung, wenn das Englische als Zweitsprache daherkommt, prima. Dass das Englische oft genug vor die Muttersprache rückt, kann ich nur als Beleg von Kulturverleugnung bezeichnen und den Preis scheinbarer Einfachhheit in der Kommunikation.
    -
    Nichts, was nur "einfach" und "pflegeleicht" war, hat zur kulturellen Blüte geführt. NIcht das herausgebrochene Fensterkeuz und das verglaste Loch an seiner Stelle, die den Altbau verunstaltet hat und auch nicht die gradlinig durchgeschossene Straße, dass der Automobilist nicht sein Lenkrad rumwerfen muss.

  14. Autor Helmut Krüger
    Kommentar zu Kommentar 11 am 11. März 2015
    14.

    Ich glaube, dass alles, was ich nannte, zu einem Unbehagen führt. Orte werden vorbildlich restauriert, das trägt in überragender Weise zu Idenitätsstiftung bei, aufgrund der Unverwechselbarkeit des Ortes und gleichzeitig wird dem durch anderes der Boden entzogen.
    -
    Ein Überall-ismus im Bauen, Bauten, die mit dem speziellen Ort überhaupt nichts zu tun haben.
    -
    Es gibt das geschäftsmäßige Bauen, die bauliche Hülle als Verpackung. Und in nicht durchkommerzialisierten Gesellschaftssystemen gab es die Grundidee, zwischen Eisenach und Wladiwostok im Prinzip den gleichen Typ Wohngebäude hinzustellen. Nur mit sehr geringen Variationen. Das war der Einheitsbau für den Einheitsmenschen mit - verheißen, weil doch angeblich richtig - mit der Einheitsmeinung.
    -

    Dass Du selber gehen kannst, will Du dich nicht irgendwo bloß anschließen, das wirst Du doch wohl einsehen. So lässt sich - mit etwas Mut - Bertolt Brecht auch verstehen

  15. Autor Erhard Jakob
    am 12. März 2015
    15.

    Berthold Brecht.
    *Dem Kapitalismus liegt der Krieg
    inne, wie der Regen der Wolke.*
    .
    So gesehen bringen uns die unterschiedlich
    gestalteten Wohnhäuser von München
    bis New York auch nicht weiter.

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