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Abstimmungszeit beendet
Autor Birgit Knoll am 29. August 2017
2905 Leser · 10 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Neuer Lagebericht zu Afghanistan als Wahlkampfinstrument?

Wegen des Anschlags auf die deutsche Botschaft in Kabul im Mai 2017 wurde die "Sicherheitslage" in Afghanistan neu bewertet. Wir ehrenamtlich Tätige hegten große Hoffnungen, dass endlich die Realitäten vor Ort anerkannt, Abschiebungen eingestellt und den abgelehnten AfghanInnen Schutz gewährt werden würde. Die sich gut integrierenden Afghanen erhielten Zugang zu Integrationskursen oder Ausbildungsförderung. Die Firmen, die zunehmend AfghanInnen ausbilden, freuten sich über mehr Planungssicherheit.

Das jetzt vorliegende Ergebnis ist jedoch erschütternd. Die Gefahr für Zivilisten wurde als gering eingestuft, die Zahl der Todesopfer sei im Vergleich zum Vorjahr "nur" um 3 % gestiegen und De Maiziere ruft - sich als rechter Hardliner profilierend - sofort nach Wiederaufnahme der Deportationen. Dabei explodierte erst kürzlich wieder eine Bombe in einer Moschee, die 50 Menschen tötete. Taliban verübten in einer vorwiegend von Shiiten bewohnten Region ein Massaker, dem 400-500 Männer, Frauen und Kinder zum Opfer fielen. Zivilisten also nicht betroffen?

Mit dieser Auslegung wird rücksichtlos und eiskalt Stimmenfang auf dem Rücken derjenigen betrieben, die keine Stimme haben. Die Politiker hierzulande, die ja oftmals selbst eine Migrationsgeschichte haben, sollten sich was schämen, mit den Schutzsuchenden Wahlkampf Ping-Pong zu betreiben.
Für was stand das "C" in der CDU noch mal? Für Capitalism? Soll das nach der Wahl so weitergehen oder besteht noch Hoffnung auf eine halbwegs auf Fakten und Menschlichkeit basierende Migrationspolitik? Wie viele Todesopfer muss es noch geben, bis das Schicksal der AfghanInnen endlich Anerkennung findet? Vor diesem Hintergrund unterstütze ich die Forderung dem BMI die Zuständigkeit für Migrationsfragen zu entziehen.

Kommentare (10)Schließen

  1. Autor Felizitas Stückemann
    am 01. September 2017
    1.

    Anschlag auf deutsche Botschaft in Kabul, also gegen die
    Deutschen, nicht gegen die Afghanen. In Afgahanistan
    befinden sich fast 1000 deutsche Soldaten. Ob Sie an die
    auch einmal denken, Frau Knoll ?? Die jungen kräftigen
    Afghanen, die sich bei uns aufhalten, sollten besser den
    Soldaten helfen. Und Anschläge auf Ziviluisten, wo ist es
    sicher ?? In Barcelona, Paris, London, Berlin, Würzburg,
    bitte wo in welcher Großstadt ??? Warum sollte es in
    Kabul besser sein, um dort zu leben ??

  2. Autor Felizitas Stückemann
    am 02. September 2017
    2.

    Wie kann es denn sein, dass afghanische Frauen für ihr
    Recht auf ihren Namen kämpfen, auf die Straße gehen,
    wie die Bilder von Kabul im ZdF zeigen, "What is my name"
    gründen, während junge afghanische Männer bei uns Asyl
    beantragen, zu feige sind, ebenso wie die Frauen, in der
    Heimat zu sein ?? Diese Männer haben dort wohl keine
    Perespektive und möchten von und aufgebaut, gebildet
    werden und ?? Wie sagte Martin Schütz am 23.08.2016 in
    seinem Erfahrungsbericht über den Afghanen: "Die deutschen
    weg machen" ? Die Mentalität dieser Männer, dass Frauen
    wertlos sind, können Integrationskurse nicht ändern: Das
    Bespiel einer befragten Teilnehmerin: Am Tisch sitzt der
    Mann, isst, gibt seinem Hund etwas ab und am Schluss
    bekommt dann auch die Frau zu essen. Tolle Kultur, die
    Sie da wohl übersehen haben, Birgit ! Sie sollten sich
    schämen, das C anzuzweifeln.

    https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/afghanische-...

  3. Autor Ephraim Tollkühn
    am 05. September 2017
    3.

    Hallo Frau Stückemann, ich weiß ja nicht, wo sie ihre Informationen her haben. Ich jedenfalls arbeite täglich mit geflüchteten Afghanen und Afghaninnen. Von denen hat sich bisher keiner so verhalten, wie sie es schildern. Natürlich werden dort Frauen unterdrückt, wird täglich Gewalt ausgeübt, sind Kinderleben in Gefahr. Vor genau diesen Bedingungen fliehen die Menschen!!! Sie sind auch nicht, wie Sie es ausdrücken "jung und kräftig", sondern meist körperlich eingeschränkt und zum Teil schwerst traumatisiert. Dennoch tuen sie alles, um die Sprache gut zu lernen - viele auch autodidaktisch, durch den Verwehrten Zugang zu Sprach- und Integrationskursen -, sich zu integrieren und eine gute Ausbildung zu finden.
    Zur Rolle der Soldaten: Wer Soldat wird, muss damit rechnen auch für Auslandseinsätze verpflichtet zu werden. Dass deutsche Soldaten in Afghanistan sind haben sie - wie Sie vielleicht bemerkt haben - dem Nato-Partner USA und seinem sog. Krieg gegen den Terror zu verdanken. Und dass Aufbauhilfe oder Schutz der Zivilbevölkerung nicht Teil von Trumps Afghanistan Politik ist hat er ja kürzlich erst deutlich gemacht "Wir leisten keinen Aufbau - wir töten Terroristen". Auch die Ausbildung afghanischer Streitkräfte durch deutsche oder amerikanische Soldaten ist ja teilweise schon gründlich nach hinten los gegangen, als die mit deutschen Waffen + Ausbildung ausgestatteten Sicherheitskräfte reihenweise zu den Taliban überliefen. Und gegen wen werden diese Waffen wieder eingesetzt? Jeden Tag explodiert dort eine Bombe, in einer Moschee, auf einem Markt, vor einer Bank. Ich wieder hole jeden Tag. Das ist wohl noch ein "Kleiner" qualitativer Unterschied zu den Zustanden in Europäischen Metropolen.

  4. Autor Ephraim Tollkühn
    am 05. September 2017
    4.

    Und noch eins: feige sind diejenigen, die sich aus ihrer privilegierten, sicheren Position heraus meinen ein Urteil über die Menschen bilden zu können, deren Länder unter eben dieser Hierarchie leiden: Ausbeutung, Kriege, Umweltzerstörungen. Die Menschen, die ihr Leben riskieren, um hier anzukommen sind es bestimmt nicht. Sie mussten oft mitansehen wie ihre Verwandten, Freunde oder andere Familienangehörigen verschleppt, getötet, gefoltert oder vergewaltigt wurden. Deutschland leistet als Waffenexporteur Nr. 3 auch hier seinen Beitrag...
    Hier angekommen tuen die meisten Schutzsuchenden alles, um halbwegs Fuß zu fassen und ihre Familien, die sie zurücklassen mussten zu unterstützen bzw. nachzuholen. Und ist es nicht ein natürliches menschliches Bedürfnis in Frieden und relativer Sicherheit leben zu wollen? Wenn Sie - Frau Stückemann - sich hier nicht sicher fühlen, empfehle ich Ihnen den Himalaya oder eine einsame Südseeinsel. Sie können ja mit Ihrem europäischen Reisepass überall hin!!

  5. Autor Felizitas Stückemann
    am 06. September 2017
    5.

    Zu 3.: Die Quellen der Info sind angegeben ! Als Mann,
    könnte ich mir vorstellen, könten Ihnen die Frauen-
    feindlichen Sitten und Gebräuche vielleicht gefallen.
    den Frauen aber nicht.

  6. Autor Erhard Jakob
    am 07. September 2017
    6.

    Hier stelle ich mich voll und ganz
    auf die Seite von Felizitas!

    Wenn wir alle von Armut und Bürgerkrieg bedrohten Menschen
    aufnehmen würden, würde auch hier schon längst
    der Bürgerkrieg ausgebrochen sein.

    Ja, wir sollten >nein, wir müssen< helfen!!! Aber nicht in dem,
    dass wir alle Betroffenen nach Deutschland holen.
    Dafür sind es viel zu viele!

    Wir müssen vor Ort helfen. Damit die Flüchtlinge
    nicht aus ihren Heimatländern flüchten müssen!

  7. Autor Markus Müller
    am 14. September 2017
    7.

    Wenn Sich jemand wirklich für die Lage in Afghanistan interessiert, sollte er sich Friederike Stahlmann anhören. Sie hat 6 Jahre dort gelebt und beschreibt eindrücklich, wie die Situation der Menschen in dem Bürgerkriegsland ist. Es gab sogar einen Streik der Ärzte in Herat unter dem Motto "Hört auf unsere Kinder zu entführen, oder wir behandeln euch nicht mehr", ein Mann wurde aus einem Bus geholt und geköpft, weil er die falsche Kleidung trug. Selbst der Polizeikommandant kann ein Taliban sein, oder der behandelnde Arzt der Feind etc. Kollaborateure (also die mit deutschen oder amerikanischen Truppen agieren) werden aufgehängt.
    Stefan Luft schreibt in seinem gut recherchierten Buch über die sog. "Flüchtlingskrise", dass 86 % aller Flüchtlinge weltweit von Entwicklungsländern aufgenommen werden. Wie die Türkei z. B. mehr als 3 Millionen syrische Flüchtlinge beherbergt, während die reiche BRD sich schon mit ein paar Hunderttausend schwer tut, obwohl sie Zuwanderung in Hinblick auf die demographische Entwicklung dringend braucht. Dies ist ein echtes Armutszeugnis für Demokratie und Menschenrechte.

  8. Autor Felizitas Stückemann
    am 25. September 2017
    8.

    Zu 3.: Letzte Zeit war ich in mehreren Kleinstädten, in denen
    mir, ich wiederhole, junge, kräftige männliche Flüchtlinge
    begegneten, die mit großen Schritten, OHNE körperliche
    Behinderungen, arabisch sprechend, daher gingen, so dass
    ich im Takt nicht mehr mithalten konnte !! Nun ja, vielleicht
    waren es keine Afghanen sondern Iraker, da kann ich die
    Sprache nicht unterscheiden.
    Abgeschoben werden zur Zeit nur Kriminelle- Und da ist es
    moralisch verwerflich, wenn man z.B. für einen Kinderschänder
    das Bleiberecht erstreiten möchte !
    Nebenbei: In sechs Monaten gab es fünf Anschläge in London.

    Zu 8.:Wir brauchen keine illegalen, meist unausgebildeten
    Zuwanderer, von denen wir nicht "ein paar Hunderttausend"
    sondern mehr als über eine Million hier haben, die anders
    als in der Türkei, hier nicht ihre Glaubensbrüder haben. Für
    die gen. Demographie benötigen wir ein Einwanderungs-
    gesetz, das die Zuwanderung nach Bedarf steuert und nicht
    Menschen willkürlich zu uns herein lässt, denen wir nicht
    mehr als nur Beherbergung geben können.

  9. Autor Felizitas Stückemann
    am 27. September 2017
    9.

    Zu 4: Ach nee Herr Tollkühn, das ist wirklich nomen est omen,
    mich aus meinem Land verjagen zu wollen, so weit sind wir
    also schon gekommen, unglaublich! Der Himalaya ist nicht
    mein Klima, Da bin ich nicht geboren. Jeder sollte da leben,
    wo er geboren ist, das bekommt am besten ! Einen Europapass
    habe ich nicht, brauche ich auch nicht. Genau so wenig, wie
    ich frauenfeinliche Kulturen hier nicht brauche !! Schade,
    dass Birgit das bis jetzt noch nicht gemerkt hat!

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