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Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor H. Ahlers am 26. April 2012
10207 Leser · 2 Kommentare

Kultur, Gesellschaft und Medien

Oberirdisches Atom-Endlager in Pyramiden-Form als Mahnmal

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

Erfahrungen mit der Asse hat uns gelehrt: Es ist unverantwortlich, Atom-Müll unter der Erde zu verstecken. Schon Kinder wissen: Metall verrostet. Im 2. Weltkrieg war es sinnvoll, Kulturgüter in Salzbergwerken zu sichern. Nach dem Krieg wurden sie wieder nach oben geholt.

Wir benötigen einen nationalen Dialog, wie die 34 Milliarden € Rücklagen der vier Energie-Konzerne für den Abriss ihrer Atomkraftwerke und Endlagerung ihres Atom-Mülls sinnvoll angelegt werden können. Ich schlage den Bau einer Pyramide vor, so hoch wie der Brocken. Als Platz wäre ein Truppenübungsplatz geeignet.

Unten eine dicke Sandschicht, darüber eine Lehmschicht. Darüber Beton-Quader mit einem Meter Kantenlänge aus den Betonresten der Atomkraftwerke. Darüber die mit Beton verdünnten atomaren Reste, die sich noch in den Kastoren befinden. Mit heutiger Neutrino-Technologie ist es möglich, die Radioaktivität vorher um 95 % zu reduzieren.

Der äußere Teil der Pyramide muss natürlich aus sauberem Beton bestehen. Regenwasser kann dann ungefährdet daran nach unten fließen. 100 Jahre später könnte aus dem Mahnmal ein Skiberg werden, mit einem Hotel ganz oben. Unten könnte ein großer Segelsee mit Urlaubs-Häusern entstehen. Mit der Erde könnte die Pyramide dann abgeflacht werden. Ein touristisches Zentrum könnte die umliegende Bevölkerung dazu ermuntern, der Pyramide zuzustimmen.

Ohne Zustimmung der Bevölkerung gibt es kein atomares Endlager. Das sollte uns Gorleben gelehrt haben. Ich frage Sie: Sind Sie bereit, umzudenken? Sie haben doch geschworen, das Wohl des Volkes zu mehren. Und nicht das Wohl der Konzerne! Bitte ändern Sie Ihre Meinung.

Mit freundlichen Grüßen, Hans-Jürgen Ahlers, Celle

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 07. Juni 2012
Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Ahlers,

vielen Dank für Ihre E-Mail, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Nur die Endlagerung radioaktiver wärmeentwickelnder Abfälle in tiefen geologischen Formationen bietet nach Meinung der Wissenschaft die notwendige und langfristige Sicherheit. Bei einer Zwischenlagerung an oder nahe der Oberfläche bestünde die Gefahr, dass die Abfälle leichter zugänglich und freisetzbar wären.

Die sogenannte Transmutation funktioniert bislang nur im Labor. Wir sind weit davon entfernt, die vielen Tonnen hochradioaktiven Abfalls zu trennen und zu entschärfen. Und selbst dann bliebe ein Rest, der dauerhaft und sicher gelagert werden müsste.

Es gilt, den radioaktiven Abfall, den wir erzeugen, nicht künftigen Generationen zu überantworten. Deshalb laufen Gespräche zwischen Bund und Ländern mit dem Ziel, gemeinsam ein wissenschaftsbasiertes Suchverfahren für ein Endlager zu starten. Erster Schritt ist ein Standortauswahlgesetz, das das Verfahren der Standortsuche regeln soll. Es wird eine umfangreiche Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger vorsehen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (2)Schließen

  1. Autor Rupert Steiner
    am 16. Mai 2012
    1.

    Das finde ich für eine ausgezeichnete Idee, das radioaktive Material in einer Pyramide zu lagern. Dabei wäre die Pyramide natürlich in Nord-Südrichtung auszurichten. Äusserlich als Kunstwerk getarnt, kann diese " Atompyramide " unseren Nachkommen ein Mahnmal sein, niemals wieder mit den Atomkräften zu experimentieren. Es ist auch vorstellbar, dass in späteren Zeiten eine Technologie entwickelt wird, womit man radioaktives Material vollkommen " entstrahlen " kann. Ich hoffe inbrünstig, dass die deutsche Regierung diesen brillianten Gedanken annimmt, und damit allen anderen Ländern auf dieser Erde beispielführend einen Weg zeigt, wie man mit diesem Problem umgehen könnte.

  2. Autor Ernst Romoser
    am 22. Mai 2012
    2.

    Es ist auf alle Fälle ein besserer Vorschlag, als den Atommüll in irgend welchen Salzstöcken zu verstecken und hoffen das nichts passiert. So wäre zumindest eine dauerhafte Kontrolle über Sensoren möglich und durch den oberirdischen Zugang auch eine Intervention oder Sanierung machbar.

    Ich kann mir vorstellen, dass die Kosten um ein vielfaches geringer wären als die Erkundung der Bergwerke, wo doch nur Gutachter und Gegengutachter ihre Kohle damit verdienen.

    Schwierig, aber nicht unlösbar stelle ich mir die Versiegelung nach unten vor. Es muss gewährleistet sein, dass über Generationen hinweg kein radioaktives Material ins Erdreich und ins Grundwasser geht.

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