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Abstimmungszeit beendet
Autor Walter Mette am 24. Oktober 2014
5281 Leser · 14 Kommentare

Soziales

Papst spricht von 'heimlicher Euthanasie'

Gemäß folgendem Bericht : Papst spricht von heimlicher Euthanasie: Bayerischer ...
www.br.de/mediathek/video/.../vatikan-gottesdienst-peters...
28.09.2014 - Papst Franziskus hat die Vernachlässigung alter Menschen als "heimliche Euthanasie" kritisiert. Oft vegetierten Alte...
Seit Jahrzehnten werden alte und demente Menschen u. a. in Pflegeeinrichtungen mit Psychopharmaka und Neuroleptika ohne medizinisch Indikation Sediert; und das teilweise mit unzulässigen Präparaten und ohne vorheriges Aufklärungsgespräch und ohne Einverständnis des Patienten bzw. dessen Betreuer/in. Aufgedeckte und zur Anzeige gebrachte Straftaten in soweit werden nicht geahndet, so dass tatsächlich der Eindruck eines bestehenden Konsens entstanden ist - und infolge der Ignoranz dieser Praktiken weiter hin besteht - dass hier heimliche Euthanasie mit verzögertem Tod toleriert wird.
Unter 'Ode an die Sedierung' hatte ich bereits im Juli 2013 bereits meine Sicht infolge der Erfahrungen in soweit veröffentlicht. Im September dieses Jahres bekundet der Papst die gleiche Sicht, so dass sich folgende Klärungsbedürftigkeit ergibt:

Frage: Besteht hinsichtlich der geübten Praxis von Sedierungen ohne medizinische Indikation, allein zur Ruhigstellung mit der Folge des früher eintretenden Todes, ein Konsens der Billigung und Inkaufnahme der Folgen? Insbesondere ergibt sich diese Frage deshalb, weil diese Praktiken seit Jahren bekannt sind und angeprangert werden, jedoch selbst bei aufgedeckten Straftaten in soweit keine Maßnahmen erfolgen.

Kommentare (14)Schließen

  1. Autor Helmut Krüger
    am 29. Oktober 2014
    1.

    Ich will da mal von fließenden Grenzen sprechen, Herr Mette. Fließenden Grenzen zwischen echter Hilfe, wo die Angehörigen die Pflege iihrer Angehörigen nicht mehr schaffen und der selbst so genannten "Einstellung" und der Ruhigstellung älterer Menschen, um sie gängiger für den durchorganisierten Ablauf zu machen. Manchmal aber auch, um sie faktisch vor sich selbst zu schützen.

    Zweiter Punkt kann dann schon mal im Bedarfsfalle zur einfacherer Handhabung entsprechend ausgelegt werden ...

    Das Grundproblem der Altenpflege sind nicht nur fehlende Stellen und eine immer noch chronische Unterfinanzierung, das Grundproblem in der Altenpflege ist überhaupt und generell die Zuordnung von Zeit und Kosten. Das mag in einer Gesellschaft, für die Zeit Geld ist, abenteuerlich klingen, auf diesem Gebiet etwas anderes zu wollen. Ein recht verhängnisvollen Abenteuer ist es allerdings für die Alten, in dem Maße, wie ihr Verstand sich i alle Richtungen verflüchtigt hat, das "Netz einer all zu groben Struktur" übergeworfen zu bekommen. Soweit der Verstand, also unsere Möglichkeit, das zu verstehen und vorausschauend abzumildern, nicht mehr da ist, trifft die grobe Zeit ist Geld-Struktur sie in unmittelbarem, also direktem Maße.

    "Alles, was wir zu wissen bekommen, kann auch gegen Sie verwendet werden", so könnte es in Abwandlung überlieferter Kriminalfilme heißen. Für Sie, weil durch akribische Messungen Krankheiten frühzeitig erkannt, verhindert oder abgemildert werden können, gegen Sie, weil jede Scheibe Brot iaufgrund der vorgenommenen Messungen n der Verantwortung der Helfer liegt und in der Unfreheit der Bewohner.

  2. Autor Walter Mette
    Kommentar zu Kommentar 1 am 30. Oktober 2014
    2.

    Sehr geehrter Herr Krüger, sicherlich kennen Sie offensichtlich die Zustände im Pflegewesen wie alle Insider. Daher gehe ich nicht weiter auf die Gründe für die Praktiken ein, die angewendet werden um alte und demente Menschen 'heimkonform' zu machen. Ich meine nicht die Fälle, in denen kurzzeitige Maßnahmen zum Schutz des zu Pflegenden notwendig und angemessen sind, wenngleich hier auch nicht unbedingt Psychopharmaka und/oder sogar Neuroleptika notwendig sind, wie bekannt ist. Lediglich hinsichtlich der Fälle, in denen ohne medizinische Indiktion seit Jahrzehnten 'heimkonform' gemacht wird, sehe ich in meiner 'Ode an die Sedierung' soweit Sie diese gelesen haben sollten einen Konsens '...in reservatio mentalis, Euthanasie ist es realis', weil gerade in dieser Hinsicht totale Ignoranz herrscht, wie es der Papst auch auf dem Punkt bringt, jedoch in weiter gefasster Sicht, naemlich die Vernachlaessigung der alten zu pflegenden Menschen
    insgesamt. So verstehe ich meine Frage am Ende meines Artikels.

  3. Autor Walter Mette
    am 31. Oktober 2014
    3.

    Kommentar zu 3: Leider etwas konfus am eigentlichen Thema vorbei kommentiert; mehr kann und will ich an dieser Stelle nicht dazu schreiben.

  4. Autor Erhard Jakob
    am 31. Oktober 2014
    4.

    Das Ideal wäre in Ehre und Würde zu leben
    und in Ehre und Würde zu sterben.
    .
    Leider klappt oft das schon
    mit dem Leben nicht.
    .
    Arbeit = Ehre und Würde.
    .
    Viele wurde die Arbeit (Ehre und Würde)
    genommen bzw. bekommen erst
    gar keine.
    .
    Andere bekommen für ihre Arbeit so wenig
    Lohn, dass sie trotzdem noch "Bettel-
    Briefe* ans Amt schicken und vom
    Staat um Unterstützung
    bitten müssen.
    .
    Die >vielen< Leute können nicht mal
    in jungen und gesunden Jahren
    genügend Geld für ihren
    Bedarf verdienen.
    .
    Wie sollen solche Leute
    fürs Alter vorsorgen?
    .
    Oft bekommen sie nicht einmal das Geld
    für eine ehrenhafte und würdevolle
    Beerdigung zusammen.
    .
    Wenn sie daran denken müssen, dass
    ihre Kinder im schlimmsten Fall noch
    die Beerdigung ihrer Eltern tragen
    sollen, dann ist einfach etwas
    faul im Staate Deutschland.

  5. Autor Helmut Krüger
    Kommentar zu Kommentar 2 am 02. November 2014
    5.

    Sehr geehrter Herr Mette,

    ich denke, wir stimmen insgesamt überein, zumindest was die Tendenz anbetrifft. Selbstverständlich ist es so, dass gerade demente Menschen auch vor und gegen sich selbst geschützt werden müssen, die Sedierung unabhängig akuter Notfälle dürfte allerdings der ein betriebswirtschaftlichen Logik bzw. der Bequemlichkeit des Personals geschuldet sein. Wer unverhofft so manche Gespräche beiläufig mitbekommt, weiß, wovon ich rede. Und das liegt an der Verquickung von abrechenbaren Leistungen in Zeit und Geld, aufgeschlüselt in Minuten.

    Ein ruhiggestelllter Bewohner - Mehrzahl ja Bewohnerin - ist allemal besser als ein Mensch, mit dessen Launen erst einmal zurechtgekommen werden muss. Der Kern der Naziherrschaft war gewiss der Rassenhaft UND es war die knallharte wirtschaftliche Kalkulation nach Kosten und Nutzen, unabhängig mittlerweile wieder verbrämter "Sozialromantik". Volkswirtschaftlich können wir uns eben nur Menschen leisten, die der Gesellschaft mehr einbringen, als sie ihr kosten.

    Darin waren sich Nationalsozialisten und Stalinisten - unabhängig ihrer ansonten großen inhaltlichen Unterschiede einig. Und darin besteht auch Einigkeit mit den Marktliberalisten verschiedenster Coleur.

    Ich finde, auch wenn der Begriff Euthanasie politisch belegt ist, so ist er doch eine Vokabel, die mittlerweile schlichtweg Not tut, soll sich etwas ändern.

  6. Autor Erhard Jakob
    am 10. November 2014
    6.

    Rosi,
    das Grundprinzip im Kapitalilsmus
    ist nun mal die Maximierung
    des Profits.
    .
    Das wussten wir Ossis vorher und
    deshalb sollten wir uns jetzt im
    Nachgang nicht beschweren.

  7. Autor Walter Mette
    Kommentar zu Kommentar 6 am 17. November 2014
    7.

    Lieber Herr Jakob, sollen nun alle 'Ossis' - wie Sie sich selbst nennen - mit der desolaten Situation zufrieden sein? Anstand und Moral waren auch in der ehemaligen DDR bei den politischen Entscheidern und deren Sympathisanten Mangelware.

  8. Autor Erhard Jakob
    am 18. November 2014
    8.

    Walter,
    .
    Sie haben ein ganz prima Wort in Ihren Satz
    >... auch ...< eingefügt. Darüber habe
    ich mich sehr gefreut.
    .
    Nein, kein Deutscher sollte mit der desolaten
    Situation zufrieden sein. Ich mache mir nur
    Sorgen, dass es noch schlimmer
    kommen kann.
    .
    Walter, Sie denken, dass es nicht schlimmer
    kommen kann. Das haben wir *Ossis*
    auch gedacht.
    .
    Früher befanden wir uns im >Kalten Krieg<.
    Jetzt steht uns möglicherweise
    ein >heißer< bevor.
    .
    Wenn ich das *Säbelrasseln* von Barrak,
    Wladimir und Angela höre, wird mir
    auch nicht besser.

  9. Autor Walter Mette
    Kommentar zu Kommentar 8 am 18. November 2014
    9.

    Ja, Erhard Jakob, ich versuche immer objektiv zu sein und zu bleiben; daher habe ich das Wörtchen 'auch' ganz bewusst gewählt; denn an Anstand und Moral mangelt es bei politischen Entscheidern überall auf der Welt; ganz besonders wenn die Finanzen keinen Spielraum mehr lassen und das private Großkapital die Richtung bestimmt. Vielleicht müssen die oben Genannten vorbereitend mit dem Säbel rasseln; wer weiß das schon? Sicherlich die Betreiber der NWO. Warum wird denn von wem überall Unfrieden gestiftet??? Sicherlich nicht von den Bürgern, die jedoch die Leid tragenden sind. Es waren schon immer gewisse Drahtzieher, die 'heiße Konflikte' vom Zaun gebrochen haben; wer hier das 'Säbelrasseln' betreibt, ist noch nicht eindeutig erkennbar; jedenfalls nicht für Aussenstehende; ist aber denkbar anhand der Geschehnisse, wenn man die mannigfaltigen Berichte und Kommentare zusammenfasst und der Logik entsprechend Raum lässt.

  10. Autor Erhard Jakob
    am 20. November 2014
    10.

    Es muss eine gerechte Lösung gefunden
    werden - für alt und für jung!
    .
    Am 19.11.2014 wurde auf ARD ein Spiel-Film über das
    Leben und Sterben von Kersten Heise ausgestrahlt.
    .
    Ihr Bemühen war es, den Kindern und Jugendlichen
    eine Zukunft ohne Kriminalität aufzuzeigen. Dafür
    brauchte sie die Eltern der Kinder und natürlich
    auch den Staat mit ihren Verantwortungs-
    trägern. Diesen Kampf hat sie verloren.
    .
    *
    Nicht die Bösen sind das Problem.
    Sondern die Guten, welche die
    Bösen gewähren lassen.
    ***
    Mit etwas Unterstützung durch die
    *Guten* hätte sie sicher den Kampf
    gegen die Bösen gewonnen.
    .
    Doch, wie will man einen Kampf
    gegen die "Guten" gewinnen?

  11. Autor Walter Mette
    Kommentar zu Kommentar 10 am 20. November 2014
    11.

    Gegen die "Guten" braucht man keinen Kampf führen; auch nicht im gut gemeinten Sinne. Den Kampf gegen die Schlechten und Bösen wird man niemals gewinnen, weil sie den "Guten" mit Hartnäckigkeit und Ausdauer und vor allen Dingen mit Unehrlichkeit immer ein Stück voraus sind; darum wird es auch immer wieder Kriesen geben, die hier und da im Krieg münden. Die Unehrlichkeit beweist sich beispielsweise in der Ukraine, weil hier einem Anspruch auf Rückgabe unrechtmäßig geschenkt erhaltenen Territorium ( Krim ) nicht gefolgt wird.

  12. Autor Helmut Krüger
    am 23. November 2014
    12.

    Provokatorisch gesagt, ist im Namen eines verheißenen Guten zehnmal mehr Unmenschlichkeit geschehen als erklärtermaßen im Namen eines so bezeichneten Bösen. Das ist Ausdruck menschlicher Selbstsucht, die Güte nicht im unausdrücklichen Handeln zu beweisen, sondern im lautstark verkündeten ausdrücklichen Namen.

    Nahezu alles, was jetzt als böse bezeichnet wird, ist zu irgendeinem Zeitpunkt, an irgendeinem Ort zu irgendeiner anderen Zeit zuvor für gut geheißen worden, von der Atombombe als vermeintlich einziges Mittel, die Nazis letztendlich doch noch zur Strecke zu bringen über die Neutronenbombe, die alles organische Leben zerstört, aber alle tote Materie heil lässt bis hin zur Gentechnik, die vermeintlich Krankheiten gar nicht erst einstehen ließe, uns aber als Menschen zum Kreator allen natürlichen Lebens machte.

    Auch in den Alters- und Pflegeheimen wird es ja nur "gut" gemeint mit alten und scheinbar hilflosen Menschen, weil die ja nicht auf sich selber aufpassen können - was ja zum Teil sogar stimmt -, doch alles in allem in eine Art fürsorglicher Belagerung ausmündet. Deren - in Bezug auf sie selbst - unterstelltes Unwissen gegen das durchge- und vermessene Wissen der Pflegenden: Archiviert, katalogisiert und in Dateien rechtssicher abgespeichert.

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