Liebe Besucherinnen und Besucher,

seit 2006 beantwortete das Bundespresseamt Ihre Fragen auf dieser Plattform im Auftrag der deutschen Bundeskanzlerin. Im Zuge einer Neustrukturierung entwickelt das Bundespresseamt sein originäres Angebot weiter im Sinne eines Bürgerservices mit Dialogmöglichkeiten. Auf dieser Plattform wurden am Montag, den 30. April 2018, die letzten drei Fragen beantwortet. Neue Beiträge und Kommentare werden nicht mehr veröffentlicht.

Wir danken Ihnen für Ihre rege Teilnahme auf www.direktzurkanzlerin.de.

Ihr Moderationsteam

Beantwortet
Autor Yasmine Hamann am 25. Oktober 2014
5130 Leser · 2 Kommentare

Die Kanzlerin direkt

Pilotenstreik Schlichtung

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin!

Mein Name ist Yasmine Hamann, ich bin seit 32 Jahren bei Lufthansa als Chefstewardess beschäftigt .In dieser Zeit habe ich "Golfkrieg 1"," Golfkrieg 2", Sars (um nur einige Turbulenzen zu nennen ) miterlebt. Auch diverse Tarifverhandlungen fielen in diesen Zeitraum. So einen, sich immer mehr zuspitzenden Streit, wie er jetzt zwischen der Vereinigung Cockpit und dem Vorstand der DLH herrscht, irritiert mich. Mein Ehemann,ebenda als Flugkapitän A340 eingesetzt, seit 43 Jahren im Dienst fühlt, sich mit den Streiks ebenfalls nicht wohl, da wir der Auffassung sind, "die Hand, die einen füttert, beisst man nicht."
Doch irgendwie kann, oder will keine der beiden Tarifpartner sich bewegen, bzw. einlenken. Jeder beharrt auf seinem Standpunkt.

Fr. Bundeskanzlerin, wäre es Ihnen möglich als Schlichterin zu fungieren?

Sie sind für mich die Schlüsselfigur, die sachlich, mit konstruktiver Ruhe, und Vertrauen hier beide Seiten auf ihre Stärken besinnen kann.
Ihr Kalender ist ohne Zweifel ein Anspruchsvoller, so dass ich weiss, worum ich Sie hier bitte.

Mit jedem neuen Streiktag geht mehr zu Bruch, als gekittet werden kann...Ein gesprochenes Wort kann nicht zurückgenommen werden.

Wirtschaftliche Interessen sind wichtig, dies sieht jeder ein.

Für mich sind die Cockpit - und Kabinenmitarbeiter das Herz der Deutschen Lufthansa, ohne welches auch der schlauste Kopf nicht wirken kann.

Sie sind in der Deutschen Politik für mich die Nummer Eins.
Bitte helfen Sie uns aus dieser "Krise".

Vielen herzlichen Dank,
Ihre Yasmine Hamann

Antwort
im Auftrag der Bundeskanzlerin am 15. November 2014
Angela Merkel

Sehr geehrte Frau Hamann,

vielen Dank für Ihre Frage, die wir im Auftrag der Bundeskanzlerin beantworten.

Tarifverhandlungen sind in Deutschland Sache der Tarifparteien. Die Bundesregierung mischt sich nicht in Tarifverhandlungen ein.

Eine Schlichtung ist nur möglich, wenn sich beide Tarifparteien freiwillig darauf einlassen. Eine staatliche Zwangsschlichtung würde die Tarifautonomie berühren, die Art. 9 des Grundgesetzes garantiert. Ob ein Schlichtungsverfahren ein Weg aus der aktuellen Tarifauseinandersetzung sein könnte, entscheiden die Tarifparteien daher selbst.

Im Zusammenhang mit den Tarifverhandlungen zwischen der Bahn und der Gewerkschaft der Lokführer hatte die Bundeskanzlerin darauf hingewiesen, bei Arbeitskämpfen, vor allem im Bereich der Daseinsvorsorge, gebe es eine Gesamtverantwortung der Tarifparteien: http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2014/11/...

Es besteht kein Zweifel daran, dass das Cockpit- und Kabinenpersonal hervorragend arbeitet. Eine rasche Lösung des Tarifkonflikts wäre für alle Beteiligten erfreulich. Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kommentare (2)Schließen

  1. Autor Erhard Jakob
    am 28. Oktober 2014
    1.

    Jasmine,
    Ihre Bitte ist berechtigt. Ich hoffe und
    wünsche, dass Sie Gehör finden.
    Alles Gute
    Erhard
    .
    Ps.: Punkt >35<
    ist von mir.

  2. Autor Erhard Jakob
    am 04. November 2014
    2.

    In Hinblick auf die Aktionäre und Finanzjougleure "verdienen"
    die Piloten sicher viel zu wenig und so gesehen ist
    der Streik nachvollziehbar.
    .
    Doch in Hinblick auf *Normal-Bürger* verdienen Piloten
    immes viel Geld und so gesehen ist der Streik
    nicht nachvollziehbar.
    .
    Der gesamte Geldfluss von der Druckerei
    bis zum Verbraucher ist nicht nachvoll-
    ziehbar bzw. befindet sich im Dunkeln
    und muss beleuchtet werden.
    .
    Doch das werden die *Dunkel-Männer*
    zu verhindern wissen.

  3. Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie angemeldet sein.